Im Fall des Messerangriffs auf einen 40-Jährigen in Heilsbronn richten sich die Augen von Oberstaatsanwalt Jonas Heinzlmeier zunehmend ins Ausland. Dort vermuten die Ermittler die Drahtzieher des gescheiterten mutmaßlichen Auftragsmords vom 6. Februar.
Der Fall ist gleich in mehrerlei Hinsicht international: So war der Mann, der den 40-Jährigen vor seiner Haustür in der St.-Gundekar-Straße niedergestochen haben soll, zusammen mit seinem Helfer sofort nach der Tat über Frankreich nach Großbritannien geflohen. Dort hatte ihn die britische Polizei nach wenigen Wochen festnehmen und nach Deutschland ausliefern können. Ihm steht im Herbst der Prozess in Ansbach bevor.
Sein Komplize wiederum schaffte es, in die Türkei zu gelangen. Dort vermutet ihn die Ansbacher Staatsanwaltschaft. Sie hat deshalb ein Ersuchen bei den dortigen Behörden eingereicht, den Fall zu übernehmen. Der Verdächtige ist türkischer Staatsbürger. Eine Auslieferung lehnt das Land deshalb ab.
Doch für die Ermittler wird es in Sachen multinationaler Polizeiarbeit noch komplexer: Wie Heinzlmeier berichtet, sitzt der vermutete Auftraggeber für den Mordversuch in Frankreich. Nähere Details zu dieser Person will der Oberstaatsanwalt mit Verweis auf ermittlungstaktische Gründe nicht nennen, auch nicht zu den Motiven. Nur so viel: Die französischen Behörden seien bereits über den Fall informiert. Ein entsprechendes Ersuchen zur Übernahme der Strafverfolgung sei gerade in Vorbereitung. Heißt: Die Franzosen sollen nach Möglichkeit auf Basis der deutschen Beweise weiter gegen die Person vorgehen. Sollten sie das nicht tun, werde eine Bitte um Auslieferung in Betracht gezogen.
Doch auch diese Person könnte laut Heinzlmeier nur ein Mittelsmann für die zwei mutmaßlichen Attentäter gewesen sein. Der eigentliche Auftrag für den Angriff auf den 40-Jährigen könnte aus der Türkei gekommen sein. Diese ominösen Drahtzieher im Hintergrund will die Staatsanwaltschaft ebenfalls belangen. Dazu würde derzeit geprüft, ob Möglichkeiten bestehen, mit einem Rechtshilfeersuchen auch in diesem Fall Ermittlungen in der Türkei anzustoßen.
Mehr Erkenntnisse über die Tat vom 6. Februar erhofft sich Heinzlmeier auf jeden Fall aus dem bevorstehenden Gerichtsprozess gegen den 26 Jahre alten Angeklagten. „Da sind wir schon gespannt, was sich ergibt.” Im Zuge der Ermittlungen zeigte sich der Mann jedenfalls bereits geständig und durchaus bereit zur Kooperation.