Messerattacke auf der Kirchweih in Markt Bibart: Was wurde aus dem Fall? | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 15.11.2024 10:58

Messerattacke auf der Kirchweih in Markt Bibart: Was wurde aus dem Fall?

Vor dem Festzelt zur Kirchweih in Markt Bibart kam es zu der blutigen Auseinandersetzung. (Archivbild: Andreas Reum)
Vor dem Festzelt zur Kirchweih in Markt Bibart kam es zu der blutigen Auseinandersetzung. (Archivbild: Andreas Reum)
Vor dem Festzelt zur Kirchweih in Markt Bibart kam es zu der blutigen Auseinandersetzung. (Archivbild: Andreas Reum)

Beinahe wäre ein 39-Jähriger am 22. Oktober 2023 mitten auf der Kirchweih in Markt Bibart getötet worden. Lebensbedrohlich wurde er durch Stiche verletzt. Wohl nur dank des schnellen Eingreifens von Ersthelfern überlebte der Mann. Die Tat hatte den Ort aufgewühlt. Doch bei den Ermittlungen tritt die Polizei weiter auf der Stelle - aus frustrierendem Grund.

Denn die Person, die als tatverdächtig gilt, ist einfach nicht zu finden. Für den damals 22-Jährigen liegt weiter ein Haftbefehl vor, ausgestellt auf versuchten Totschlag, wie Heike Klotzbücher von der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth berichtet. Doch der junge Mann hatte sich schon damals wohl flugs ins osteuropäische Ausland abgesetzt, vermutet die Polizei. Entsprechend schwer gestaltet sich die Suche nach ihm.

Der 39-Jährige überlebte die Attacke in Markt Bibart nur knapp

Das Opfer und der 22-Jährige waren nach Kenntnisstand der Polizei in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober in der Nähe des Festzelts aneinandergeraten. Womöglich soll auch ein weiterer 22-Jähriger in den Disput involviert gewesen sein. Alle drei besitzen die bosnische Staatsangehörigkeit. Im Verlauf der Auseinandersetzung wurde dem 39-Jährigen erst eine Glasflasche über den Kopf gezogen. Dann erlitt er schwerste Stichverletzungen. Wie Christian Seiler, Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken, nun erklärt, sei von einem Messer als Tatwaffe auszugehen. Das hätten die Ermittler aber nicht gefunden.

Markt Bibarts Feuerwehrkommandant Benedikt Roos war einer der ersten am Tatort. „Natürlich war da überall Blut”, erinnerte er sich kurz nach dem Vorfall gegenüber der FLZ. Zusammen mit anderen Ersthelferinnen und -helfern drückte er die Wunden des Verletzten mit Zewa und Taschentüchern ab, später dann mit Kompressen. Um das Leben des 39-Jährigen stand es zwischenzeitlich Spitz auf Knopf.

In Markt Bibart handelten nach der Gewalttat gegen einen 39-Jährigen sofort etliche Ersthelfer, bis der Rettungsdienst eintraf. (Symbolbild: Christopher Neundorf/dpa)
In Markt Bibart handelten nach der Gewalttat gegen einen 39-Jährigen sofort etliche Ersthelfer, bis der Rettungsdienst eintraf. (Symbolbild: Christopher Neundorf/dpa)

Markt Bibart bestürzt: Ersthelfer beschreibt Szenen am Tatort

Nach der Stich-Attacke auf einen 39-Jährigen an der Kirchweih eilte Benedikt Roos blitzschnell zu Hilfe. Stolz ist er auf die Reaktionen der anderen.
23.10.2023 11:18
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Am Tag danach stand Markt Bibart unter Schock. „Die Stimmung war schon bedrückt, das war natürlich Gesprächsthema Nummer 1 im Ort”, äußerte sich Bürgermeister Klaus Nölp. Kurzerhand sagten die Ortsburschen den geplanten Kerwa-Umzug ab.

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Die Tat verjährt erst 2043

Währenddessen ermittelte die Mordkommission. Während der eine 22-Jährige nicht aufzufinden war, wurde der zweite mutmaßlich beteiligte 22-Jährige festgenommen. Gegen ihn erhärtete sich der Verdacht aber nicht, unmittelbar an dem Angriff beteiligt gewesen zu sein. Er kam auf freien Fuß. Inzwischen wurde auch das Verfahren gegen ihn eingestellt, wie Oberstaatsanwältin Klotzbücher mitteilt: „Man konnte nicht nachweisen, dass er schuldhaft agiert hat.”

Bleibt die Suche nach dem untergetauchten anderen 22-Jährigen. Gegen ihn besteht weiterhin ein Europäischer Haftbefehl. Konkrete Hinweise auf den Aufenthaltsort des Mannes habe die Polizei nicht, sagt Sprecher Seiler.

Sicher fühlen braucht sich der Gesuchte so schnell jedenfalls nicht. Solange der Haftbefehl gilt, können in- und ausländische Behörden den 22-Jährigen jederzeit festnehmen. Auffallen könnte er zum Beispiel bei Polizei- und Grenzkontrollen. Verjähren würde der Fall erst im Oktober 2043, sagt Klotzbücher.


Johannes Hirschlach
Johannes Hirschlach
Redakteur für Digitales
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