Der Zweitname ist eine beliebte Option für alle Eltern, die sich bei der Namenssuche fürs Baby nicht entscheiden können. Oder die über den Namen eine Verbindung zu Großmutter oder Patenonkel knüpfen möchten, ohne dass der Name gleich zum Rufnamen wird.
Ein Zweitname könne aber auch aus ganz pragmatischen Erwägungen sinnvoll sein, sagt Damaris Nübling. „Dann kann das Kind später wechseln“, so die Namensforscherin an der Universität Mainz. Denn Vornamen können einen negativen Beiklang bekommen, ohne dass dies bei der Namensgebung absehbar war.
Bekanntestes Beispiel ist Kevin, einer der beliebtesten Vornamen in den 1990er Jahren, dem wenige Jahre später der gute Ruf verloren ging, weil man ihn mit unterdurchschnittlicher Bildung in Zusammenhang brachte. Eine regelrechte „Hetzkampagne“ sei das gewesen, sagt Nübling.
Die Auswirkungen waren durchschlagend: In einer Studie aus dem Jahr 2009 wurden rund 2000 Grundschullehrkräfte gefragt, welche Vornamen sie eher mit freundlichen, leistungsstarken Kindern verbinden und welche eher mit Verhaltensauffälligkeiten. Namen wie Kevin oder Chantal schnitten schlecht ab, unabhängig vom Kind, das sie trug. Absehen lassen sich solche Entwicklungen nicht. Der Zweitname kann einen Ausweg bieten.
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