Stehende Ovationen für den scheidenden Bürgermeister Marco Meier: Bei seiner letzten Bürgerversammlung verabschiedete er sich nach sechs Jahren an der Spitze von Ornbau und erntete lang anhaltenden Applaus von den fast 160 Bürgerinnen und Bürgern. Meier revanchierte sich mit Freibier.
Gleich zu Beginn informierte Meier, der seit 1. Mai Landrat des Landkreises Ansbach ist, über das weitere Vorgehen in Ornbau. Vom Landratsamt wurde Stefan Sellinger eingesetzt, um dringende Amtsgeschäfte im Rathaus bis zur konstituierenden Sitzung des Stadtrates am 7. Mai zu erledigen. Dann wählt das Gremium einen neuen zweiten Bürgermeister, der die Stadt bis zur Wahl einer Bürgermeisterin oder eines Bürgermeisters am 28. Juni führen wird. Das neu gewählte Stadtoberhaupt wird am Tag darauf die Amtsgeschäfte übernehmen.
Bei der Bürgerversammlung legte Marco Meier einige statistische Zahlen vor. Die Stadt hat 1714 Einwohnende 43 verschiedener Nationalitäten. Im vergangenen Jahr wurden zehn Geburten und acht Sterbefälle beurkundet sowie vier Hochzeiten. Heuer waren es bisher drei Geburten und drei Sterbefälle. Die Grundschule wird ab September um eine Klasse schrumpfen. Meier sagte, dass der neue Stadtrat großes Augenmerk auf die Erhaltung der Einrichtung legen müsse. In Ornbau sind 57 Prozent der Einwohnenden katholisch, 20 Prozent evangelisch und 21 Prozent gehören keiner Kirche an.
Meier blickte nicht nur auf das vergangene Jahr, sondern auf die gesamte Wahlperiode zurück. In den sechs Jahren hätten sich der Stadtrat und die Stadt gut entwickelt, so seine Einschätzung, und modern sowie zukunftsorientiert aufgestellt. Der Fokus lag darauf, Ornbau als Wohnstandort attraktiver zu gestalten, aber auch als Ausflugsziel für Touristinnen und Touristen. Der historische Charme und das gesellschaftliche Leben seien gefördert worden. In der Kommunalpolitik herrschte Ruhe, der Stadtrat habe sach- und ergebnisorientiert gearbeitet.
Die Geburtstagsbesuche, die Meier bereits ab dem 70. Geburtstag durchgeführt hat, seien „sehr schöne Termine“ gewesen, die er sehr vermissen werde, stellte er fest. Ornbau sei in der Öffentlichkeit gut präsentiert worden und das Rathaus sei beispielsweise durch das Kultur- und Tourismusbüro aufgewertet worden.
Bereits in der vorherigen Wahlperiode beschlossene Projekte wurden abgewickelt, wie der Neubau der Kinderkrippe, der Anbau der Treppe an der Schule oder Anschaffungen von Fahrzeugen für den Bauhof und die Feuerwehr. In der vergangenen Wahlperiode wurden über sieben Millionen Euro Fördergelder nach Ornbau geholt, verkündete Meier stolz. Zum Beispiel für die Sanierung der Turnhalle oder für die Kläranlage. Außerdem wurde das Baugebiet Am Schießwasen erschlossen, der Bürgerbusservice aufgebaut und ein Quartiersmanagement installiert.
Gefeiert wurden etablierte Feste wie die Kirchweih, der Fasching oder der Adventsmarkt. Es wurden aber auch neue Formate wie die Thekentour, das Heimatwandern oder der Brückenschoppen durchgeführt. Die Vereine wurden unterstützt, beispielsweise der Schützenverein oder der Sportverein mit zinslosen Darlehen.
Derzeit, so Marco Meier weiter, werde das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Altmühlgrund, das zum 1. Februar seine Arbeit aufgenommen hat, weiter ausgebaut. Er appellierte an die Bürger Ornbaus, das Angebot zu nutzen, damit das MVZ ein wirtschaftlicher Erfolg wird. Die Fläche zwischen dem Friedhof und dem Supermarkt werde in nächster Zeit erschlossen, um dort ein Gebäude mit neuen Räumen für das MVZ zu errichten.
Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses, der 1,3 Millionen Euro kostet, sei auf der Zielgeraden. Dafür müsse heuer ein Darlehen von 800.000 Euro aufgenommen werden. Damit steige der Schuldenstand auf 1,52 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung von 880 Euro sei, fand Meier, „absolut im Rahmen“.
Die Stadt habe das ehemalige Kaplanshaus Altstadt 8 gekauft, um es zu einem Schmuckstück zu machen, und die Sanierung des alten Krankenhauses an der Stadtmauer 5 durch einen Investor laufe. Heuer, kündigte Meier an, solle aus Anlass der Kirchweih ein Markt stattfinden.
In der Bürgerversammlung informierte Caroline Kübler über das Quartiersmanagement und berichtete von verschiedenen Veranstaltungen im Rathaus. Außerdem stellte sie die neue Nachbarschaftshilfe vor. Anette Weißmann berichtete von der Neugestaltung des Friedhofs.
Er blicke, so schloss Meier, mit großer Dankbarkeit auf seine sechsjährige Amtszeit als Ornbauer Bürgermeister zurück. Er drückte die Hoffnung aus, dass es weiter ein gutes Miteinander im Stadtrat geben wird und wünschte der Stadt „viel Zusammenhalt“.