Oberstes US-Gericht: Tennessee darf Christa Pike hinrichten | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 01.10.2026 01:04, aktualisiert am 01.10.2026 01:29

Oberstes US-Gericht: Tennessee darf Christa Pike hinrichten

Der Oberste US-Gerichtshof soll sich mit der geplanten Hinrichtung von Christa Pike beschäftigen. (Archivfoto) (Foto: Susan Walsh/AP/dpa)
Der Oberste US-Gerichtshof soll sich mit der geplanten Hinrichtung von Christa Pike beschäftigen. (Archivfoto) (Foto: Susan Walsh/AP/dpa)
Der Oberste US-Gerichtshof soll sich mit der geplanten Hinrichtung von Christa Pike beschäftigen. (Archivfoto) (Foto: Susan Walsh/AP/dpa)

In Tennessee darf die erste geplante Hinrichtung einer Frau seit mehr als 200 Jahren vollstreckt werden. Das Oberste US-Gericht gab im Fall Christa Pike einem Eilantrag der für die Gefängnisse zuständigen Behörde des Bundesstaates statt und setzte damit den von einer unteren Instanz verhängten Vollstreckungsstopp außer Kraft. Eine Begründung für die Entscheidung gab es nicht.

Die drei liberalen Richterinnen am Supreme Court kritisierten die Mehrheitsentscheidung des Gerichts. In ihrer abweichenden Meinung argumentierte Sonia Sotomayor, die Entscheidung ebne dem Bundesstaat den Weg, Pike hinzurichten, bevor die Zweifel an der Rechtmäßigkeit des vorherigen Verfahrens ordnungsgemäß geprüft werden könnten. Die Richterinnen Elena Kagan und Ketanji Brown Jackson schlossen sich dem an.

Sotomayor schrieb weiter, sie sehe keinen Grund dafür, den üblichen Weg dieser Überprüfung zu umgehen, „insbesondere angesichts der schwerwiegenden Folgen einer fehlerhaften Entscheidung“. Sie bezeichnete das Vorgehen als „außergewöhnlich“. 

Mord liegt mehr als 30 Jahre zurück

Am Mittwoch war die Vollstreckung per Giftspritze erst kurz vor knapp gestoppt worden. Die heute 50-Jährige wurde 1996 für den Mord an einer damals 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt. Pike war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet.

Die zum Tode verurteilte Pike habe Zweifel an der Rechtmäßigkeit des vorigen Verfahrens dargelegt, die nun geprüft werden müssten, entschied ein Berufungsgericht am Mittwoch. Zentraler Punkt dabei ist die gerichtliche Würdigung von Traumata, die Pike eigenen Angaben zufolge als Kind erlitt.

Die Verurteilte machte vor Gericht geltend, der Bundesstaat Tennessee habe sie als Lügnerin abgetan und ihre Angaben zu erlittenem Missbrauch für fabriziert gehalten. Dann habe der Bundesstaat den Missbrauch später jedoch doch als solchen anerkannt.

Pike ist nach Angaben der offiziellen Webseite der Regierung von Tennessee die einzige Frau, die derzeit im Todestrakt des US-Bundesstaates eine Strafe verbüßt. Sie wäre laut der Forschungseinrichtung Cornell Center on the Death Penalty Worldwide die erste Frau seit 1819, die in Tennessee hingerichtet wird.

Eilantrag war vergebens

In dem Eilantrag an das Oberste US-Gericht warf der Staat Tennessee der Verteidigung Pikes unter anderem eine bewusste Verzögerungstaktik in letzter Minute vor, um die Vollstreckung zu verhindern. Zudem sahen die Kläger geringe Erfolgsaussichten für die Verurteilte: Die Grausamkeit und Schwere des Mordes wogen rechtlich so schwer, dass selbst das vor Gericht geltend gemachte Kindheitstrauma die Todesstrafe nicht verhindert hätte. 

Pike hingegen argumentierte in einer Antwort vor dem Supreme Court, dass dem Bundesstaat kein irreparabler Schaden entstehe, wenn der Eilantrag abgelehnt werde. Sollte ihm dagegen stattgegeben werden, würde Pike ihr Leben verlieren.

© dpa-infocom, dpa:260930-930-771156/3


Von dpa
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