Metzgerei Jacob in Ansbach: Warum ist die Filiale im Brücken-Center dicht? | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 09.01.2025 07:00

Metzgerei Jacob in Ansbach: Warum ist die Filiale im Brücken-Center dicht?

Die Auswahl an Wurst und Schinken in der Stadt ist wieder etwas weniger geworden. Im Brücken-Center hat die Filiale der Metzgerei Jacob zugemacht. Das aber hat etwas überraschend gar nichts mit der Metzgerei Jacob, sondern mit einem speziellen Geschäftsmodell zu tun.

Kurz vor Weihnachten saß der Schreck so manchen Kunden in den Gliedern. Die Metzgerei im Brücken-Center hatte kurzfristig dicht gemacht. „Bis auf Weiteres geschlossen“, steht bis heute auf einem weißen Blatt Papier, das auf der verschlossenen Ladenzeile angebracht ist. Allerdings konnten Kunden, die etwa ihren Braten vorbestellt hatten, die entsprechenden Waren bei der Jacob-Filiale im Kaufland in der Ritter-von-Lang-Allee abholen.

Der Stammsitz ist in Emskirchen

Doch was war passiert? Immerhin verfügt die Metzgerei Jacob, die ihren Stammsitz mit „Fränkischen Wurst- und Schinkenspezialitäten“ in Emskirchen hat, laut eigener Internetseite über insgesamt 14 Verkaufsstellen – von Fürth bis Höchstadt und Rothenburg. Offensichtlich ein gut gehendes Unternehmen.

Die Filiale im Brücken-Center wurde allerdings nicht direkt von der Firma Jacob betrieben, sie war – vereinfacht ausgedrückt – untervermietet. Das basiert auf dem Prinzip der Franchisenahme, dem sich inzwischen auch Metzgereien bedienen. Dabei wird in einer Kooperation vertraglich festgelegt, dass der Franchisenehmer die Marke und das Geschäftsmodell des Franchisegebers gegen Zahlung einer Gebühr nutzen kann.

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Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört: die Metzger Wolfgang und Günther Walz sowie ihre langjährige Mitarbeiterin Monika Wald (von links) hinterm Verkaufstresen. (Foto: Andrea Walke)
Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört: die Metzger Wolfgang und Günther Walz sowie ihre langjährige Mitarbeiterin Monika Wald (von links) hinterm Verkaufstresen. (Foto: Andrea Walke)

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Die Insolvenz kam „überraschend“ zum Jahresende

Im Brücken-Center hatte das bis Dezember gut funktioniert. Zuvor war noch die heiße Theke an den Verkaufstresen angegliedert worden. Dann aber musste die Betreiberfamilie Specht für die Geschäftsführung des Brücken-Centers „überraschend“ zum Jahresende Insolvenz anmelden. Die Hintergründe sind derweil unklar. Eine mehrfache Anfrage unserer Redaktion bei Metzgerei-Chef Harald Jacob blieb ohne Reaktion. Laut Homepage der Metzgerei bleibt die Filiale im Brücken-Center dauerhaft geschlossen.

Das deckt sich mit den Informationen von BC-Geschäftsführer Andreas Schmid. Er wartet in diesen Tagen darauf, dass der Insolvenzverwalter mit ihm Kontakt aufnimmt, um das weitere Vorgehen zu klären. „Er hat die Hand darauf“, sagt Schmid, der „gleichzeitig nach guten Lösungen“ für eine Nachfolge sucht. Derzeit ist die nur wenige Schritte entfernte Metzgerei Krug im Rewe-Markt die einzige Alternative im Brücken-Center.

Wieder ein Metzger oder eine Gastronomie geplant

„Es wird dort wieder einen Metzger oder eine Gastronomie geben“, kündigt der Geschäftsführer an. Allerdings steht noch kein Zeitplan für eine Nachfolge. „Das kann schnell gehen, das kann sich aber auch etwas hinziehen“, erklärt Schmid, der nichts übers Knie brechen will. Das Motto ist dabei aus seiner Sicht klar: „Wir setzen lieber auf ein tragfähiges Konzept als auf eine schnelle Lösung, die dann nicht funktioniert.“

Im Brücken-Center hat die Filiale der Metzgerei Jacob dauerhaft geschlossen. Der Betreiber hatte Insolvenz angemeldet. (Foto: Florian Pöhlmann)
Im Brücken-Center hat die Filiale der Metzgerei Jacob dauerhaft geschlossen. Der Betreiber hatte Insolvenz angemeldet. (Foto: Florian Pöhlmann)
Im Brücken-Center hat die Filiale der Metzgerei Jacob dauerhaft geschlossen. Der Betreiber hatte Insolvenz angemeldet. (Foto: Florian Pöhlmann)

Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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