Wer die rosa-rote Brille aufhat, schaut vielleicht nicht mehr so genau hin. Genau das nutzen Betrüger beim Love Scamming aus. Sie täuschen eine emotionale Beziehung in sozialen Netzwerken vor - und versuchen dann, ihre Opfer abzuzocken.
Es ist eine moderne Version des Heiratsschwindlers - mit Fake-Profilen. Der Kontakt entsteht meist über soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram, Dating-Plattformen oder Singlebörsen.
In der Zeitschrift „Senioren Ratgeber“ erklärt der ehemalige Polizeikommissar und Seniorensicherheitsberater Wolfgang Sinn, wie man die Betrugsmasche erkennt - und gibt Tipps, wie man sich schützen und wehren kann.
Sinn beschreibt das Vorgehen: Die Betrüger machen Komplimente, schreiben ihrem Gegenüber viele schöne Worte und machen große Versprechen. So wird wochenlang romantisch hin und her gechattet - und plötzlich bitten sie um Geld. Und dann häufen sich die Forderungen.
Objektiv betrachtet scheint diese Masche sehr durchschaubar. Doch im Trubel der Gefühle ist es nicht immer so offensichtlich. Oft manipulieren die Täter ihre Opfer. Sie seien sehr geschickt, „mit Wort und Schrift die Gefühlswelt der Betroffenen zu erreichen und durcheinanderzubringen“, so Sinn.
Zwar kann es auch jüngere Leute treffen, doch häufig seien es ältere Menschen, die neugierig oder einsam sind und einen Partner für den letzten Lebensabschnitt suchen, die in die Falle tappen.
Meist merken Angehörige oder Freunde, dass etwas nicht stimmt - können aber mit ihren Sorgen nicht immer durchdringen.
Mögliche Indizien sind:
Wer Zweifel hat, sollte versuchen, möglichst viel über sein Gegenüber herauszubekommen. Doch Fotos und Profile im Internet können natürlich Fake sein, erinnert Wolfgang Sinn. Er rät: Auf keinen Fall Geld schicken! Auch wenn die Begründung noch so gut ist oder die Not noch so groß klingt.
Wer bemerkt, dass er auf Love Scamming hereingefallen ist, kann sich wehren. Auch um andere Opfer davor zu schützen, ist es wichtig, keine falsche Scham zu haben. Stattdessen empfiehlt die Zeitschrift „Senioren Ratgeber“:
Außerdem können Selbsthilfegruppen und Hilfsorganisationen wie Weisser Ring (weisser-ring.de) weiterhelfen.
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