Wieder einmal ist Neustadts Wahrzeichen für Autos gesperrt. Seit Wochenbeginn verbieten Schilder die Durchfahrt durch die beiden Bögen des Nürnberger Tors, ein Arbeitstrupp schleift, klopft und mauert eifrig vor sich hin. Die seit Jahren angekündigte Generalsanierung ist dies allerdings noch nicht.
Gerald Schorr, Leiter des städtischen Bauamtes, erläutert auf Nachfrage gegenüber der Redaktion, was momentan am Tor geschieht. An mehreren Stellen des linken (von der Stadtmitte aus gesehen) Tores seien die beauftragten Handwerker momentan dabei, Notsicherungen einzuziehen – mehrfach werden dabei Sandsteinquader durch aufgemauerte Backsteine ersetzt. Es gehe darum, zu verhindern, „dass noch weitere Steine rausfallen”, so Schorr.
Am anderen, dem rechten Tor, habe man bei Arbeiten im vergangenen Spätherbst bereits 500 Liter Flüssigmörtel eingepumpt, um die Decke dort einigermaßen stabil zu halten, berichtet einer der Arbeiter vor Ort. Anschließend sei die Durchfahrt mit einer Balkenkonstruktion nochmals in ihrer Gesamtheit abgestützt worden.
Eine solche abstützende Holzkonstruktion ist links jedoch kein Thema, denn „dort haben wir ja ein Gewölbe”. Dieses lasse sich nicht so einfach abstützen, für dessen Sicherung bedürfe es anderer Maßnahmen, erläutert Gerald Schorr. Um weiteren Schaden am sensiblen Gemäuer zu verhindern, habe man deshalb bereits eine verkehrsrechtliche Anordnung erlassen, die nach dem Ende der laufenden Bauarbeiten in Kraft treten soll. Dann nämlich – voraussichtlich zu Beginn der kommenden Woche – wird die Durchfahrtsgeschwindigkeit mittels entsprechender Schilder auf zehn Stundenkilometer beschränkt.
Noch wichtiger dürfte eine weitere Maßnahme sein, die Bürgermeister Klaus Meier und Gerald Schorr ankündigen: Ebenfalls voraussichtlich ab der nächsten Woche wird die Durchfahrt durch das Nürnberger Tor für Lastwagen in beide Richtungen komplett und dauerhaft gesperrt. Das Verbot gilt für alle Laster mit mehr als 7,5 Tonnen, wobei allerdings größere Sattelzüge sich bereits in der Vergangenheit schon allein aufgrund ihrer Höhe nur in den wenigsten Fällen durch eines der Tore gequetscht hatten.
Angekündigt wird die Lkw-Sperre mit Schildern bereits weit im Vorfeld: Stadteinwärts beispielsweise soll die Sperrung mittels Lkw-Verbotsschild schon am Gewerbegebiet Kleinerlach in der Höhe des Renault-Autohauses platziert werden, also rund 1500 Meter vor dem Tor.
Die Lkw-Sperre und die Reduzierung der Durchfahrtsgeschwindigkeit sei in Absprache und auf Empfehlung eines Statikers erfolgt, der beide Maßnahmen dringend empfohlen hatte. Vor allem durch das geringere Durchfahrtstempo der schweren Gefährte wolle man die Schwingungen des Gebäudes reduzieren, so Schorr, der allerdings auch keinen Hehl daraus macht, dass dies nur eine vorläufige Maßnahme sein könne. Auf die Frage, wann man denn mit der seit Jahren diskutierten echten Generalsanierung des Neustädter Wahrzeichens rechnen könne, sagt er: „Ich hoffe noch in diesem Jahr.”
Übrigens: Ebenfalls noch in diesem Jahr soll es endlich mit dem Bau des Rewe-Marktes in der Markgrafenstraße losgehen. Aufmerksame Beobachter hatten in der vergangenen Woche schon Personen in orangen Warnwesten auf dem ehemaligen Ziegler-Areal gesehen, auch eine Baumaschine wurde dort platziert.
Jetzt schrieb Ursula Egger, Pressesprecherin des Rewe-Konzerns, an die Redaktion: „Diese Woche startet der Abbau der Bestandsgebäude. Ab Anfang März sollen dann die Bauarbeiten beginnen. Wir hoffen auf eine Fertigstellung des Marktes bis Ende 2026 bzw. Anfang 2027.”