Mini-Demo gegen Flächen für die US-Armee vor den Ansbacher Barton Barracks | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 20.01.2025 10:33

Mini-Demo gegen Flächen für die US-Armee vor den Ansbacher Barton Barracks

Elf Menschen und ein Hund haben sich am Samstag zu einer Kundgebung vor den Barton Barracks in Ansbach versammelt. Nach Angaben der Verantwortlichen ging es um eine „Emanzipation von der Trump-Regierung“ sowie die „Rückgabe der von der US-Armee genutzten Flächen“.

Vor Beginn der Kundgebung schaute noch eine Streife der Polizei vorbei und kontrollierte die mitgeführte Flagge, die noch zusammengerollt war, im Hinblick auf verbotene Zeichen. Das darauf abgebildete Logo von „Etz langt’s“ hatte aufgrund seines rot-weiß-schwarzen Designs offenbar für Irritationen gesorgt.

Auswirkungen auf Deutschland

Bündnis-Sprecher Boris-André Meyer wies in seiner Rede darauf hin, dass der Amtsantritt Donald Trumps am 20. Januar als Präsident der Vereinigten Staaten „auch auf Deutschland einige unmittelbare Auswirkungen hat“. Amerika sei die deutsche Exportwirtschaft „ein Dorn im Auge“, der US-amerikanische Tech-Milliardär Elon Musk beeinflusse die Bundestagswahl zugunsten der AfD. Die zweite Präsidentschaft Trumps diene nicht der Sicherheit Deutschlands, sondern gefährde Frieden, Wohlstand und Demokratie. Deshalb müsse die Stationierung amerikanischer Soldaten hierzulande hinterfragt werden.

Eine Rückgabe des Kasernengeländes bietet nach Überzeugung der Bürgerinitiative eine „Jahrhundert-Chance“, dort die Ansbacher Hochschule zu erweitern. „Die Stadt würde sich hervorragend entwickeln können mit einem Medien-Campus.“ Um eine zivile Umnutzung zu erreichen, brauche es eine „mutige Stadtpolitik“.

Das könnte Sie auch interessieren
Warten auf Alarm im Krieg: Ein Herrieder und ein Lichtenauer leben in JerusalemLichtmesstag in Triesdorf: Wie fahren und arbeiten die Schlepper der Zukunft?Studycheck Awards: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist unter den Top 10Studierende aus Aachen testen Rothenburg: Mit welchen Ideen geht die Stadt voran?FOS Triesdorf: Erste Radiosendung von Schülern läuft auf Ansbacher Hochschulradio„Professorin des Jahres 2025” arbeitet bei der Hochschule Ansbach„Glühweinmarsch” durch Weidenbach: 300 Studierende lösen Polizeieinsatz ausTriesdorfer Forschende sollen auf COP30 in Belém sprechen – dann bricht Feuer ausGefahr für Ansbach durch US-Militär: Journalist warnt vor RaketenstationierungAndreas Zumach spricht über die Gefährdung von Ansbach durch die aktuelle PolitikQuinoa und Buchweizen aus Triesdorf und der Region: Wie kann das funktionieren?Professor Dr. Hirte: Zwischen dem Kriminalmuseum Rothenburg und der Schiller-UniLernen und arbeiten: Am Rothenburger Campus gibt es auch einen Co-Working-SpaceFeier von Studierenden in Triesdorf: Polizei muss zwei Schlägereien beendenIn Burgoberbach wagt ein Fachbetrieb mehr digitale Innovation

Die Forderung „Make America home again“ sei keineswegs als „anti-amerikanischer Reflex“ zu verstehen, so Meyer. Im Gegenteil: Es würde schließlich auch den Kasernierten ermöglichen, zurück nach Hause zu kommen. Als Touristen oder Studenten – ohne Waffen – seien sie „jederzeit willkommen“.

Trump hatte während seines Wahlkampfs mehrfach eine Reduzierung der in Europa stationierten Truppen in Aussicht gestellt. Eine Armee-Sprecherin teilte gegenüber der FLZ im November jedoch mit, dass die Wahl zumindest vorerst keine Konsequenzen für die in Ansbach und Katterbach stationierten Soldaten hat. Auch OB Thomas Deffner hatte eine zivile Umnutzung als unrealistisch bezeichnet, zumal die Grundstücke dem Bund gehören.

Wie ein Erwerb der Flächen mit Blick auf die knappe Haushaltssituation der Stadt Ansbach finanziert werden soll, kam bei der Kundgebung nicht zur Sprache.

„Make America home again“ fordern die Teilnehmer der Kundgebung auf einem Transparent. (Foto: Andrea Walke)
„Make America home again“ fordern die Teilnehmer der Kundgebung auf einem Transparent. (Foto: Andrea Walke)
„Make America home again“ fordern die Teilnehmer der Kundgebung auf einem Transparent. (Foto: Andrea Walke)

Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
north