Das bei Pendlern äußerst beliebte Bahnhofs-Parkhaus an der Feuerbachstraße braucht zwei neue Treppenhäuser. Weil eine Sanierung der bestehenden, stark beschädigten Stahlbeton-Konstruktionen zu teuer kommt, empfahl der Bauausschuss einstimmig, die Treppenhäuser abzuschneiden, abzureißen und durch Stahltreppenhäuser zu ersetzen.
Der Chef des Hochbauamtes, Dr. Frank Simons, hatte keine guten Nachrichten für die Mitglieder des Bauausschusses. Das knapp 30 Jahre alte Parkhaus weise an den Treppenhäusern starke Schäden auf, vor allem verursacht durch Winterstreuung mit Tausalz und Splitt. Es drohe Gefahr durch herabfallende Betonteile, sodass dringender Handlungsbedarf bestehe. Ansonsten sei die Sperrung des Parkhauses unvermeidlich.
Weil man befürchtete, dass die Standsicherheit der Treppenhäuser gefährdet sein könnte, hat man im Jahr 2022 eine auf Betonsanierungen spezialisierte Firma mit einer Beton-Untersuchung beauftragt – mit schlimmen Ergebnissen, was den Chloridgehalt der Bohrmehlproben anging.
Daraufhin beauftragte man im April 2024 ein Ingenieurbüro mit der Planung für eine Betonsanierung. Der Hochbauamts-Leiter machte deutlich, dass vor der Sanierung eine Bauteilbeprobung notwendig sei, deren Ergebnisse dann als Grundlage für die Sanierungsplanung diene. Allein diese Beprobung werde rund 34.000 Euro kosten.
Eine folgende Betonsanierung werde dann nicht mehr wirtschaftlich sein, so Simons: „Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir die alten Dinger sanieren.“ Zumal die Probleme durch eine Sanierung langfristig nicht behoben sein würden: „Eine Betonsanierung ist nichts für die Ewigkeit, mit einer verzinkten Stahltreppe haben wir die Probleme nicht.“ Außerdem werde eine Betonsanierung immer seltener gemacht, und es gebe nicht mehr so viele Firmen, die das anböten – was die Preise hochtreibe.
Simons schlug vor, die alten Treppenhäuser abzureißen und durch Stahltreppenhäuser mit Gitterroststufen zu ersetzen. Die Kosten belaufen sich laut Simons auf 380.000 Euro für beide Treppenhäuser. Einen Aufzug, um die oberen Decks barrierefrei zu erschließen, plane man nicht, so Simons, Behindertenparkplätze gebe im Erdgeschoss. Und Oberbürgermeister Thomas Deffner verwies auf den städtischen Parkplatz gleich nebenan.
„Was wäre, wenn wir anstelle einer Treppenanlage einen Aufzug bauen?“ fragte CSU-Stadtrat Joseph Hillermeier. „Was würde so ein Aufzug kosten?“ Der koste rund 100.000 Euro, erklärte Simons. Man plane aber in der Mitte der Treppenanlage genügend Platz ein, um einen Aufzug nachrüsten zu können. Aus rechtlichen Gründen brauche man aber keinen Aufzug. Simons machte auch klar, dass ein Aufzug die Treppen nicht ersetzen kann: „Die brauchen wir als Rettungswege.“
Wie viel Geld bisher in die Betonsanierung geflossen sei, wollte BAP-Stadtrat Manfred Stephan wissen. „Bisher 25.000 Euro“, gab Simons an.
Grünen-Stadtrat Dr. Bernhard Schmid fragte, ob man den Wetterschutz an der Treppe nicht verbessern könne. Simons sagte, die Gitterroststufen seien geriffelt, sodass sie selbst bei Glatteis nicht gestreut werden müssten. Einen besseren Wetterschutz „können wir aber überlegen, wir planen die Treppenanlage ja selbst“.
Wie geht es weiter? Die laufende Betonsanierungsplanung wird nicht weiterverfolgt. Die beiden Treppenhäuser sollen zeitversetzt abgebrochen werden, damit der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Die erforderlichen Haushaltsmittel von geschätzt insgesamt 380.000 Euro für Abbruch und Neubau sollen im Vermögenshaushalt 2026 zur Verfügung gestellt werden.
Am Ende stimmte der Ausschuss einstimmig für diese Empfehlung an den Stadtrat.