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Veröffentlicht am 15.07.2026 12:54, aktualisiert am 15.07.2026 14:18

München will Büros zu Wohnungen machen

In den Ten Towers sollen Studentenwohnungen entstehen. (Foto: Peter Kneffel/dpa)
In den Ten Towers sollen Studentenwohnungen entstehen. (Foto: Peter Kneffel/dpa)
In den Ten Towers sollen Studentenwohnungen entstehen. (Foto: Peter Kneffel/dpa)

Aus leerstehenden Büros in München sollen Wohnungen werden. Der Planungsausschuss des Stadtrates beschloss die Einrichtung einer Umbauagentur, die sich darum kümmern soll. Wie das Planungsreferat mitteilte, wurde der Beschluss einstimmig gefasst. Er muss allerdings noch vom Stadtratsplenum bestätigt werden. Die Agentur soll mit zwölf Stellen ausgestattet werden. 

Mit der Einrichtung der Umbauagentur setzt Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) ein zentrales Wahlkampfversprechen um. Aus seiner Sicht gibt es bei Gewerbeflächen viel Potenzial für dringend benötigten Wohnraum in der bayerischen Landeshauptstadt. 

Schon im Februar hatte der Stadtrat mit den Ten Towers ein Pilotprojekt auf den Weg gebracht. In dem früheren Bürogebäude im Münchner Osten sollen Wohnungen für Auszubildende und Studenten entstehen.

Rund 1,8 Millionen Quadratmeter Büroflächen stehen leer

„In München stehen rund 1,8 Millionen Quadratmeter Büroflächen leer. In Zeiten von explodierenden Mieten und Wohnungsknappheit darf sich München diesen Leerstand nicht länger leisten“, sagte Krause. Die Mieten in der Landeshauptstadt gehören zu den bundesweit höchsten. Die Wohnungsnot in der wachsenden Stadt sei eines der drängendsten politischen Probleme. 

Ähnlicher Ansatz in Frankfurt

Ganz neu ist das, was München nun vorhat, nicht. „Kommunale Ansätze zur Umnutzung von Gewerbeimmobilien sind grundsätzlich bekannt“, heißt es aus dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Frankfurt am Main verfolge beispielsweise einen solchen Ansatz ebenfalls. 

Systematische Erhebungen lägen zwar nicht vor. „Aus der kommunalen Praxis zeigt sich jedoch, dass insbesondere zentrale Beratungsangebote und eine enge Begleitung von Eigentümerinnen und Eigentümern dazu beitragen können, Umnutzungspotenziale besser zu erschließen“, sagt ein Sprecher des Bundesinstitutes. „Gerade die Bündelung von Beratung und die Begleitung von Genehmigungsverfahren erleichtern es, bestehende Gebäude schneller für Wohnzwecke nutzbar zu machen.“

Bundesweit fehlen 320.000 Wohnungen – pro Jahr

Dass neue Wohnungen vor allem in den großen deutschen Städten dringend nötig sind, zeigt eine Zahl: 320.000. So viele neue Wohnungen werden nach Angaben des BBSR bis 2030 pro Jahr gebraucht: „Rund ein Fünftel dieses Bedarfs entfällt allein auf die sieben größten deutschen Städte, in denen die Wohnungsmärkte besonders angespannt sind.“

Mit dem Programm „Gewerbe zu Wohnen“ unterstützt der Bund entsprechende Vorhaben den Angaben zufolge mit Zuschüssen von bis zu 30.000 Euro je neu entstehender Wohnung. 

Die Umnutzung von Gewerbeflächen sei ein wichtiger Baustein, aber reiche allein nicht aus: „Die Wohnungsfrage lässt sich nicht mit einer einzelnen Maßnahme beantworten. Entscheidend ist vielmehr, die unterschiedlichen Potenziale für mehr bezahlbaren Wohnraum konsequent zu nutzen und die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau insgesamt zu verbessern.“

Das weiß auch Münchens OB Krause: „Die Umwandlungsagentur wird die angespannte Situation auf dem Mietmarkt nicht allein lösen“, sagt er. „Aber sie ist ein wichtiger Baustein, dem weitere folgen werden.“

© dpa-infocom, dpa:260715-930-388463/2


Von dpa
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