Nach jahrelangem Konflikt um Gewerbegebiet: Dombühl einigt sich mit Bund Naturschutz | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 31.01.2025 09:10

Nach jahrelangem Konflikt um Gewerbegebiet: Dombühl einigt sich mit Bund Naturschutz

Die Realisierung des Gewerbegebiets Süd rückt durch den Vergleich mit dem BN näher. Für die geplanten Hallen haben die Investoren auch schon Entwürfe vorgelegt. Diese Visualisierung zeigt die Komplexe, wie sie nach der Bauwo Grundstücksgesellschaft einmal aussehen sollen. (Grafik: Bauwo Grundstücksgesellschaft mbH)
Die Realisierung des Gewerbegebiets Süd rückt durch den Vergleich mit dem BN näher. Für die geplanten Hallen haben die Investoren auch schon Entwürfe vorgelegt. Diese Visualisierung zeigt die Komplexe, wie sie nach der Bauwo Grundstücksgesellschaft einmal aussehen sollen. (Grafik: Bauwo Grundstücksgesellschaft mbH)
Die Realisierung des Gewerbegebiets Süd rückt durch den Vergleich mit dem BN näher. Für die geplanten Hallen haben die Investoren auch schon Entwürfe vorgelegt. Diese Visualisierung zeigt die Komplexe, wie sie nach der Bauwo Grundstücksgesellschaft einmal aussehen sollen. (Grafik: Bauwo Grundstücksgesellschaft mbH)

Auf dem Weg, in Dombühl für das Gewerbegebiet Süd Baurecht zu erlangen, hat die Gemeinde offenbar ein entscheidendes Hindernis überwunden. So berichtete Bürgermeister Jürgen Geier in der Sitzung des Kommunalgremiums von einem Vergleich mit dem Bund Naturschutz (BN), der gegen den Bebauungsplan Klage eingereicht hatte.

Kernpunkt der Vereinbarung mit dem BN sei, dass die Gemeinde neben den rund 20 Ausgleichs- und Ersatzflächen auf verschiedenen Grundstücken eine weitere Fläche verfügbar machen muss. Diese sei zirka einen Hektar groß und entspreche den Vorgaben der Naturschutz-Organisation, die auch die Pflege übernehme.

Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet befinde sich aktuell in der „förmlichen Beteiligung“ und solle Anfang März als Satzung beschlossen werden, so der Rathauschef. Damit ende eine „fünfjährige Phase der Ungewissheit“. Und die Aussicht auf mehrere Hundert neue Arbeitsplätze sowie eine höhere Gewerbesteuer rücke näher.

Kommune ging in Vorleistung

Für die Erschließung des Areals südlich der Bahnstrecke, wo zwei Investorengesellschaften große Hallenkomplexe für eine gewerbliche Mischnutzung durch unterschiedliche Unternehmen errichten möchten, war die Kommune in den vergangenen Jahren in Vorleistung gegangen, vor allem in Form des Baus von Straßen. Hierbei half, dass einer der Investoren für den Grundstückserwerb bereits mehrere Millionen Euro an die Gemeinde bezahlt hatte.

Von der anderen Gesellschaft war hingegen bisher wegen des Rechtsstreits mit dem BN kein Geld geflossen. Nach dem nun geschlossenen Vergleich würden die vereinbarten Zahlungen in Höhe von 7,2 Millionen Euro 2025 aber kassenwirksam, so Geier. Dies werde es der Gemeinde ermöglichen, wichtige Vorhaben wie den Kita-Ausbau sowie die Feuerwehrhaus-Planung voranzutreiben.

Für die Erschließung des Gewerbegebietes würden nun auch für den letzten Straßenabschnitt im Osten zeitnah die Arbeiten ausgeschrieben und im Jahr 2025 fertiggestellt. Eine rege Diskussion gab es über eine neue Beschilderung für die Gemeindeverbindungsstraße, einmündend in die Kreisstraße AN4. Die Verwaltung wünscht sich eine Beschriftung „Bahnhof“ und „Gewerbegebiet“.

Laut Straßenverkehrsordnung werden bestimmte Hinweisschilder allerdings nur noch mit Symbolen gezeigt. Der Hinweis einer zusätzlich gewünschten Einzelnennung eines betroffenen angesiedelten Unternehmens sei eine Ausnahme, so Bürgermeister Geier. Das Gremium genehmigte hierzu einstimmig die Auftragsvergabe an den günstigsten Anbieter für Straßenschilder einschließlich Betonierung des Fundamentes über 21.219 Euro.

Der Bürgermeister informierte auch über die Arbeiten am Rad- und Fußweg von Dombühl nach Schillingsfürst, der voraussichtlich im Juni eingeweiht werden könne. Der neue Spiel- und Bolzplatz „Zimmerplatz“ werde ebenfalls fertig.

Grundstücke in Siedlung sind verkauft

Die Grundstücke in der Siedlung „Zimmerplatz II“ seien veräußert und das neue Baugebiet „Am Kirchbuck II“ sei in Planung. Ebenfalls gehe man in die Planung für eine Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich. Die Parkplätze vor dem Bahnhofsgebäude, dem Dorfladen mit Café und der Arztpraxis werden neu gebaut. Damit sei nach fast zehn Jahren die Neugestaltung des Bahnhofareals abgeschlossen.

Durch die gute Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde in Kloster Sulz konnten laut Geier 18 neue Interims-Betreuungsplätze realisiert werden. Ziel sei der Neubau einer viergruppigen Kita auf dem Grundstück Klosterweg 10, das die Gemeinde hierfür erworben hat. Die Fördermittel würden nun beantragt, so dass eventuell im Herbst mit dem Bau begonnen werden könne.


Von Susanne Landgraf
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