Elf Menschen und ein Hund haben sich am Samstag zu einer Kundgebung vor den Barton Barracks in Ansbach versammelt. Nach Angaben der Verantwortlichen ging es um eine „Emanzipation von der Trump-Regierung“ sowie die „Rückgabe der von der US-Armee genutzten Flächen“.
Vor Beginn der Kundgebung schaute noch eine Streife der Polizei vorbei und kontrollierte die mitgeführte Flagge, die noch zusammengerollt war, im Hinblick auf verbotene Zeichen. Das darauf abgebildete Logo von „Etz langt’s“ hatte aufgrund seines rot-weiß-schwarzen Designs offenbar für Irritationen gesorgt.
Bündnis-Sprecher Boris-André Meyer wies in seiner Rede darauf hin, dass der Amtsantritt Donald Trumps am 20. Januar als Präsident der Vereinigten Staaten „auch auf Deutschland einige unmittelbare Auswirkungen hat“. Amerika sei die deutsche Exportwirtschaft „ein Dorn im Auge“, der US-amerikanische Tech-Milliardär Elon Musk beeinflusse die Bundestagswahl zugunsten der AfD. Die zweite Präsidentschaft Trumps diene nicht der Sicherheit Deutschlands, sondern gefährde Frieden, Wohlstand und Demokratie. Deshalb müsse die Stationierung amerikanischer Soldaten hierzulande hinterfragt werden.
Eine Rückgabe des Kasernengeländes bietet nach Überzeugung der Bürgerinitiative eine „Jahrhundert-Chance“, dort die Ansbacher Hochschule zu erweitern. „Die Stadt würde sich hervorragend entwickeln können mit einem Medien-Campus.“ Um eine zivile Umnutzung zu erreichen, brauche es eine „mutige Stadtpolitik“.
Die Forderung „Make America home again“ sei keineswegs als „anti-amerikanischer Reflex“ zu verstehen, so Meyer. Im Gegenteil: Es würde schließlich auch den Kasernierten ermöglichen, zurück nach Hause zu kommen. Als Touristen oder Studenten – ohne Waffen – seien sie „jederzeit willkommen“.
Trump hatte während seines Wahlkampfs mehrfach eine Reduzierung der in Europa stationierten Truppen in Aussicht gestellt. Eine Armee-Sprecherin teilte gegenüber der FLZ im November jedoch mit, dass die Wahl zumindest vorerst keine Konsequenzen für die in Ansbach und Katterbach stationierten Soldaten hat. Auch OB Thomas Deffner hatte eine zivile Umnutzung als unrealistisch bezeichnet, zumal die Grundstücke dem Bund gehören.
Wie ein Erwerb der Flächen mit Blick auf die knappe Haushaltssituation der Stadt Ansbach finanziert werden soll, kam bei der Kundgebung nicht zur Sprache.