Landesgartenschau 2027 in Bad Windsheim: So sieht das Pflanzkonzept im Kurpark aus | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 14.04.2026 15:45

Landesgartenschau 2027 in Bad Windsheim: So sieht das Pflanzkonzept im Kurpark aus

Hanne Roth plant seit mehr als drei Jahrzehnten Blühkonzepte für bayerische Gartenschauen – 2027 auch den Kurpark Bad Windsheim. (Foto: privat)
Hanne Roth plant seit mehr als drei Jahrzehnten Blühkonzepte für bayerische Gartenschauen – 2027 auch den Kurpark Bad Windsheim. (Foto: privat)
Hanne Roth plant seit mehr als drei Jahrzehnten Blühkonzepte für bayerische Gartenschauen – 2027 auch den Kurpark Bad Windsheim. (Foto: privat)

Seit 1993 prägt Hanne Roth bayerische Gartenschauen – nun bringt sie ihre Erfahrung nach Bad Windsheim. Wie die Verantwortlichen der Bayerischen Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH mitteilen, übernimmt sie die Planung von Frühjahrs- und Sommerflor sowie der Staudenflächen, die dem Kurpark seine blühende Seele geben sollen.

Dass sie den Zuschlag für Bad Windsheim erhalten würde, war keineswegs selbstverständlich. „Die Würfel fallen immer wieder neu – man kann nicht sicher sein, dass man die Ausschreibung gewinnt. Am Ende muss man die Jury überzeugen”, wird Roth in der Pressemitteilung zitiert.

Und sie hat überzeugt. Tobias Schmidt, Leiter der Stadtgärtnerei Bad Windsheim, sprach sich ausdrücklich für sie aus: „Sie überzeugt durch ihre hohe fachliche Kompetenz – und man merkt sofort, dass sie genau weiß, was sie tut.”

Trockenheit als besondere Herausforderung

Zuletzt war Roth bei der Landesgartenschau Furth im Wald 2025 im Einsatz, wo die Höhenmeter die besondere regionale Herausforderung darstellten. In Bad Windsheim ist es eine andere: die phasenweise Trockenheit der Region.

Bad Windsheim zählt zu den niederschlagsärmeren Regionen Deutschlands – vor allem in den Sommermonaten kann es merklich trocken werden. „Der Wechselflor hier ist speziell, was das Thema Ressourcenschonung angeht. Man muss Pflanzen auswählen, die auch mit weniger Wasser zurechtkommen”, erklärt Roth.

Das könnte Sie auch interessieren
50.000 Euro-Projekt: Spielplatz in Segringen lockt mit vielfältigen MöglichkeitenDer 75. Kirchentag am Hesselberg: So vielseitig war das NachmittagsprogrammWechselhafte Geschichte: Feuerwehr Ermetzhofen feiert 150-jähriges BestehenFriedliches Pfingstwochenende: Polizei Dinkelsbühl zieht positive BilanzHeimatmuseum Dietenhofen wirbt für gemeinsame Großeltern-Enkelkind-BesucheUnmut über die Gastronomie in den drei Gasthäusern im Freilandmuseum Bad WindsheimWechsel an der Spitze: Neustädter Landschaftspflegeverband hat eine neue Chefin„Fang mer ou”: Die neue Rathauschefin von Geslau legt mit einem Mundartsatz losGroße Verabschiedungsfeier für Bürgermeister Karl Fickel in GerolfingenBier-Fest zum Brauerei-Jubiläum zog in Dinkelsbühl viele Menschen an150 Jahre Henkel: Buntes Familienfest am Unternehmensstandort WassertrüdingenNeustadt/Aisch: Der Jazzchor von Susanne Schönwiese ist jetzt GeschichteEnsembles der Städtischen Musikschule Ansbach mit buntem Mix in zwei KonzertenSchlossfest Dietenhofen: Warum der Mut zum Open Air belohnt wurde64 Meter Gleis: „Großer Bahnhof” beim Historischen Verein Bad Windsheim

Entscheidend ist eine standortgerechte Platzierung der Pflanzen und eine Pflanztechnik, die einen schnellen Bodenschluss ermöglicht. Beim Gießen folgt sie einem klaren Prinzip: lieber seltener, dafür durchdringend – um tiefes Wurzelwachstum und damit höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenperioden zu fördern.

Wildpflanzen brauchen weniger Wasser

Verstärkt setzt Roth auf Wildpflanzen, die zwar dezenter in der Farbe sind, dafür aber robuster mit trockenen Bedingungen umgehen können. „Es ist ein Grenzgang – das Ziel ist es, insgesamt so ressourcenschonend wie möglich zu arbeiten.”

Am Ende gehe es darum, eine Balance zwischen gestalterischer Wirkung und sparsamen Gießwassereinsatz zu finden. „Hinterher können die Menschen sagen, ob es mir gelungen ist”, erklärt sie.

Das Pflanzkonzept folgt einem klaren jahreszeitlichen Rhythmus. Zur Eröffnung am 29. April 2027 setzen Zwiebelpflanzen erste Farbakzente, bevor nach den Eisheiligen der Sommerflor übernimmt und bis zum Abschluss am 3. Oktober in voller Pracht steht. Dabei sollen sich die Pflanzungen kontinuierlich verändern: Farben, Wuchshöhen und Strukturen bauen sich auf und lösen einander ab.

Blühflächen als lebendige Magneten

Für den Kurpark, das blau-grüne Herz und den Landschaftspark entwickelt Roth farblich abgestimmte Konzepte – laut und bunt sollen sie sein, mit dem klaren Ziel, die Besuchenden ins Gelände zu locken. Blühflächen werden so zu lebendigen Magneten: Orte, an denen man verweilt, staunt, fotografiert und immer wieder Neues entdeckt.

Doch die kreative Planung ist nur ein Teil ihrer Arbeit. Roth bestückt die vorgegebenen Flächen mit konkreten Pflanzvorschlägen, erstellt detaillierte Listen und geht aktiv in den Austausch mit Gärtnereien.

Suche nach starken Gärtnereien

Da es immer weniger Betriebe gibt, die eine Gartenschau neben dem laufenden Tagesgeschäft stemmen können, kommt ihr dabei eine zentrale Rolle zu. Gärtnereien, die sich beteiligen möchten, müssen sich im Rahmen einer offiziellen Ausschreibung der Bayerischen Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH bewerben und – wie auch Roth selbst – überzeugen.

Auf einen Termin freut sich die Ingolstädterin ganz besonders: den „Tag X” im kommenden Herbst, wenn die Blumenzwiebeln ausgelegt werden. Roth wird selbst mit anpacken, gemeinsam mit den Gärtnerinnen und Gärtnern. Der Frühjahrsflor folgt im März und April 2027 und soll zur Eröffnung seine volle Strahlkraft entfalten.

Wie viele Gartenschauen Hanne Roth inzwischen begleitet hat? Sie hat aufgehört zu zählen, sagt sie. Was bleibt, ist die ungebrochene Begeisterung. „Keine Pflanzung gab es zwei Mal, immer war etwas Neues dabei – selbst, wenn manche Pflanzen besonders verlässlich und deshalb wiederkehrend dabei sind.”

Der Gartenschau-Virus hat Hanne Roth fest im Griff – und Bad Windsheim 2027 darf sich freuen, davon angesteckt zu werden. So entsteht Schritt für Schritt ein Kurpark, der noch mehr zum Verweilen, Entdecken und Genießen einlädt – für die Besucherinnen und Besucher der Landesgartenschau 2027 und für alle, die danach kommen, so die Verantwortlichen.


Von hop
north