Die Firma Mekra Lang GmbH & Co. KG mit Sitz in Ergersheim im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Hersteller von Spiegelsystemen für die Automobilindustrie mit Fokus auf Nutzfahrzeugen, muss rund 70 Mitarbeitende entlassen. Das bestätigte Susanne Lang, geschäftsführende Gesellschafterin, am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion.
Regelmäßig berichte man in Mitarbeiterversammlungen über den aktuellen Stand der Wirtschaft und des Unternehmens. Im Oktober habe man aufgrund der wirtschaftlichen Lage in Deutschland angekündigt, diese Versammlungen enger zu takten, erklärte Susanne Lang.
Mehrere Mitarbeiterversammlungen fanden nun auch am Donnerstag statt. Die letzte Runde, die Nachtschicht, soll gegen 21.30 Uhr über die neuesten Entwicklungen informiert werden. „Wir mussten berichten, dass auch die Firma Mekra Lang von dem massiven wirtschaftlichen Einbruch betroffen ist.“ Bisherige Maßnahmen seien nicht ausreichend gewesen. Im vergangenen Jahr wurde beispielsweise das Weihnachtsgeld gestrichen.
Rund 70 Personen, die bislang am Standort Ergersheim beschäftigt waren, sind von einer Kündigung betroffen. Das entspreche, so die geschäftsführende Gesellschafterin, etwas weniger als vier Prozent der Mitarbeitenden am Standort Ergersheim. Zusätzlich müssten die Mitarbeitenden künftig neben dem Weihnachts- auch auf Urlaubsgeld verzichten, erklärte Lang weiter.
Wichtig sei dem Unternehmen gewesen, das Personal transparent zu informieren. Vertreter vom Arbeitsamt, der Diakonie und auch eine Sozialpädagogin waren am Donnerstag mit vor Ort, um Betroffene bei weiteren Schritten zu beraten.
Grund für die jetzigen Maßnahmen seien keine Auftragsverluste, betonte Susanne Lang im Gespräch mit unserer Redaktion. Stattdessen würden die Kunden des Unternehmens weniger Fahrzeuge verkaufen, was dazu führe, dass weniger Spiegel abgerufen werden. Die geschäftsführende Gesellschafterin fasste das als „reiner Umsatzrückgang auf Basis rückgängiger Verkaufszahlen in der Nutzfahrzeug-Industrie“ zusammen.
Der jetzige Schritt sei „sehr wohl abgewägt worden“, betonte Susanne Lang. In vielen Runden habe man darüber innerhalb der Geschäftsführung beraten. Auch seien Maßnahmen ergriffen worden, zum Beispiel stützende Zahlungen der Gesellschafter. „Das hat aber alles nicht gereicht.“
Susanne Lang ist davon überzeugt, dass der Umsatzrückgang nur temporär anhalten wird. Wann sich die Lage auf dem Wirtschaftsmarkt allerdings erholt, könne zum jetzigen Zeitpunkt niemand sagen. „Nach all den Rahmenbedingungen, die wir kennen und die wir in der Hand haben, ist das die Maßnahme, die wir brauchen, um durch die Krise zu kommen“, sagte Susanne Lang, die betonte, dass so 96 Prozent der Arbeitsplätze gesichert werden können. Zum jetzigen Zeitpunkt gehe sie deshalb nicht davon aus, dass noch weitere Arbeitsplätze abgebaut werden müssen. In die Zukunft könne freilich auch sie nicht schauen. „Wir werden flexibel reagieren – im Sinne unserer Mitarbeitenden.“ Zum Standort Ergersheim stehe man jedenfalls nach wie vor.