Das jahrelange Warten hat ein Ende: Am Donnerstag (17. September/19.30 Uhr) starten die Münchner Philharmoniker mit ihrem neuen Chefdirigenten Lahav Shani in ihre erste gemeinsame Konzertsaison. Zur Feier von Shanis offiziellem Einstand gibt es gleich einen Stargast: Die Pianistin Martha Argerich wird in der Isarphilharmonie erwartet mit Maurice Ravels Klavierkonzert in G-Dur. Danach folgen unter anderem die „Chichester Psalms“ von Leonard Bernstein.
Für die Philharmoniker enden damit rund vier Jahre ohne Chef. Denn 2022 war der damalige Chefdirigent, der Russe Waleri Gergijew, rausgeflogen, da er sich nicht vom russischen Einmarsch in die Ukraine distanziert hatte. Als 2023 der in Tel Aviv geborene Shani als Nachfolger vorgestellt wurde, war das Orchester begeistert, von einer „Liebeshochzeit“ war gar die Rede und von einem Aufbruch in eine neue Ära.
Denn der israelische Dirigent ist erst 37 Jahre alt - und voller Tatendrang. Im März hatte er angekündigt, mit seinem Orchester verstärkt auf Tournee zu gehen. Schon vor seinem Einstand hat er die Münchner Philharmoniker öfter dirigiert.
Doch um die Personalie gab es auch Debatten, auch weil Shani Musikdirektor des Israel Philharmonic Orchestra ist. Kritiker bemängelten, Shanis Haltung zur israelischen Regierung mit Blick auf den Krieg in Gaza sei nicht klar. So hatte das Flanders Festival Ghent die für ein Gastspiel eingeladenen Philharmoniker und Shani ausgeladen. Ein Schritt, der nicht nur in Deutschland als antisemitisch kritisiert wurde. Belgiens Regierungschef ging damals klar auf Distanz und sprach von Schaden für sein Land. Andernorts wurden Konzerte durch Proteste gestört.
Die Münchner Philharmoniker dagegen stellten sich hinter Shani. Diese Krisensituation habe das Orchester und den jetzigen Chefdirigenten noch einmal enger zusammengebracht, sagte im Frühling Münchens Kulturreferent Marek Wiechers.
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