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Veröffentlicht am 23.02.2026 15:37, aktualisiert am 23.02.2026 16:51

Nach Rassismus-Vorfall: UEFA sperrt Prestianni für Rückspiel

Gianluca Prestianni (M) wurde nun von der UEFA vorläufig gesperrt. (Archivbild) (Foto: Miguel Lemos/ZUMA Press Wire/dpa)
Gianluca Prestianni (M) wurde nun von der UEFA vorläufig gesperrt. (Archivbild) (Foto: Miguel Lemos/ZUMA Press Wire/dpa)
Gianluca Prestianni (M) wurde nun von der UEFA vorläufig gesperrt. (Archivbild) (Foto: Miguel Lemos/ZUMA Press Wire/dpa)

Nach dem mutmaßlich rassistischen Vorfall im Playoff-Hinspiel der Champions League ist der argentinische Fußball-Profi Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon für das Rückspiel bei Real Madrid vorläufig gesperrt. Das entschied die Disziplinar- und Ethik-Kommission der Europäischen Fußball-Union (UEFA) vor der Partie an diesem Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN).

Reaktion aus Lissabon folgt prompt

Benfica Lissabon kündigte an, gegen die Sperre vorzugehen. Der Club wollte Berufung einlegen, „auch wenn die betreffenden Fristen für das Rückspiel der Champions-League-Playoffs kaum praktische Auswirkungen haben dürften“, hieß es in einem Statement auf der Vereins-Homepage.

Die UEFA stellte klar, dass die vorläufige Sperre ungeachtet etwaiger Entscheidungen gelte, die die UEFA-Disziplinarorgane nach Abschluss der laufenden Untersuchung und deren Vorlage bei den UEFA-Disziplinarorganen treffen könnten. Als Grund für die vorläufige Sperre gab der Kontinentalverband einen dem ersten Anschein nach vorliegenden Verstoß gegen Artikel 14 der UEFA-Disziplinarordnung im Zusammenhang mit diskriminierendem Verhalten an. 

Prestianni bestreitet die Vorwürfe

Am vergangenen Dienstag war es zu dem Vorfall gekommen. Nach dem Tor zum 1:0-Sieg und seinem anschließenden Jubel soll Vinícius Júnior nach eigenen Angaben und Aussagen seines französischen Teamkollegen Kylian Mbappé rassistisch beleidigt worden sein. Prestianni soll den Brasilianer demnach als „Affe“ bezeichnet haben. Der Argentinier bestreitet die Vorwürfe, in der Szene hatte er sich das Trikot vor den Mund gezogen.

Die Partie war dem zugrundeliegenden Protokoll entsprechend für zehn Minuten unterbrochen worden. Nach dem Spiel monierte Benfica-Coach José Mourinho wiederum das Verhalten von Vinícius Júnior nach dessen Tor. In einer fast zwölfminütigen Rede hatte sich dann auch Bayern Münchens belgischer Trainer Vincent Kompany zu dem Geschehen geäußert und Mourinho kritisiert.

Ausführliche Mourinho-Reaktion steht noch aus

Eine Reaktion des Portugiesen darauf beziehungsweise auf die generelle Kritik an seinen Äußerungen gibt es nicht. Er hatte dazu am Wochenende ausweichend gesagt: „Ich wiederhole, dass es für alle schwierig war, aber ich werde jetzt nicht näher darauf eingehen, inwiefern es schwierig war. Es war für alle schwierig.“ 

Vor dem Rückspiel dürfte sich Mourinho zunächst auch wohl nicht weiter äußern. Wie Benfica in seinem Ablaufplan bekanntgab, wird der 63 Jahre alte Portugiese nach seiner Roten Karte vom Real-Spiel angesichts seiner Sperre auch nicht Rede und Antwort bei der Pressekonferenz an diesem Dienstag (16.15 Uhr) stehen. Neben einem namentlich noch nicht genannten Spieler wird stattdessen Co-Trainer João Tralhão auf dem Podium Platz nehmen. 

Benfica Lissabon bekräftigte in seiner jüngsten Stellungnahme sein „unerschütterliches Engagement im Kampf gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung“. Es seien Werte, die Teil der historischen Identität des Clubs seien und „sich in seinem täglichen Handeln, in seiner globalen Gemeinschaft, in der Arbeit der Benfica-Stiftung und in den großen Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte, wie Eusébio, widerspiegeln“.

© dpa-infocom, dpa:260223-930-725018/3


Von dpa
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