Richtfest feiern kann man auch ohne Zimmermann und Dachstuhl, dachte man sich beim Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung. Und so kamen am Montag auf der Baustelle für die neue Rettungsdienstleitstelle im Ansbacher Stadtteil Brodswinden 80 Leute zusammen, um den erreichten Meilenstein angemessen zu begehen.
Das dreistöckige Gebäude hat ein Flachdach, weshalb Ansprachen des Zweckverbandsvorsitzenden, dem Ansbacher Landrat Dr. Jürgen Ludwig, und von Architekt Bernd Paliga-Könnecke an die Stelle der traditionellen Rituale traten.
Die steigende Zahl der Anrufe, zusätzliche Aufgaben und ein sowieso anstehender Austausch der Hardware seien die Gründe gewesen, einen Ersatzneubau für die bestehende Leitstelle zu errichten, sagte Ludwig.
Die neue Integrierte Leitstelle kostet voraussichtlich 32,8 Millionen Euro und geht in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres in Betrieb. Das Herzstück ist als Hochsicherheitsbereich ausgelegt. Alle wichtigen technischen Komponenten gibt es doppelt, damit auch bei einem möglichen Ausfall die Disponenten an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden lang arbeiten können.
Architekt Paliga-Könnecke meinte, bei der Planung habe man sich an den Grundsätzen seines berühmten Kollegen Le Corbusier orientiert und zusätzlich auf nachhaltige Materialien und hohe Energiestandards geachtet. Den Disponenten sollen optimale Arbeitsbedingungen geboten werden.
Tagsüber haben sie einen weiten Ausblick durch riesige Fenster auf die fränkische Landschaft, nachts wird die Beleuchtung so gesteuert, dass es besonders hell ist, wenn die innere Uhr der Menschen sie eigentlich schläfrig macht.