Die Abfallwirtschaft auf der Müllumladestation und Deponie bei Aurach für Bürger und Gewerbetreibende aus Stadt und Landkreis Ansbach geht richtig ins Geld. Der Verwaltungshaushalt für 2023 steigt um 35 Prozent von 9,3 auf 12,6 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt um 275 Prozent auf 16,4 Millionen Euro.
Alexandra Haas, Kämmerin des Abfall-Zweckverbandes für Stadt und Landkreis Ansbach, erläuterte in der jüngsten Sitzung im Ansbacher Landratsamt die wichtigsten Zahlen des aktuellen Haushalts. Landrat Dr. Jürgen Ludwig ist Vorsitzender des Zweckverbandes. Das Gremium der Verbandsräte war ausgedünnt, aber beschlussfähig.
Als Gründe für die Zuwächse im Verwaltungshaushalt nannte die Kämmerin die hohe Inflation, aber auch gestiegene Kosten für Unterhalt und Wartung der Anlagen sowie der eingesetzten Fahrzeuge. Erstmals habe man auch Mittel für Leihmaschinen und -fahrzeuge im Haushalt eingestellt, um auf Ausfälle vorbereitet zu sein.
Es gebe auch Bedarf an einer einheitlichen Dienstkleidung, um sich mit einem betrieblichen Erscheinungsbild darzustellen. Einkalkuliert sind auch Ausgaben für externe Dienstleistungen durch Dritte, wenn mit Machbarkeitsstudien und Gutachten Entscheidungsgrundlagen zum weiteren Deponiebetrieb geschaffen werden. Erhöht habe sich auch die Sachkosten- und Personalkostenerstattung an den Landkreis durch tarifliche Erhöhungen, Neueinstellungen und Stundenerhöhungen, so die Kämmerin.
Im Vermögenshaushalt sind die Investitionen veranschlagt. Für die Deponie soll eine Sickerwasserreinigungsanlage gebaut werden. Sickerwasser des Müllbetriebs enthält Verunreinigungen, etwa durch Schwermetalle, Ammoniumsalze oder Kohlenwasserstoffe, das in separaten Leitungen erfasst und anschließend gereinigt wird. Rund fünf Millionen Euro sind für die Maßnahme eingeplant. Heuer sei keine Kreditaufnahme vorgesehen und es müssten keine Schulden gemacht werden.
In der Finanzplanung bis 2026 hat die Kämmerin den voraussichtlichen Kapitalbedarf für weitere anstehende Maßnahmen ermittelt. Es geht um bauliche und technische Ertüchtigung, Brandschutz, Wetterschutz und Arbeitssicherheit, erläuterte sie.
Auf Nachfragen von Verbandsrat Hannes Hüttinger (BAP) zu Kosten der geplanten Tiefbaumaßnahmen sprach der Geschäftsführer des Zweckverbandes, Rainer Geppert, von großen Unwägbarkeiten. Mit einer Kernbohrung im bestehenden Sickerwasserbecken wolle man der Ursache für den Schadensfall auf den Grund gehen. Handelt es sich um ein Grundwasserproblem oder einen baulichen Mangel? Eine schwarze Abdichtung sei seinerzeit wie ein Estrich eingelegt und anschließend mit der Betonplatte vergossen worden. Das weitere Vorgehen sei auf das konkrete Ergebnis der Untersuchung ausgerichtet. „Eine Art der Sanierung wird kommen müssen“, so Geppert.
Isabella Hirsch (Grüne) wollte wissen, warum der Zweckverband seinen aktuellen Haushalt so spät aufstellt. Auch fragte sie, wie der Plan zur Abdeckung des alten Abfallbergs aussieht, der sich meterhoch über den Sickerwasserrohren türmt und wie sich die personellen Veränderungen auf die Teamarbeit auswirken.
Zur Personalsituation wollte sich der Verbandsvorsitzende in der öffentlichen Sitzung nicht äußern und verwies auf den nicht öffentlichen Teil der Versammlung. Die späte Haushaltsaufstellung begründete der Geschäftsführer mit einer krankheitsbedingten Verzögerung.
„Mit der Abdeckung des Abfalls müssen wir uns Gedanken machen, was wir wollen“, erläuterte Geppert. Es gebe Überlegungen, so lange abzuwarten, bis die Sickerwasserreinigungsanlage in Betrieb sei, um das zusätzlich anfallende belastete Oberflächenwasser aufnehmen zu können.
Dass der Internet-Auftritt des Zweckverbandes „veraltet“ ist, wie Isabella Hirsch monierte, räumte die Verwaltung ein. Man sei dabei, die Seiten zu aktualisieren und in Kürze neu zu starten, hieß es.
Rund 100 Tonnen Abfall werden täglich auf der Müllumladestation und Deponie bei Aurach aus Stadt und Landkreis Ansbach angeliefert. Den Großteil bringen die Müllfahrzeuge mit Inhalten aus Restmülltonnen oder Sperrmüll. Auf der Müllumladestation überwachen Maschinisten die Leerung der Müllfahrzeuge in Zwischenlagerboxen. Dort wird der Abfall in Container verladen und mit Lastwagen ins Müllheizkraftwerk nach Würzburg gebracht, wo bei der Verbrennung Heizenergie für das Wärmenetz der Stadt und elektrischer Strom entsteht.