Die Tourismusorte in Franken kämpfen gegen nachlassendes Interesse an Wein, Wurst und Gesang. Mehr Vinotheken und Tagesbars für Wanderer und Radler im fränkischen Weinland, gut beworbene Jubiläen wie 200 Jahre Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, genussorientierte Flusskreuzfahrten auf dem Main sowie Städtetourismus etwa in Nürnberg sollen das Niveau zumindest stabil halten, wie der Tourismusverband Franken mitteilte. Der Verband ist ein Zusammenschluss vor allem touristisch interessierter Kommunen in der Region.
Auch große Musikereignisse, darunter die Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele, das Nürnberger Bardentreffen oder das Samba-Fest in Coburg zögen weiterhin Besucher an. Insgesamt ging die Zahl der Übernachtungen im vergangenen Jahr leicht um 0,4 Prozent auf 23,7 Millionen zurück, bei den Gästeankünften ergab sich ein leichtes Plus von 0,3 Prozent auf 10,47 Millionen. Der Tourismus in den Städten entwickelte sich besser als in ländlichen Regionen.
Hauptattraktion in Franken bleibt die Stadt Nürnberg mit ihrem weltberühmten Christkindlesmarkt und zahlreichen Messegästen mit 2,69 Millionen Gästen, gefolgt vom fränkischen Weinland mit rund 1,4 Millionen und der Region Romantisches Franken mit den historischen Städten Ansbach, Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl.
Ziel müsse es sein, die Gäste länger in Franken zu halten, sagte die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, Angelika Schäffer. Derzeit beträgt die durchschnittliche Verweildauer 2,3 Tage. Traditionell höher ist diese im Bädertourismus, der allerdings insgesamt ebenfalls unter Druck stehe. Die Zahl der Gästeankünfte ging in den fränkischen Kurbädern wie Bad Kissingen oder Bad Staffelstein im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent auf 804.190 zurück, die Zahl der Übernachtungen stieg dagegen auf 4,12 Millionen.
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