An diesem Samstag findet der Winter-CSD (Christopher Street Day) in Ansbach statt. Los ging es um 14 Uhr auf dem Martin-Luther-Platz. Die kleine Gegendemo der „Nationalen Jugend” (NJ) formierte sich ab 13 Uhr auf dem Johann-Sebastian-Bach-Platz. Um den CSD zu unterstützen, fand zudem eine Zubringerdemo vom Bahnhof aus statt.
Dort versammelten sich ab 12.30 Uhr Menschen aus dem linken und antifaschistischen Spektrum. Die Gruppe wuchs bis 13 Uhr auf ungefähr 150 Personen an, eher sich der Zug in Bewegung setzte. In einem Redebeitrag kündigte Lou Stark für den 20. November in den Räumlichkeiten des Vereins zur Förderung der fränkischen Subkultur die Gründung einer queeren Beratungsstelle in Ansbach an.
Vom Bahnhofsplatz aus ging es durch die Bischof-Meister-Straße Richtung Promenade. Zu hören war neben die queere Szene unterstützenden Ausrufen auch die Forderung nach einem freien Palästina und einem freien Gazastreifen. Die Polizei leitete die Demonstration die Promenade entlang, um ein Zusammentreffen mit den rechten Gegendemonstranten zu verhindern. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich am Johann-Sebastian-Bach-Platz lediglich eine Handvoll CSD-Gegner. Bis 13.45 Uhr hatten sich knapp 15 NJ-Sympathisanten eingefunden. Enorm war hingegen die Polizeipräsenz. Schon am Bahnhof hatten sich etwa 20 Einsatzfahrzeuge befunden.
Auf dem Martin-Luther-Platz angekommen, entschuldigten sich die linken Demonstrierenden noch bei den Händlerinnen und Händlern des Wochenmarktes, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgebaut hatten.
Organisiert wurde der CSD vom städtischen Jugendrat und Frankenpride unter dem Motto „Jetzt erst recht!”. Die Polizei hatte im Vorhinein der Veranstaltungen geschätzt, dass etwa 200 Teilnehmende beim CSD und etwa 50 auf Seite der Rechten stehen werden. Am Bach-Platz zeigte die Polizei von Beginn an mit sechs Bussen Präsenz. Am Ende waren es nach Polizeiangaben zirka 450 Teilnehmende an der CSD-Veranstatung sowie weitee rund 100, die sich der NJ entgegenstellten, während die Demonstration der extrem Rechten von – nach Polizeiangaben – 13 Personen besucht wurde.
Im Anschluss an die Kundgebungen in der Stadt setzte sich der Demonstrationszug durch die Innenstadt in Gang. Beide Seiten hatten angekündigt, laufen zu wollen – auf der gleichen Strecke. Die Polizei hatte daher geplant, die Gruppen auf Abstand zu halten.
Dies gelang auch bis kurz vor Ende der Demonstration der Rechtsexstremen. Diese endete vorzeitig auf der Promenade. Die Rückkehr in die Innenstadt hatte eine Sitzblockade von rund 20 Linksautonomen verhindert. Die Abschlusskundgebung, die bis kurz nach 16 Uhr ging, war zu diesem Zeitpunkt von rund 100 linken Demonstrierenden umschlossen und wurde mit Trillerpfeifen und Trommeln übertönt. Der CSD war da offiziell schon beendet worden. Die Polizei war allerdings mit zahlreichen Kräften vor Ort und hielt die beiden Gruppen auseinander, sodass bis zum späten Nachmittag (Stand 16.15 Uhr) alles friedlich blieb.