Es läuft weitgehend gut in Burghaslach. Das war die Kernbotschaft von Bürgermeister Armin Luther am Freitagabend bei der Bürgerversammlung. Insbesondere zu den Finanzen der Marktgemeinde vermeldete Luther aktuell Positives.
Denn die Gewerbesteuereinnahmen sind 2022 auf einen neuen Rekordwert geklettert. 2,4 Millionen Euro flossen in den Gemeindesäckel, konnte die Verwaltung zum Ende des Jahres bilanzieren. Das war mehr als doppelt so viel wie im Haushaltsplan vorgesehen gewesen war, erläuterte Luther den rund drei Dutzend Zuhörern in der Kulturtankstelle.
Der Haushalt für heuer ist noch nicht aufgestellt. Etliche Projekte sind aber schon festgesetzt. Wohl auch mit Blick auf die gute Kassenlage merkte der Bürgermeister an: „Es kann noch das eine oder andere dazukommen.“ Burghaslach ist im Übrigen weiterhin schuldenfrei; die im vorigen Jahr vorsichtshalber eingeplante Kreditaufnahme wurde nicht benötigt.
Die Kehrseite der erfreulichen Einnahmenentwicklung verschwieg Luther nicht: Die Gemeinde werde weniger staatliche Unterstützung aus den Schlüsselzuweisungen bekommen und eine höhere Umlage an den Landkreis leisten müssen. So schrumpft das Steuerplus dann doch merklich zusammen.
Dabei darf sich die Gemeinde aber Hoffnung auf einen weiteren Aufwärtstrend machen. Jedenfalls sind von den sechs Bauplätzen im neu geschaffenen Gewerbegebiet „Röthen II“ bereits vier fest und eines so gut wie vergeben. Es sei also nur noch ein Grundstück frei.
Neben zwei Burghaslacher Betrieben werden sich dort auch neue Firmen ansiedeln, etwa ein Fürther Unternehmen für Klinikeinrichtungen, kündigte Luther an, und ein Reisemobil-Zulieferer „von weiter her“, der offenbar die Nähe zu den Schlüsselfelder Firmen sucht.
Apropos Plus: Auch die Einwohnerzahlen gingen in den vergangenen Jahren nach oben. Zum jüngsten Jahreswechsel zählte man 2705 Bürgerinnen und Bürger mit Erstwohnsitz in Burghaslach. Luther schlüsselte sie nach Nationalität, Konfession und Altersgruppen auf und sprach von einer guten Altersstruktur, denn man habe mehr Minderjährige als Über-66-Jährige.
Größte dauerhaft ansässige ausländische Bevölkerungsgruppe sind die 80 polnischen Staatsangehörigen. Die Zahl der Ukrainer (34) hat die der Syrer (28) überholt. Mit fast hundert stellen rumänische Bürger einen beachtlichen Anteil; dabei handle es sich jedoch meist um Saisonarbeitskräfte, die nur zeitweise in Burghaslach gemeldet sind.
Zum Thema Flüchtlinge merkte Luther an, dass die 42 Plätze in der Burghaslacher Unterkunft belegt sind; insgesamt schätzte er die Zahl der Menschen, die in der Gemeinde Zuflucht gefunden haben auf rund 60 – plus die Ukrainer. „Wir haben in Burghaslach unser Soll erfüllt“, fand Luther, „da sind jetzt mal andere Gemeinden dran.“
Unter den zahlreichen Projekten, die der Bürgermeister in der Versammlung vorstellte, war der Ausbau der Fürstenforster Straße dasjenige mit dem größten Konfliktpotenzial. Dazu kamen auch in der Diskussionsrunde im Anschluss an Luthers knapp eineinviertelstündige Präsentation ein paar Detailaspekte zur Sprache.
Es habe anfänglich Probleme gegeben, räumte Luther ein. Doch nun komme man gut voran. Unter Berufung auf den Bauleiter stellte der Bürgermeister eine Fertigstellung bis August oder September in Aussicht: „Wenn wir das schaffen, bin ich glücklich.“
In der Vorausschau befasste sich Luther mit dem ab 2026 gesetzlich verbürgten Anspruch auf Ganztagesbetreuung von Schulkindern. Burghaslach werde zirka 90 Plätze schaffen müssen; eventuell werde ein Anbau an die Schule nötig. Zum Raumprogramm sei er derzeit mit der Bezirksregierung im Gespräch. Das größere Problem sah Luther allerdings in der Personalfrage – ob man bis dahin ausreichend Erzieherinnen und Erzieher anheuern könne.
Wenig Erfreuliches musste Luther zum Brandschaden auf der Kirchweih im vergangenen Jahr mitteilen. Es drohe, dass die Versicherung viele Schäden nicht übernimmt. Seitens des Vereins Hosler Brauch, dessen Vorsitzender Luther ebenfalls ist, wolle man aber die Kirchweih-Mitstreiter nicht hängenlassen.
Zu zwei Bürgeranfragen stellte Luther Besserungen in Aussicht. So sei es wohl kein Problem, in Niederndorf ein Tempo-30-Schild aufzustellen, und zum Forstberg-Gehweg, bei dem eine Bürgerin einen „Schwachpunkt“ ausgemacht hatte, werde sich das Ratsgremium „vielleicht noch mal einen Ruck“ geben, sagte der Bürgermeister.
Die Erwähnung der einzigen Ampel im Ort sorgte für eine Mischung aus Heiterkeit und Stöhnen. Die in die Jahre gekommene Lichtzeichenanlage führt ein Eigenleben, das auch das zuständige Straßenbauamt nicht so recht in den Griff bekommt, ging aus Luthers Antwort hervor.