Das Motto lässt keine Kompromisse zu. Es heißt „100 Prozent Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus“. Von Freitag, 20. März, bis Mittwoch, 25. März, laufen in Ansbach Veranstaltungen der Internationalen Wochen gegen Rassismus. Zentral ist eine Aktion am Samstag, 21. März, in der Altstadt. Warum heißt sie „Kurz vor 12”?
Es ist die erste Aktion dieser Art unter freiem Himmel seit 2019. Die Weltuntergangsuhr steht 2026 bei nur noch 85 Sekunden vor Mitternacht – so nah am Abgrund wie nie. So schildert es der Integrationsbeirat der Stadt im Programm. „Die Welt steht unter Druck – durch Kriege, Konflikte und eine eskalierende Klimakrise.”
Gerade in solchen Zeiten sei eine starke, lebendige Demokratie nötig, die Menschenwürde schütze, Vielfalt verteidige und sich klar gegen Hass, Ausgrenzung und rechtsextreme Ideologien stelle. Treffpunkt ist um 11.30 Uhr der Martin-Luther-Platz (Start 11.45 Uhr). Abschluss mit Foto ist um 11.58 Uhr auf dem Johann-Sebastian-Bach-Platz 10. Das Programm weist für den Samstag auch auf eine Kundgebung in München hin.
Schon am Freitag, 20. März, gibt es einen interaktiven Workshop zu Erfahrungen aus dem Alltag. Dieser findet von 17 bis 19 Uhr im Pfarrzentrum St. Ludwig (Karolinenstraße 30) statt. Veranstalterin ist die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Mitten in Franken.
Dazu heißt es im Programm: „Wo begegnen uns rassistische oder rechtsextreme Einstellungen? Wie reagieren wir, wenn im Familien- oder Freundeskreis oder bei öffentlichen Veranstaltungen abwertende Aussagen fallen?”
Ziel seien Wege, um in schwierigen Situationen souverän, klar und wertschätzend Haltung zu zeigen, ohne Gespräche eskalieren zu lassen. Anmelden können sich Teilnehmende via E-Mail (info@keb-an.de) und Telefon (0911/208111). Die Plätze sind begrenzt.
„Stellung beziehen gegen Stammtischparolen” nennt sich am Montag, 23. März, von 19 bis 20.30 Uhr und am Dienstag, 24. März, von 17 bis 18.30 Uhr ein Web-Seminar. Es geht gemäß den Angaben im Programm um diese Fragen: „Wie kann man im Alltag auf diskriminierende Aussagen reagieren? Wie gelingt es, für die eigenen Werte einzustehen, Sprachlosigkeit zu überwinden und Eskalationen zu vermeiden?”
Veranstalterinnen sind die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung Bayern und die Evangelische Stadtakademie München. Das Seminar auf der Online-Plattform Zoom will alltagstaugliche Strategien vermitteln, um sicher, souverän und solidarisch Position zu beziehen. Anmelden kann man sich über QR-Codes im Programm, das im Internet abrufbar ist: bis Freitag (für das Seminar am Montag) und bis Montag (für Dienstag).
Den Vortrag „Postmigrantisches Deutsch” hält am Mittwoch, 25. März, Professor Dr. Gerd Antos. Beleuchten will er diese Aspekte: „Wie verändert sich die deutsche Sprache durch Social Media, Algorithmen und digitale Kommunikation? Brauchen wir neue, nichtdiskriminierende Begriffe für das Deutsch vieler Zugewanderter? Und wie reagieren wir in Zeiten von Sprachkämpfen auf das postmigrantische Deutsch?”
Der Sprachwissenschaftler referiert um 19 Uhr im Kunsthaus Reitbahn 3. Er lädt auch zur Diskussion ein. Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Zweig Würzburg in der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) statt, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Die Internationalen Wochen gegen Rassismus veranstaltet der Integrationsbeirat mit Kooperationspartnern, zum Beispiel der Stadt, der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken oder dem Kulturforum Ansbach.
Das Programm ist im Internet verfügbar: ansbach.de/Internationale-Woche-gegen-Rassismus