Landwirtschaft mit fränkischem Charme: So war der Landfrauentag in Ansbach | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 17.01.2025 09:31

Landwirtschaft mit fränkischem Charme: So war der Landfrauentag in Ansbach

Eine verdorbene Torte und furchtlose Kindheit auf dem Bauernhof versüßten dem Publikum im Onoldiasaal in Ansbach seine Laune. Komödiant Volker Heißmann war beim Landfrauentag des Bayerischen Bauernverbands Ansbach zu Gast. Im Fokus stand das Thema „Bildung bewegt vieles!?“ zu dem örtliche Politiker und Vertreter der Landwirtschaft sprachen.

Volker Heißmann, bekannt durch Waltraud und Mariechen aus „Fastnacht in Franken“, zum Thema Bildung einzuladen: „das bedeutet viel Mut“, sagte der Komödiant selbst. Mit seinem Programm zieht der Fürther aktuell von Landfrauentag zu Landfrauentag. Er ist das „Maskottchen der Landfrauen“. Passend zum Jahresthema Bildung erzählte er von seiner Schulzeit. „Ich bin auch nicht der Gescheiteste in der Schule gewesen“, sagte er. Anstatt seine Freizeit mit Büffeln und Hausaufgaben zu verbringen, war er lieber im Kinder- oder Posaunenchor, beim CVJM oder im Theater.

Als ’Stoderer’ auf dem Bauernhof

Obwohl Heißmann in Fürth aufgewachsen ist, hat er eine enge Verbindung zur Landwirtschaft. „Ich war nicht nur ein Stadtkind – ein ’Stoderer’ – sondern ich war auch ein Landkind.“ Seine Oma wohnte in Emskirchen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim direkt neben einem Bauernhof. „Und da war ich jedes Wochenende im Sommer, alle Ferien.“

Er war bei der Ernte dabei, hat Kühe und Schweine gefüttert, Stall ausgemistet, aber auch Hühner geköpft. „Und dann sind sie noch geflogen, ohne Kopf und das Blut ist gespritzt“, erzählte Heißmann. Aus dem Lachen des Publikums war Zustimmung herauszuhören. „Das war für uns ganz normal“, sagte er. Ebenso, wenn er bei der Geburt von Kälbern aushelfen musste. „Andere würden drei Tage lang kotzen.“ Und: „Wer beim Kälbern dabei war, der hat einen Schnaps bekommen – auch mit zehn Jahren.“

Anfangszeiten als Komiker

„Es war eine tolle, tolle Zeit. Und deshalb weiß ich, was Sie leisten“, sagte er an die Bäuerinnen und Bauern gerichtet. Heißmann erzählte von seinen Anfangszeiten als Komiker, wie eine alte Torte für Übelkeit sorgte und davon, wie er einen überfahrenen Hahn ersetzte. „Dass wir uns nicht unterkriegen lassen“ gehöre für Heißmann zu Bildung dazu.

„Unsere Bildung stärkt die Menschen in Land-, Forst- und Hauswirtschaft“, sagte Christine Reitelshöfer, stellvertretende Landesbäuerin und Vizepräsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes. Seit fünf Jahrzehnten leisten die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbands (BBV) gemeinsam mit dem BBV-Bildungswerk einen „zentralen Beitrag zur Erwachsenenbildung“. Ob im kleinsten Dorf, oder in der Stadt: wichtig sei, dass alle Generationen unabhängig vom Wohnort einen Zugang dazu haben, so Reitelshöfer. „Feststeht, Bildung ist immer präsent, betrifft und bewegt uns alle, jeden Tag.“

Pläne der örtlichen Politiker

Für eine Fragerunde bat die stellvertretende Landesbäuerin auf die Bühne: Ansbachs Oberbürgermeister Thomas Deffner, Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Kreisobmann des BBV Ansbach Reinhold Meyer, Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster und Bernd Nagel, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ansbach.

Welche Pläne sie haben, Bildung im laufenden Jahr zu optimieren, wollte sie von den fünf Männern wissen. Allem voran ist ihnen die Belegung der örtlichen Schulen ein Anliegen. „Da müssen wir einfach stark hinterher bleiben“, sagte der Landrat. Ein Thema, das die Anwesenden verbindet: „dass wir uns in diesem Jahr vor allem um hauswirtschaftliche Bildung kümmern müssen“, so Ludwig.

Dem schloss sich AELF-Leiter Nagel an, der gleichzeitig Leiter der hauswirtschaftlichen Schulen in Dinkelsbühl und Ansbach ist. „Wir müssen bitte schauen, dass wir mehr Schülerinnen und Schüler in die Hauswirtschaft bringen“, sagte er. Mehr Männer in diesem Berufsfeld erhofft er sich ebenfalls. Gleichermaßen wünschte sich BBV-Kreisobmann Meyer, dass die landwirtschaftlichen Schulen gefüllt sind.

Thema Bildung fordert die Stadt

Das Thema Bildung fordert auch die Stadt Ansbach heraus, so der Oberbürgermeister. Vor allem im Bereich der Liegenschaften und der Finanzierung. Er wünschte sich für das neue Jahr, dass das Schulentwicklungskonzept für Grundschulen, an dem aktuell gearbeitet wird, zu Ende gebracht werden kann.

Zusätzlich hoffte der Oberbürgermeister, dass die Stadt erste Änderungen an den Gebäuden vornehmen kann. Das gilt auch für andere Schularten wie die Berufsschule. „Da müssen wir ran“, sagte Deffner. Bezirkstagspräsident Forster hat das Vorhaben, die „Zukunftswerkstatt Schwein“ zusammen mit der Hochschule Triesdorf zu verwirklichen. „Das wird ein großer Beitrag für die landwirtschaftliche Bildung in Mittelfranken sein“, sagte er.

Des Weiteren ging es vermehrt um die Herausforderungen in den jeweiligen Bereichen. Neben Kosten, die oft eine Rolle spielen, kam auch ein Generationenkonflikt zur Sprache, ebenso wie Tierkrankheiten und Politik – mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl. Landrat Ludwig appellierte, mit Mut und Kraft Veränderungen anzugehen.

Zwischendurch umrahmte der Landfrauenchor die Veranstaltung musikalisch.

Den Abschluss machte Erika Weiß mit einer fränkischen Version der Bremer Stadtmusikanten und der besinnlichen Geschichte eines Bäckers, der das tollste Brot der Welt backen wollte – mit Erfolg.

Komödiant Volker Heißmann – bekannt durch „Fastnacht in Franken“ – versüßte den Landfrauentag des Bayerischen Bauernverbands Ansbach mit seinen Witzen. (Foto: Stefan Neidl)
Komödiant Volker Heißmann – bekannt durch „Fastnacht in Franken“ – versüßte den Landfrauentag des Bayerischen Bauernverbands Ansbach mit seinen Witzen. (Foto: Stefan Neidl)
Komödiant Volker Heißmann – bekannt durch „Fastnacht in Franken“ – versüßte den Landfrauentag des Bayerischen Bauernverbands Ansbach mit seinen Witzen. (Foto: Stefan Neidl)

Luca Paul
Luca Paul
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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