Nagelsmann zieht wieder an: „Jede Sekunde nutzen“ | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 17.06.2026 09:58

Nagelsmann zieht wieder an: „Jede Sekunde nutzen“

Der Trainingsplan von Julian Nagelsmann für die Elfenbeinküste ist fixiert. Jetzt läuft die Umsetzung. (Archivbild) (Foto: Christian Charisius/dpa)
Der Trainingsplan von Julian Nagelsmann für die Elfenbeinküste ist fixiert. Jetzt läuft die Umsetzung. (Archivbild) (Foto: Christian Charisius/dpa)
Der Trainingsplan von Julian Nagelsmann für die Elfenbeinküste ist fixiert. Jetzt läuft die Umsetzung. (Archivbild) (Foto: Christian Charisius/dpa)

Schluss mit Müßiggang, voller Fokus auf den ersten echten WM-Prüfstein: Julian Nagelsmann hat nach der Freizeit-Belohnung im Anschluss an den Turbostart der Fußball-Nationalmannschaft ins WM-Turnier ab sofort keine Zeit mehr zu verlieren. Der Countdown für den Gruppengipfel am Samstag (22.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Toronto gegen die zum Auftakt ebenfalls siegreiche Elfenbeinküste läuft in Winston-Salem. 

Der Bundestrainer schärft wieder die Sinne. Nach dem lockeren 7:1 gegen Curaçao sieht er keinerlei Veranlassung, „jetzt die Füße hochzulegen“. Nichts funktioniert bei einer Weltmeisterschaft von selbst. Auch nach zehn Länderspielsiegen in Serie lautet die Aufgabe, Abläufe und Automatismen im Training immer weiter einzuschleifen und konstant zu verfestigen. 

1.000 Tage Bundestrainer: „Danke für die Info“

„Wir bereiten uns konzentriert vor“, sagte Nagelsmann vor der womöglich schon entscheidenden Kraftprobe um den Gruppensieg: „Wir müssen jeden Moment nutzen, um Entwicklungsschritte zu gehen.“ Nach der kurzen Ablenkung durch Familienbesuche und Ausgang dreht sich alles im DFB-Quartier wieder um Fußball. „Und da müssen wir jede Sekunde nutzen.“ 

Auch seine 1.000-Tage-Marke als Bundestrainer in dieser Woche ist für den 38-Jährigen nebensächlich. Wünsche zur runden Zahl? Besondere Zielsetzungen? „1.000 Tage sind schön, da freue ich mich drüber. Habe ich gar nicht gewusst, danke für die Info. Es geht aber tatsächlich nicht um mein Ziel, sondern es geht um unser Ziel, dass wir eine gute WM spielen“, antwortete Nagelsmann. 

Auch sein Glaube wächst nach dem verheißungsvollen Turniereinstieg. „Ich finde schon, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagte der Chefcoach, um anzuschließen: „Trotzdem gibt es Dinge, die wir besser machen müssen gegen noch bessere Gegner. Aber das sind Dinge, die möglich und umsetzbar sind.“

Klar ist: Gegen die robusten Power-Kicker der Elfenbeinküste um den Leipziger Bundesliga-Star Yan Diomande (19) dürften die DFB-Kicker sowohl körperlich als auch insbesondere in der Defensivarbeit richtig gefordert werden.

Ursprünglich hatte Nagelsmann den Weltranglisten-30. als Testspiel-Partner auf dem Weg zur XXL-WM ausgeguckt. Als die Ivorer dem DFB-Team dann aber als Gruppengegner zugelost wurde, wurde im März gegen ein anderes afrikanisches Team geprobt. Gegen Ghana - aktuell die Nummer 73 im FIFA-Ranking und damit gerade mal zehn Plätze vor Curaçao - wurde in Stuttgart erst durch ein spätes Joker-Tor von Deniz Undav mit 2:1 gewonnen. 

„Die Elfenbeinküste hat spektakuläre Spieler in der Offensive, die gut sind im Umschalten“, mahnte Joshua Kimmich. Der Kapitän nahm das abschließende Vorrundenspiel gegen Ecuador noch hinzu und sprach von gleich „zwei großen Herausforderungen“. Selbstbewusst fügte er hinzu: „Aber ich glaube, dass wir auch sehr viele Stärken haben, um beiden Gegnern wehzutun.“ 

Ein WM-Tor mehr: Deutschland zieht an Brasilien vorbei

Vor allem mit der eigenen Offensivkraft: Mit der Sieben-Tore-Party im ersten Spiel zog der viermalige Weltmeister Deutschland mit 239 WM-Treffern am bisherigen Spitzenreiter und Rekordweltmeister Brasilien (238) vorbei. 

Kimmich spürt einen großen Erfolgshunger im Team, das er anführt. „Bis auf Manu hat noch keiner was gewonnen mit der Nationalmannschaft“, sagte er mit Blick auf den 2014er-Weltmeister Manuel Neuer. „Der Schlüssel“, um zwölf Jahre später wieder Großes bei einem Turnier zu erreichen, liegt für ihn auf der Hand: „Dass man auch während des Turniers nicht vergisst, hart zu trainieren.“ 

Alle müssen auf Spannung bleiben

Ein Erfolgsbaustein für den Bundestrainer und den Kapitän ist, alle Akteure im Kader mitzunehmen - und nicht nur die erst einmal gefundene erste Elf. Gegen Curaçao schöpfte Nagelsmann das Auswechselkontingent komplett aus, „um auch andere Spieler zu belohnen“. 

An erster Stelle Edeljoker Undav, „der es mit drei Scorern sehr gut gemacht hat“, wie Nagelsmann lobte: „Wir müssen die Spieler auch belohnen für ihren Beitrag, den sie für die Gruppe leisten, wenn sie mal nicht spielen.“ Antonio Rüdiger, Leon Goretzka, David Raum und Waldemar Anton bekamen neben Undav, der eigentlich zu wertvoll ist für die Bank, ebenfalls WM-Minuten. 

Spezialauftrag für Brown gegen Diomande

„Es ist wichtig für uns, dass alle auf Spannung bleiben“, verdeutlichte Kimmich. Alle müssten mit vollem Einsatz und höchster Konzentration weiter arbeiten an Stärken und Schwächen. „Da haben wir noch was zu tun“, meinte der Kapitän. 

Auf den famosen WM-Senkrechtstarter Nathaniel Brown dürfte in Kanada eine spezielle Herausforderung zukommen. Der Frankfurter Highspeed-Verteidiger muss Diomande stoppen. Der pfeilschnelle Flügelstürmer von RB Leipzig wird im DFB-Tross als größte Bedrohung wahrgenommen. 

„Er hat eine brutale Entwicklung genommen. Vor einem Jahr hat ihn kaum jemand gekannt“, sagte Kimmich. „Sein Dribbling ist schon außergewöhnlich. Er hat so ein Start-Stopp-Dribbling. Er beschleunigt extrem, bremst den Gegner dann aus.“ Aber die Elfenbeinküste sei mehr als Diomande: „Sie haben auch noch andere gute Spieler. Deswegen müssen wir uns sehr gut vorbereiten.“

© dpa-infocom, dpa:260617-930-235656/1


Von dpa
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