Der Sommer naht. Und mit ihm die ersten Premieren auf der Dinkelsbühler Freilichtbühne. Intendantin Jasmin Meindl freut sich auf ihre ersten Sommerfestspiele. Weit gediehen sind aber auch die Vorbereitungen für die Wintersaison. Grund genug für Meindl, kurz in den „Herbst-Winter-Modus” zu wechseln, um den Spielplan vorzustellen.
„Mitten im Leben” lautet das Motto der Winterspielzeit 2026/2027 am Landestheater. „Deswegen”, erläutert die Intendantin, „weil bei uns ab Herbst auf der Bühne sehr viel gestritten, sehr viel gelogen wird”. Was nicht ausschließt, dass die Figuren einander wieder näherkommen und die Theaterleute mit ihnen auf der Suche nach der Wahrheit sind.
Ausgewählt haben Jasmin Meindl und ihr Referent Christian Muggenthaler dafür durchweg Stücke, die das Prädikat „Klassiker” verdienen: Komödien, die nicht nur auf deutschen Bühnen viel gespielt werden und auf unterschiedlichste Art herausragend sind. Ziemlich französisch sei der Spielplan geworden, stellt die Intendantin fest.
Sieben Neuproduktionen wird es geben, zwei davon für Kinder, eine für Jugendliche. „Kunst” von Yasmina Reza macht den Anfang. Es folgen Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug” und „Die Affäre Rue de Lourcine” von Eugène Labiche. Die Komödie sei ein tolles Stück für Silvester, findet die Intendantin.
Jasmin Meindl und Christian Muggenthaler schreiben wieder ein eigenes Abendstück fürs Landestheater: „Der Autor und sein Prinz.” Mit dem Autor ist Antoine de Saint-Exupéry gemeint, mit dem Prinzen dessen Welterfolg „Der kleine Prinz”. Das Familienstück zur Weihnachtszeit wird die Adaption eines Bilderbuchklassikers werden: „Petterson und Findus bekommen Weihnachtsbesuch.” Für Kleinkinder soll es ebenfalls eine neue mobile Produktion geben. Die Verhandlungen mit dem Verlag laufen noch, so Christian Muggenthaler. „War doch nur Spaß”, das neue Klassenzimmerstück greift das Thema Mobbing.
Drei Produktionen aus der vorherigen Saison, was neu ist für das Landestheater, werden wieder aufgenommen: das Familiendrama „Die Erbschaft”, die Valentin-Karlstadt-Hommage „Dann haben Sie eben eine andere Weltanschauung” und das Klassenzimmerstück „Mit gefesselten Fäusten”. Der Grund liegt für Jasmin Meindl auf der Hand: „Es wäre unsinnig und unwirtschaftlich, Stücke abzusetzen, die bis zum Schluss ausverkauft waren.” Außerdem seien die Abendstücke als Gastspiele nach Ravensburg verkauft worden. Nachgeholt wird „Der geflügelte Froschgott”, der krankheitshalber verschoben werden musste. Fortsetzen wird Christian Muggenthaler seine Reihe „Lyrik ist nicht schwyrik”, die sehr gut angenommen worden sei.
Dass das Theater bei der Vermittlung von Werten eine wichtige Aufgabe habe, das machte Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer bei der Pressekonferenz deutlich. Für ihn gehört das Landestheater unabdingbar zu Dinkelsbühl. Weswegen er den Zuschuss für die Bühne nicht deckeln will, was bei steigenden Kosten eine Kürzung bedeuten würde. Hammer: „Das Theater hat vor uns existiert und es wird noch existieren, wenn wir nicht mehr da sind.”