Muss Rügland das Osterfeuer wegen der Laichzeit von Amphibien verschieben? | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 20.01.2026 18:07

Muss Rügland das Osterfeuer wegen der Laichzeit von Amphibien verschieben?

Der Laubfrosch gilt als streng geschützt. Diese Tierart und weitere Amphibien hat das Landratsamt Ansbach in Rügland entdeckt. (Archivbild: Ulrich Meßlinger)
Der Laubfrosch gilt als streng geschützt. Diese Tierart und weitere Amphibien hat das Landratsamt Ansbach in Rügland entdeckt. (Archivbild: Ulrich Meßlinger)
Der Laubfrosch gilt als streng geschützt. Diese Tierart und weitere Amphibien hat das Landratsamt Ansbach in Rügland entdeckt. (Archivbild: Ulrich Meßlinger)

Erdkröten, Teichmolche und Laubfrösche bringen den Gemeinderat in Rügland in die Bredouille. Das Landratsamt Ansbach hat unter anderem streng geschützte Tierarten dort gefunden, wo zu Ostern das traditionelle Feuer brennt. Die Gemeinde ist auf der Suche nach einem Ersatz-Grundstück.

Im April beginnt für viele Amphibienarten die Laichzeit. Ostern und damit auch das Osterfeuer fallen genau in diesen Zeitraum. Das Landratsamt Ansbach befürchtet, dass die Tiere dadurch gestört oder sogar verletzt werden. „Das könnte nachteilige Konsequenzen für die Population haben”, sagte Bürgermeister Wolfgang Schicktanz. Er schilderte den Gemeinderäten die Befürchtungen der Behörde. Es besteht die Gefahr, dass deshalb artenschutzrechtliche Verbote für das Gebiet ausgesprochen werden, führte er weiter aus. Daher bat das Landratsamt die Gemeinde, ein anderes Grundstück zu wählen.

„Was mich eigentlich wundert ist, dass die Population noch da ist”

Seit vielen Jahren findet das traditionelle Osterfeuer auf ein und demselben Platz statt. Gemeinderat Hermann Stürzenhofecker warf deshalb in den Raum: „Was mich eigentlich wundert ist, dass die Population noch da ist.”

Schon vor zwei Jahren war das in Rügland einmal Thema. Damals hätten Mitarbeiter der Gemeinde „sämtliche Gemeindeflächen abgefahren”, sagte Robert Hochreuter. Dabei haben sie kein Grundstück gefunden, die sich für das Feuer eignen. Der Boden muss zum Beispiel fest genug sein.

„Wir sind da ein bisschen in der Zwickmühle”

„Wir sind da ein bisschen in der Zwickmühle”, sagte der Rathauschef. Er hofft darauf, dass jemand aus der Bevölkerung eine geeignete Fläche besitzt. Das Problem ist: Der Gemeinderat müsste sich zeitnahe darum kümmern, falls er das Feuer verlegen will.

„Wenn wir nichts finden, dann werden wir wohl bei dem bisherigen Platz bleiben müssen”, sagte Schicktanz. „Wobei, mittlerweile gibt es ja auch schon jede Menge Diskussionen, ob wir mit dieser Tradition komplett aufhören sollten.” Ähnlich wie mit dem Raketenschießen an Silvester. Das hätten auch schon ein paar Gemeinden verboten, meint er.

Naturschutz vs. Tradition

Es kam der Vorschlag aus der Runde, das Feuer zeitlich zu verlegen und statt einem Osterfeuer beispielsweise ein Pfingstfeuer zu veranstalten. Die Idee fand Anklang. Jedoch käme es dann zu einem weiteren Problem: Das Material für das Feuer müsste länger zwischengelagert werden. Die Bürgerinnen und Bürger schneiden ihre Bäume in der Regel im Frühjahr. Bereits jetzt entsorgten einige ihr Grüngut einfach in der Natur und nicht in den dafür vorgesehenen Containern, hieß es in der Sitzung.

„So einfach haben wir leider keine Lösung parat”, fasste der Rathauschef zusammen. Der Gemeinderat einigte sich darauf, sich noch einmal über einen anderen Standort Gedanken zu machen. Karl-Heinz Pfister bedauerte: „Alle Bräuche werden aufgelöst, wegen Vorschriften.”


Luca Paul
Luca Paul
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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