Dunkelflauten und abgeregelte PV-Anlagen sorgen zunehmend für Probleme bei der Energiewende. Deshalb wird der Ruf nach leistungsfähigen und preiswerten Speichern lauter. Um den Stand dieser Technik ging es beim Lichtmesstag in Triesdorf.
Die Landwirtschaftlichen Lehranstalten luden dazu unter anderem Professor Dr.-Ing. Michael Sterner aus Regensburg für einen Vortrag ein. Sterner, der Urheber der Power-to-Gas-Technologie, mit der Strom in Gas umgewandelt werden kann, stellte fest, dass alle Speichertechnologien in der Marktreife vorhanden seien. Insbesondere Kurzzeitspeicher für Stunden und Tage seien vielfach auf dem Markt. Für Wochen oder auch Monate könne überschüssiger Strom aber auch länger in Verbindung mit Biogasanlagen gespeichert werden.
Während vergangene Woche viel Kritik am politischen Geschehen in Berlin geübt wurde, gab es in Triesdorf für CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP einhelliges Lob, dass diese mit ihrem Beschluss im Januar die Stromspeicherung über die Power-to-Gas-Technologie ermöglichten und den Erhalt vieler Biogasanlagen und Wärmenetze ermöglichten.
Sterner hielt ein Plädoyer für PV-Anlagen und Windräder. Er forderte die Landwirtschaft auf, sich diesen Bereich nicht wegnehmen zu lassen. Die Wertschöpfung daraus solle auf den Dörfern gehalten werden. „Heimatschutz ist Klimaschutz“, stellte Sterner fest und verteidigte diese umweltfreundlichen Energieerzeugung gegen verschiedene Angriffe.
Wer den Landverbrauch durch PV-Anlagen kritisiere, sollte wissen, dass es in Deutschland mehr Golfplatz-Flächen als PV-Freiflächen gibt, sagte er. Wer die Erneuerbaren Energien ablehne, trage dazu bei, dass das Geld für die Energie in die Taschen von Putin und Trump wandere, so Sterner.
Angesichts des boomenden Zubaus von PV-Anlagen mahnte Rainer Kleedörfer, der Leiter der Unternehmensentwicklung N-Ergie, davor, dass man auch die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit im Auge haben müsse. An die PV-Anlagenbesitzer richtete er den Appell, die Anlagen nicht schon bei Beginn des Sonnenscheins am Vormittag, sondern erst in den Mittagsstunden abzustellen, wenn der größte Überschuss am Strommarkt vorhanden sei.