Mit einem auf etlichen Positionen veränderten Kader bestreitet der TSV Dinkelsbühl die Saison in der Volleyball-Bayernliga. Neu dabei ist unter anderem ein Leichtathlet, der im Hindernislauf zur deutschen Spitze zählt.
Niklas Buchholz heißt der Mann, läuft für den LSC Höchstadt und gehört gemeinsam mit dem Colmberger Florian Bremm zur Trainingsgruppe Running Gags. Der 25-Jährige ist dritter Deutscher Meister über 3000 Meter Hindernis und wurde 2022 14. bei der Europameisterschaft in München. Über private Kontakte kam der Multisportler an die Wörnitz.
Neu im Team sind außerdem Viacheslav Soshenko, der in der Ukraine höherklassig aktiv war, der Kronacher Lars Ammon und einige Jugendspieler. Auf insgesamt „14, 15 Mann“ (Trainer Max Reichenberg) ist der Kader angewachsen. Quantitativ hat er damit gegenüber der Vorsaison deutlich zugelegt, in der es nach einigen Aufstiegen in Folge für die „dkbdevils” wieder eine Liga nach unten ging.
„Wir sehen diese Saison als Übergangs- und Ausbildungsjahr“, sagt Reichenberg, der wegen einer Schulterverletzung derzeit außer Gefecht ist. Besonders weh tat der Abgang von Felix Kraft, den es beruflich nach Berlin verschlagen hat. „Er ist einer, der ein Spiel entscheiden kann“, trauert Reichenberg dem schlaggewaltigen Diagonalangreifer nach.
Erinnerungen an die Regionalliga kamen nun im Derby gegen den TV Bad Windsheim auf. Vergangene Saison entschied Dinkelsbühl beide Vergleiche mit dem westmittelfränkischen Rivalen ohne Satzverlust für sich. Diesmal war es ein ganz enges, hochspannendes Spiel, mit dem die beiden Regionalliga-Absteiger die Zuschauer in Dinkelsbühl über fünf Sätze lang bestens unterhielten (20:25, 20:25, 26:24, 25:19, 15:13).
Die ersten zwei Sätze waren geprägt von vielen Fehlern der Wörnitzstädter in allen Elementen. Im Aufschlag und Angriff fehlte die nötige Durchschlagskraft, in Block und Abwehr die Konstanz. Beide Sätze gingen verdient an die „Hyänen“.
In der Crunchtime des dritten Satzes kämpfte sich die Heimmannschaft durch eine starke Aufschlagsserie von Alexander Wangler auf 22:22 ran und holte sich verdientermaßen den Satz zum 1:2.
„Gold wert fürs Selbstbewusstsein“
Der vierte Satz ging eindeutig an die Gastgeber. Zu Beginn des fünften Satzes setzten diese sich früh ab, konnten ihre Führung aber nicht halten und lagen 11:12 zurück. Durch eine solide Leistung im Angriff durch Paul Reichenberg im Außenangriff und Eduard Schmidt in der Mitte holten sich die Dinkelsbühler Herren ihren zweiten Heimsieg.
„So ein Spiel nach 0:2-Satzrückstand noch umzubiegen, ist Gold wert fürs Selbstbewusstsein“, freute sich Max Reichenberg, dessen Bruder Paul Reichenberg nach einer gewissen Anlaufzeit zum entscheidenden Mann im Dinkelsbühler Angriff wurde.
Den Matchball verwandelte der erfahrene Eduard Schmidt, der zuvor in einer entscheidenden Satzphase fair einen Fehler zugegeben und damit den Windsheimern einen Vorteil verschafft hatte.
Für Dinkelsbühl (9. Tabellenplatz/fünf Punkte) war es der zweite Saisonsieg. Die Windsheimer rangieren mit sieben Punkten auf Platz sieben.
TSV Dinkelsbühl: Lars Ammon, Niklas Buchholz, Stefan Meyer, Paul Reichenberg, Eduard Schmidt, Bastian Schwalm, Viacheslav Soshenko, Johannes Strauß, Alexander Wangler.
TV Bad Windsheim:Santiago Acosta, Tim Baltrusch, Felix Dachlauer, Niklas Eberlein, Marcel Geißbarth, Oliver Hampel, Cedric Herrmann, Leon Kolla, Thorsten Meyerhöfer.