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Veröffentlicht am 30.12.2025 10:00

PFC-Verseuchung in Katterbach: Neue Mess-Ergebnisse liegen vor

Wie breiten sich die per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) außerhalb der US-Kaserne in der Katterbach aus. Aufschluss darüber sollen Grundwasser-Messstellen liefern. Für die drei zuletzt gebohrten Stellen liegen jetzt Ergebnisse vor.

Seit mittlerweile elf Jahren ist bekannt, dass die Chemikalien im Erdreich unter der US-Kaserne im Ansbacher Ortsteil Katterbach schlummern. Die PFC waren Bestandteil der Löschschäume, welche die US-Feuerwehr verwendet hat. Der Schadensherd befindet sich unter dem Flugfeld, wo die Wehr über Jahrzehnte geübt hat.

Neun Messstellen reichen nicht aus

Ein Problem der PFC ist, dass sie nicht an Ort und Stelle bleiben. Über das Grundwasser wird das Gift verteilt. Aus diesem Grund wurden bisher zwei Maßnahmen ergriffen. Einerseits wurde auf dem Kasernengelände eine Abstromsicherung errichtet. Mit der Anlage, die seit Oktober 2024 in Betrieb ist, wird das Grundwasser gereinigt. So soll verhindert werden, dass die PFC weiter nach außen transportiert werden.

Zudem wurden im Außenbereich seit 2020 Grundwasser-Messstellen aufgebaut, die ermitteln sollen, wie sich die Schadstofffahne ausbreitet. Neun dieser Messstellen gibt es mittlerweile – und bei dieser Anzahl wird es nicht bleiben. Denn in der September-Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses hatte wie Verwaltung den Stadträtinnen und Stadträten mitgeteilt, dass die Ausbreitung immer noch nicht vollständig eingegrenzt werden kann.

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Elf Substanzen wurden gefunden

Mittlerweile liegen immerhin die Ergebnisse der drei Messstellen vor, die zuletzt aufgebaut wurden. Dies berichtete Mathias Brenner, Leiter des städtischen Umweltamtes, in der Dezember-Sitzung des Ausschusses. Nach seinen Worten wurden die Messstellen nach dem aktuellen Leitfaden des Bundesumweltministeriums für die Bewertung von per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), wie die PFC wissenschaftlich heißen, und nach der Bundesbodenschutzverordnung untersucht.

Insgesamt wurden bei der Auswertung 13 Einzelsubstanzen der PFAS-Stoffgruppe genauer unter die Lupe genommen. Überrascht hat die Verantwortlichen laut Brenner, dass in einer Messstelle keine dieser Substanzen aufgetaucht sind. In den zwei anderen der drei neuen Messstellen wurden hingegen elf der Substanzen gefunden.

„Das Gift muss aus endlich aus dem Boden”

Gemäß der Auswertung ergibt sich für die neue Messstelle sieben, die an den Obereichenbacher Fischweihern liegt, ein Wert von 6,64 Mikrogramm pro Liter. Die Messstelle 9, die im Süden der US-Kaserne liegt, weist einen Gesamtwert von 2,74 Mikrogramm pro Liter aus. Die Offene Linke Ansbach (OLA) kommt deshalb zu dem Schluss, dass eine 27-fache beziehungsweise 66-fache Überschreitung des Grenzwertes vorliegt.

Die OLA bezieht sich dabei auf den Grundwasser-Grenzwert für PFAS in Deutschland, der durch eine neue Trinkwasserverordnung festgelegt wird. Ab Mitte Januar gilt laut dem Umweltbundesamt dann ein Summen-Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter für eine Gruppe von 20 trinkwasserrelevanten PFAS-Verbindungen. Zudem sei die Kontaminierung mit den krebserregenden Stoffen etwa doppelt so hoch wie in dem Brunnen am Fischhaus, der derzeit Gegenstand einer Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland ist, heißt es von der OLA weiter.

Für Boris-André Meyer, Fraktionsvorsitzender der OLA im Stadtrat, ist der Fall klar. „Die PFC-Verseuchung im Umfeld der Kaserne Katterbach ist größer als angenommen. Der Flurschaden ist immens.” Nach seinen Worten muss jetzt endlich die Machbarkeitsstudie für die Sanierung am Flugfeld fertiggestellt werden. Dies sei die Grundlage dafür, dass das belastete Erdreich ausgebaggert und sicher gelagert werden kann. „Das Gift muss endlich raus aus dem Boden.”

Unter dem Flugfeld der US-Kaserne in Katterbach befindet sich der PFC-Schadensherd. Hier sollen rund 28.500 Kubikmeter belastetes Erdreich schlummern. (Archivbild: Jim Albright)
Unter dem Flugfeld der US-Kaserne in Katterbach befindet sich der PFC-Schadensherd. Hier sollen rund 28.500 Kubikmeter belastetes Erdreich schlummern. (Archivbild: Jim Albright)
Unter dem Flugfeld der US-Kaserne in Katterbach befindet sich der PFC-Schadensherd. Hier sollen rund 28.500 Kubikmeter belastetes Erdreich schlummern. (Archivbild: Jim Albright)

Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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