Neustadts Bürgermeisterkandidat Müller baut auf seinen „saucoolen Haufen” | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 26.11.2025 13:15, aktualisiert am 26.11.2025 15:40

Neustadts Bürgermeisterkandidat Müller baut auf seinen „saucoolen Haufen”

Mit diesen Bewerberinnen und Bewerbern für den Stadtrat sowie einigen entschuldigt Abwesenden geht die Neustädter CSU in den Kommunalwahlkampf. Achter von links: Bürgermeisterkandidat Alexander Müller.  (Foto: Patrick Lauer )
Mit diesen Bewerberinnen und Bewerbern für den Stadtrat sowie einigen entschuldigt Abwesenden geht die Neustädter CSU in den Kommunalwahlkampf. Achter von links: Bürgermeisterkandidat Alexander Müller. (Foto: Patrick Lauer )
Mit diesen Bewerberinnen und Bewerbern für den Stadtrat sowie einigen entschuldigt Abwesenden geht die Neustädter CSU in den Kommunalwahlkampf. Achter von links: Bürgermeisterkandidat Alexander Müller. (Foto: Patrick Lauer )

Die Neustädter CSU hat offenbar keine Nachwuchssorgen. Nicht nur, dass die am Dienstagabend in einem Neustädter Lokal nominierte Stadtratsliste überraschend jugendlich daherkommt – es finden sich auch etliche direkte Nachkommen von bekannten CSU-Größen in der 24 Köpfe umfassenden Auswahl.

31 Stimmberechtigte waren anwesend und 31 segneten die Liste ab – mit einem winzigen „Ausrutscher”: Auf exakt einem Stimmzettel war ein Name weggestrichen, doch Wahlleiter Alexander Tesmer konnte somit trotzdem eine „so-gut-wie-Einstimmigkeit” verkünden. Zuvor waren die Kandidaten und Kandidatinnen von Alexander Müller, Bewerber um das Bürgermeisteramt, und Richard Dollinger, Vorsitzender des Ortsverbandes, einzeln vorgestellt worden.

Eine zumindest kurze Präsentation war diesmal durchaus angebracht, denn neben den „üblichen Verdächtigen” finden sich durchaus auch einige bislang weniger bekannte Gesichter und Namen. Für Richard Dollinger war genau dies ein Reiz, den man bewusst gesetzt habe: „Wir sind bereit, ein neues Kapitel aufzuschlagen”, so der amtierende Wirtschaftsreferent des Stadtrats, er sei „stolz auf diese Liste”. Einen Bewerberpool mit 53 Personen habe man gehabt – die 24 Namen, auf die man sich letztlich geeinigt habe, stünden für einen wirklichen Querschnitt der Gesellschaft. Das gilt mit 45,16 Jahren auch für das Durchschnittsalter.

Nur fünf Frauen, aber sechs aktuelle Räte

Fünf „super Frauen” habe man auf der Liste aufgeboten und Dollinger ließ sogar ein wenig Selbstkritik anklingen, als er sagte, dass es für die hiesige CSU fast schon „gewohnt schwierig” gewesen sei, Frauen zu begeistern. Immerhin: Mit der örtlichen Vorsitzenden der Jungen Union, Nadine Römer (26 Jahre alt, Platz 9), ist eine der Bewerberinnen aussichtsreich platziert und mit Jutta Bauereiß (63, Platz 4) dürfte eine weitere Frau ihren (Wieder-)Einzug in den Stadtrat fast sicher haben.

Die „Top 3” stellen erwartungsgemäß drei Männer und amtierende Räte: Bürgermeisterkandidat Alexander Müller (Platz 1), „Urgestein” Christian Köstner (2) und Ortsverbandschef Richard Dollinger (3). Auch Vize-Bürgermeister Peter Holzmann, auf dessen Erfahrung man nicht verzichten wolle, findet sich auf Platz 5 sehr aussichtsreich im Rennen. Martin Hufnagel (Platz 6) muss bei einem „normalen” Wahlverlauf wohl auch nicht um seinen Wiedereinzug bangen und machte klar, dass er auch in der neuen Periode das Amt des Jugendbeauftragten gerne wieder übernehmen wolle.

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So weit, so erwartbar und auch die weiteren Bewerber in der Top 10 sind bekannte Gesichter in der Stadt: Christopher Wirth, wegen eines am gleichen Tag erlittenen Zehenbruchs auf Krücken anwesend, Aisaria-Chef Jörg Feigl oder Mario Leibold kennt man in Neustadt, doch jenseits davon wird es „frisch”: Alexander Meinl, Geschäftsführer beim gleichnamigen Instrumentenbauer, auf Platz 11 darf ebenso als Überraschung gewertet werden, wie Sven Moormann (Platz 15), ein „echter Zugezogener”, der lokalpolitisch noch nicht in Erscheinung getreten ist.

Ungewöhnliche Wendung

Und auch dass Thomas Fuchs (Platz 16), Sohn eines früheren Neustädter Ratsmitglieds, nach Jahren in München mit der Familie zurück in seine Heimatstadt gezogen und nun endlich doch noch in die Fußstapfen des Vaters treten möchte, ist eine ungewöhnliche Wendung.

Jüngster Bewerber auf dem CSU-Tableau ist Kai Köstner, dualer Student, Fußballer und Musiker, der bei der Wahl gerade mal 21 Lenze zählen wird und Sohn des amtierenden Ratsmitglieds Christian Köstner ist. Auch Dominic Bauereiß (Platz 13) kennt als Sohn von Jutta Bauereiß die Stadtratsarbeit vom heimischen Abendessenstisch, was vermehrt noch für Christine Pohli gelten dürfte. Die bei der Wahl 41-Jährige ist die Tochter von Vize-Bürgermeister Peter Holzmann und Enkelin eines ehemaligen Diespecker Bürgermeisters.

Mit dem Diebacher Sven Summ steht ein weiterer Sprößling eines früheren Stadtrats auf Platz 24 – Vater Karl-Heinz war nicht nur als Rat, sondern auch als Ortsteilsprecher jahrelang aktiv. Mit Richard Dollingers Ehefrau Annalena Dollinger steht auch auf Platz 20 eine Familienangehörige, die sich in den vergangenen Wochen vermehrt um die Organisation und Strategie des Wahlkampfs gekümmert habe.

„Vollgas” und keine leeren Versprechungen

In kurzen Ansprachen stimmten Richard Dollinger und Alexander Müller die Anwesenden auf den besagten Wahlkampf ein. Nach der Weihnachtszeit werde man mit dieser „grandiosen Liste” (Dollinger), die ein „saucooler Haufen” (Müller) sei, bis zur Wahl noch „richtig Vollgas” geben, versprach Dollinger. Er erklärte, die aktuelle achtköpfige CSU-Fraktion, die künftig auf die nicht mehr antretenden Wilfried Westhauser und Ulli Leopold verzichten muss, habe in der vergangenen Periode „sehr, sehr aktiv” alle ihre Wahlversprechen eingehalten.

Ähnlich, so Alexander Müller, wolle man es auch in der neuen Periode halten. Sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, werde er sich hüten, Luftschlösser zu bauen oder leere Versprechungen zu machen. Es gehe darum, Neustadt „Stück für Stück noch besser” zu machen, wofür er „ein offenes Ohr und viel gute Kommunikation” ankündigte. .

Die CSU-Stadtratsliste

1. Alexander Müller (34 Jahre alt, Augenoptikermeister)
2. Christian Köstner (54, Geschäftsführer)
3. Richard Dollinger (38, Apotheker)
4. Jutta Bauereiß (63, Geschäftsführerin)
5. Peter Holzmann (69, Rentner)
6. Martin Hufnagel (37, Versicherungsfachwirt)
7. Christopher Wirth (37, Geschäftsführer)
8. Jörg Feigl (56, Diplom-Kaufmann)
9. Nadine Römer (26, Steuerfachangestellte)
10. Mario Leibold (48, Friseurmeister und Eventmanager)
11. Alexander Meinl (38, Geschäftsführer)
12. Roman Fuchs (47, IT-Projektleiter)
13. Dominic Bauereiß (39, Geschäftsführer)
14. Ronny Arras (42, Werkstattleiter)
15. Sven Moormann (53, Leiter Unternehmensentwicklung)
16. Thomas Fuchs (54, Bankdirektor)
17. Christian Geißdörfer (38, Technical Solutions Specialist)
18. Alexander Tesmer (76, Rentner)
19. Christine Pohli (41, Gastronomin)
20. Annalena Dollinger (31, Leitung Kommunikation)
21. Katharina Pfeifer (39, Kriminalkommissarin)
22. Bernd Krampe (62, Architekt und Stadtplaner)
23. Kai Köstner (21, dualer Student)
24. Sven Summ (44, Heizungsbaumeister und Gastronom)

    Die Altersangaben beziehen sich auf den Tag der Kommunalwahlen am 8. März 2026.


    Patrick Lauer
    Patrick Lauer
    Redakteur
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