Mit dem Lustspiel „Tante Rosels Lottoschein” hat die Landjugend Dinkelsbühl das Publikum bei der Premiere in Unterwinstetten begeistert. Mit großem Engagement, Freude am Verkörpern von diversen Charakteren und garniert mit einer gehörigen Portion Humor präsentierte das elfköpfige Laienensemble das Stück.
Im Mittelpunkt des Dreiakters von Autorin Beate Irmisch steht Tante Rosel (Eva Steinacker). Sie bringt mit ihrem Faible für das Lottospiel den biederen Alltag der Familie Böckel aus der Balance.
Rosel schafft es mit ihrem Hobby, nicht nur für Gesprächsstoff zu sorgen, sondern auch turbulente Situationen heraufzubeschwören. Ihre beiden Neffen, der Grundschulrektor Eberhard (Georg Schneider) und der Bauer Herrmann (Hannes Dennhöfer) mit ihren Frauen Olinka „Waldamsel“ (Amelie Reck) und Küchenchefin Otti (Maja Heinzmann), spekulieren noch mehr auf den Gewinn als die Zockerin Rosel selbst.
Knecht Karl (Christoph Schäfer) legt Wert auf seine Mittagspause, in der die Kartoffelsuppe mit Wiener von Elfriede Emsig (Annika Meiser) als Festmenü mitten unter der Woche gilt. Pastor Gottlob (Christian Schwarz) freut sich über jede Spende der Gemeindeglieder, die ihm aber oft als möglicher Urlaubszuschuss vorenthalten wird.
Als der Anruf mit der Nachricht des geknackten Jackpots eintrifft, wird Rosel vom Schlag getroffen. Nachdem an Tote nichts ausbezahlt wird, gilt es, die Gewinnerin mit dem örtlichen Reisebus in den Urlaub zu schicken, um den Zaster untereinander aufzuteilen.
Was die Postbotin Berta Briefchen (Emma Langohr) und der Metzger Jochen Klopp (Hannes Ehrmann) mit der ganzen Sache zu tun haben, bleibt zunächst offen. Genauso darf sich das Publikum darauf freuen, den Unterschied zwischen Schizophrenie und Alzheimer kennenzulernen. Als Bote der Lottozentrale gibt Fritz Glückauf (Hannes Röttinger) seinen Geldkoffer jedenfalls nicht aus der Hand, solange die letzte Unklarheit in einem „Haus mit vielen Tanten“ nicht beseitigt ist.
Während die Feuerwehr bereits ihre Wünsche anmeldet, der Pfarrer von einer neuen Orgel und der Bauer von einem großen Bulldog träumen, bietet die „geldgierige Bagage“ der vermögenden Tante Kost und Logis an. Ob der Geldbote wirklich Schluckauf hat, was ein Fahrrad in der guten Stube zu bedeuten hat und ob die grüne Tonne ein geeigneter Platz für einen Lottoschein ist, das und noch viel mehr erfahren die Gäste bei den noch folgenden Auftritten nach dem Auftaktwochenende.
Szenenapplaus und lang anhaltender Beifall belohnten die von Lachsalven begleitete Gemeinschaftsleistung der kompletten Theatergruppe. Darunter befinden sich auch einige neue Akteure.
Außer den Schauspielerinnen und Schauspielern sind die Souffleusen Leonie Brückner und Leni Schwarz im Einsatz. Für die Maske sorgen Amelie Ballheimer und Anna Kriegler. Um den richtigen Ton und die Technik kümmern sich Lukas Ballheimer, Max Ballheimer und Peter Stark.
Wie es hieß, wurden nach dem Start im Dezember 26 Proben absolviert, darunter drei Lesungen und fünf Einheiten als „Crashkurs“ mit dem ehemaligen Intendanten des Landestheaters, Peter Cahn. Es gibt weitere Vorstellungen am Mittwoch, 18. März, Freitag, 20. März sowie am Samstag, 21. März, jeweils um 19.30 Uhr im Gasthaus „Waldesruh“ in Unterwinstetten.