Nach dem jüngsten Zoff rund um Bambergs Anton Gavel strebt der FC Bayern so schnell wie möglich eine Einigung mit dem begehrten Trainer an. „Ich gehe davon aus, nachdem die Saison auch offiziell beendet ist, dass jetzt zeitnah Gespräche stattfinden werden können“, sagte Münchens Geschäftsführer Adrian Sarmiento bei der Fan-Abschiedsfeier. „Dass Anton für uns ein spannender Kandidat ist, ist inzwischen mehrfach angesprochen und klar geworden.“ Bayern braucht einen Nachfolger für Svetislav Pesic.
Der frühere Münchner Profi Gavel ist die Wunschlösung beim entthronten und nach der Playoff-Finalniederlage gegen Alba Berlin tief enttäuschten Team von der Isar. Der 41-Jährige hat bei den Bamberg Baskets eigentlich noch einen Vertrag bis 2027, diesen aber zuletzt gekündigt und einen Formfehler bei der Unterschrift ebenjenes Kontrakts angegeben. In Franken ist man stinksauer.
Vorwürfen aus Bamberg, die Bayern hätten dies forciert und würden sich so eine Ablösesumme sparen, entgegnete Sarmiento: „Das, was da teilweise suggeriert wird, dass wir irgendwelche Vertragsthemen spitzfindig ausfindig machen oder so, das ist ehrlicherweise totaler Quatsch. Wir wollen eine klare und ordentliche Lösung.“ Wenn es dafür eines guten Gesprächs bedürfte, „dann stehen wir dafür zur Verfügung“. Am 1. Juli fängt der bisherige Ulmer Thorsten Leibenath als Sportchef bei Bayern an; er ist ein guter Kumpel von Gavel.
Nach dem Vorrundenaus in der Euroleague und den verpassten Erfolgen im Pokal und in der Meisterschaft soll bei den Münchnern ein neuer Schwung reinkommen. „Es geht darum, ein bisschen mehr Klarheit reinzubekommen, eine Strukturierung, Philosophie, Identität“, sagte Welt- und Europameister Andreas Obst. Nach zuletzt häufigen Trainerwechseln hofft er zudem, künftig mal zwei, drei oder mehrere Spielzeiten mit einem Coach zu bestreiten.
Das Grundgerüst vor allem der deutschen Spieler um Obst soll bestehen bleiben, deutete Sarmiento an. Medienberichten zufolge kommt Obsts WM- und EM-Goldmedaillenteamkollege Johannes Thiemann als Neuzugang.
Weitere Zu- und Abgänge sind zu erwarten - auch wenn einige Profis eigentlich noch gültige Arbeitspapiere haben. „Viele Verträge haben Optionen, sowohl auf Spielerseite als auch auf Clubseite“, sagte Sarmiento. „Da wird sich die nächsten zwei Wochen zeigen, was der Markt verlangt oder was wir auch an Interessen da verfolgen. Es wird sich sicherlich auf der einen oder anderen Position etwas tun und ergeben. Und dann werden wir agieren und handeln.“
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