Mittelschule in Rothenburg: „Überraschungspakete” bei den Kosten | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 09.02.2024 12:01

Mittelschule in Rothenburg: „Überraschungspakete” bei den Kosten

Die Sanierung der Valentin-Ickelsamer-Mittelschule wird im Punkt Gebäudeautomation deutlich mehr kosten als bisher erwartet. Dazu wurde eine Sondersitzung des Schulverbandes einberufen, um zu klären, woher die Mehrkosten stammen. (Foto: Irmeli Pohl)
Die Sanierung der Valentin-Ickelsamer-Mittelschule wird im Punkt Gebäudeautomation deutlich mehr kosten als bisher erwartet. Dazu wurde eine Sondersitzung des Schulverbandes einberufen, um zu klären, woher die Mehrkosten stammen. (Foto: Irmeli Pohl)
Die Sanierung der Valentin-Ickelsamer-Mittelschule wird im Punkt Gebäudeautomation deutlich mehr kosten als bisher erwartet. Dazu wurde eine Sondersitzung des Schulverbandes einberufen, um zu klären, woher die Mehrkosten stammen. (Foto: Irmeli Pohl)

„Wie viele Überraschungspakete haben Sie noch?“, fragte Oberbürgermeister Dr. Markus Naser den Projektsteuerer der Valentin-Ickelsamer-Mittelschule, Dieter Seiboth, in der Schulverbandsversammlung. Es gab deutliche Erhöhungen der Sanierungskosten zu verzeichnen – wieder einmal.

Zur Tagesordnung gab es vonseiten der Teilnehmenden keine Fragen, so konnte OB Naser in seiner Funktion als Verbandsvorsitzender gleich zu den wichtigen Fragen übergehen. „Bei Punkt 2.1 Gebäudeautomation haben wir Mehrkosten zu verzeichnen, die das Sechsfache betragen. Da frage ich mich schon, warum“, so Naser. Deshalb habe er diese „Sondersitzung“, wie er sie nannte, einberufen. Es gelte das dringend zu klären.

Lüftungstechnik und Wärmedämmung

Abgesegnet werden sollten laut der Tagesordnung drei verschiedene Aufträge. Diese betreffen die Gebäudeautomation, die Lüftungstechnik und die Wärmedämmung der Valentin-Ickelsamer-Mittelschule, die seit inzwischen eineinhalb Jahren generalsaniert wird.

Sauer aufgestoßen war dem Oberbürgermeister die Kostenerhöhung beim Punkt Gebäudeautomation. Veranschlagt waren Kosten in Höhe von 121.000 Euro, so Naser. Nun liegt ein Angebot mit der Summe von rund 728.000 Euro vor.

Seiboth beschwichtigte zunächst einmal. „In der Endsumme verändert sich an sich erstmal nicht so viel.“ Es habe Abweichungen bezüglich des Punktes Gebäudeautomation gegeben, gestand er ein. Jedoch gebe es dafür auch Gründe. Man rechne aktuell mit einer Erhöhung der Kosten bezüglich der haustechnischen Anlagen zwischen geschätzt 1,3 und 1,8 Millionen Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Daraufhin warf Naser ein: „Dann stimmt doch aber etwas nicht, da ist doch etwas schiefgelaufen – aber was?“ Andy Althof, Planer der Haustechnik, antwortete ihm: „Es liegen tatsächlich Fehler vor.“ Anscheinend seien vom Vorgänger die verschiedenen Kostengruppen vermischt worden – dadurch sei es unter anderem zu den aktuellen Verschiebungen gekommen.

Naser ärgert sich über „Überraschungspakete”

„Wie viele solche Ein-Millionen-Überraschungspakete haben Sie noch?“, fragte daraufhin Naser sichtlich gereizt. Die Kostenberechnung sei eindeutig falsch gewesen, so der OB. Der Fehler liege nicht beim jetzigen Planungsbüro – dieses müsse nun „die Scherben aufkehren“, betonte Naser.

Seiboth traf daraufhin die Vorhersage, dass nun eigentlich keine großen Vergaben mehr anstehen und somit auch keine „großen Überraschungspakete“ mehr kommen.

Es seien lediglich noch zwei Kostengruppen offen, auch könne er sich vorstellen, dass man an der ein oder anderen Stelle noch 300.000 bis 400.000 Euro einspare. So käme man dann im Endergebnis auf eine Erhöhung der Kosten um 1,4 Millionen Euro. Es könne aber auch zu weiteren Überraschungen kommen. „Überraschungen können auch positiv sein“, wurde daraufhin eingeworfen. Der Einwurf sorgte trotz der zeitweise eher angespannten Stimmung für Erheiterung. Jedoch musste Seiboth direkt enttäuschen: „Die Chance, dass wir bei anderen Anlagen günstiger werden, schätze ich als sehr gering ein.“

Schule soll im Sommer 2025 fertig sein

Nach all den Diskussionen kam es zur Abstimmung. Der Auftrag für die Gebäudeautomation der Mittelschule wird an eine Firma aus Nürnberg vergeben. Der Beschluss erfolgte einstimmig. Laut Karin Binder von der zentralen Vergabestelle hatte zur Ausschreibung nur ein Angebot vorgelegen.

Beim Angebot für die Wärmedämmung meldete Andy Althof Bedenken an. Man habe mit der Firma bereits Probleme gehabt, unter anderem bei der Abrechnung. Diese seien aber schriftlich geklärt worden, so der Planer. „Ist das dokumentiert?“, fragte Naser, woraufhin Althof bejahte. Danach wurde einstimmig beschlossen, den Auftrag an eine Firma aus Mühlheim an der Ruhr zu vergeben.

Bezüglich der Lüftungstechnik hatte lediglich eine Firma aus Ellwangen ein Angebot geliefert – dieses lag etwa zehn Prozent über dem geschätzten Wert von 1,5 Millionen Euro. Das sei normal und vertretbar, freute sich Naser. Auch dieser Tagesordnungspunkt wurde einstimmig akzeptiert. Fertiggestellt wird die Schule laut Projektleiterin Jutta Gibbert im Sommer 2025.


Irmeli Pohl
Irmeli Pohl
Volontärin
north