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Veröffentlicht am 10.05.2024 18:36

Naturnah gärtnern in Clonsbach

Mit der Gartenarbeit ist es nie wirklich vorbei: Das ist für Hans und Rosalinde Rummel gerade das Schöne daran. Das Säen und Graben, das Haken und Ernten sind anstrengend. Aber die Mühe zahlt sich aus. (Foto: Silvia Schäfer)
Mit der Gartenarbeit ist es nie wirklich vorbei: Das ist für Hans und Rosalinde Rummel gerade das Schöne daran. Das Säen und Graben, das Haken und Ernten sind anstrengend. Aber die Mühe zahlt sich aus. (Foto: Silvia Schäfer)
Mit der Gartenarbeit ist es nie wirklich vorbei: Das ist für Hans und Rosalinde Rummel gerade das Schöne daran. Das Säen und Graben, das Haken und Ernten sind anstrengend. Aber die Mühe zahlt sich aus. (Foto: Silvia Schäfer)

Hans und Rosalinde Rummel pflegen die Tradition des naturnahen Bauerngartens. Ihr Engagement endet jedoch nicht an der Grundstücksgrenze ihres Anwesens in Clonsbach (Gemeinde Leutershausen). Die Eheleute sind Teil eines großen Bürgernetzwerks in Stadt und Landkreis Ansbach.

Hans Rummel (73) ist seit vielen Jahren im Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Ansbach aktiv. 2002 wurde er stellvertretender Vorsitzender und nach dem Tod von Georg Häßlein im November 2015 schließlich Vorsitzender. Dem Kreisverband sind 114 Obst- und Gartenbauvereine mit rund 14.000 Mitgliedern angegliedert.

Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege bietet Schulungen an

Obst- und Gemüseanbau, Natur- und Artenschutz, aber auch Dorfentwicklung und Ortsverschönerung sind wichtige Aufgaben der Obst- und Gartenbauvereine. Der Kreisverband bietet Schulungen und Informationen an. Die beiden Kreisfachberater Roger Rehn und Volkmar Then stehen als Ansprechpartner für die Gestaltung und Pflege der öffentlichen Grünflächen bereit.

Im eigenen Garten ist Hans Rummel in erster Linie fürs „Zuarbeiten“ zuständig: Stauden pflanzen, Rabatten anlegen, Rasen und Blumenwiese mähen, Hecken- und Baumschnitt, unterstützen beim Planen, Säen und Ernten. Regie im Nutz- und Ziergarten führen seine Frau und seine Schwester. Im Mehrgenerationenhaus leben mit Tochter, Schwiegersohn und drei Enkelkindern insgesamt acht Personen unter einem Dach. Die Familien-Wohngemeinschaft versorgt sich mit Obst und Gemüse aus eigenem Anbau.

Im Zeichen der Artenvielfalt

Familie Rummel arbeitet im Einklang mit der Natur – ohne Chemie. Selbst gemachter Brennnesselsud wird als natürlicher Dünger und umweltfreundliches Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Blattläuse eingesetzt. Kartoffelkäfer werden abgesammelt. Die frei laufenden Hühner legen täglich frische Eier und halten die Schnecken vom Garten fern, müssen sich aber vor Fuchs oder Hühnerhabicht in Acht nehmen.

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Pflanzen – ob mit Bedacht gesät oder zufällig gewachsen – die Bienen, Schmetterlinge oder anderen Insekten sowie Tieren als Nahrung oder Unterschlupf dienen, fördern die Artenvielfalt. Vogelhaus und Insektenhotel dürfen im Bauerngarten ebenfalls nicht fehlen. Schottergärten seien biologisch weitgehend leblose Flächen, beklagt Hans Rummel.

Auch Mähroboter und Laubsauger würden die Entwicklung von Artenvielfalt im Garten vermindern. Augenfällig sei zudem der Rückgang blühender Gedenkstätten auf dem Friedhof, so der Kreisverbandsvorsitzende. Statt artenreicher Bepflanzung würden Gräber mit Hackschnitzeln, Kies, Splitt oder Schotter belegt. Und das in Zeiten des Insektensterbens.

Durch den Klimawandel erhöht sich das Risiko von Frostschäden

Durch den Klimawandel erhöht sich das Risiko von Frostschäden. Die kritische Phase bis zu den Eisheiligen – die „Kalte Sophie“ fällt heuer auf den 15. Mai – wird immer länger. Die Obstbäume blühten extrem früh. Im April wurde es dann noch einmal richtig ungemütlich.

Frostig kalte Nächte richteten an Obstbäumen und Beerensträuchern in diesem Entwicklungsstadium, in dem sie schon begonnen hatten, Fruchtkörper auszutreiben, Schäden an. Auch im Garten von Hans Rummel.

Im vergangenen Jahr beeinträchtigte nasses und kaltes Wetter die Blütezeit. Die folgende Hitze und Trockenheit gab den Pflanzen dann den Rest. „Die Bäume trugen kaum Äpfel und unsere Tomaten hatten Sonnenbrand.“ Hans Rummel ist Teil einer Rechtlergemeinschaft, die eine Streuobstwiese bewirtschaftet.

Obst- und Gartenbauvereine haben nach seiner Auffassung eine Zukunft, „wenn sie auf die Jugend und junge Familie zugehen“. Im Kreisverband gibt es inzwischen elf Jugendgruppen und seit diesem Jahr eine Jugendbeauftragte. „Sehr emsig“ sei Lichtenau mit regelmäßigen Treffen. Feuchtwangen ist zahlenmäßig der größte Verein im Kreisverband. Zur guten Entwicklung trage dort neben der Mosterei auch die neue Kinderabteilung „Renetten“ bei.

Seine Verbandstätigkeit würde der 73-Jährige gern in jüngere Hände geben. „Aber es hat sich noch niemand gefunden“. Von seinen politischen Ämtern als Kreisrat und Stadtrat hat er sich 2020 zurückgezogen.


Von Silvia Schäfer
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