Pilgertouren für Trauernde: Regionales Angebot für Hinterbliebene | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 10.04.2026 07:30

Pilgertouren für Trauernde: Regionales Angebot für Hinterbliebene

Maria Rummel bietet Pilgertouren für Trauernde an. (Foto: Mathias Neigenfind)
Maria Rummel bietet Pilgertouren für Trauernde an. (Foto: Mathias Neigenfind)
Maria Rummel bietet Pilgertouren für Trauernde an. (Foto: Mathias Neigenfind)

Wenn man einen geliebten Menschen verloren hat, wird man oft vom Alltag mitgerissen, aber es fehlt einem der Antrieb. Trauer kann einen Menschen stark blockieren. Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch bietet dagegen spezielle Pilgertouren für Trauernde an.

Maria Rummel ist Referentin der Erwachsenenbildung, qualifizierte Trauerbegleiterin und bietet schon länger Pilgertouren an. Dabei ist ihr aufgefallen, dass auch immer Trauernde mitgelaufen sind. Für sie war klar: Die Trauer muss bearbeitet werden. „Wenn man die Trauer herunterschluckt, kommt sie irgendwann wieder hoch, entweder, dass man körperlich erkrankt oder psychisch.“ Und so hat Maria Rummel spezielle Pilgertouren für Trauernde entwickelt. Denn hier fällt die Trauerarbeit etwas leichter, man kommt leichter ins Gespräch, als zum Beispiel in einem Praxisraum.

Beim Pilgern hat Trauer einen Platz

„Beim Pilgern ist alles sehr natürlich, man kommt einfach eher in den Fluss, auch einmal etwas zu sagen, was man daheim oder im Büro nie gesagt hätte“, erzählt die Referentin. „Mit fremden Menschen über ganz Persönliches zu reden, das ist ein Erfahrungsschatz, das geht im Gehen viel leichter.“ Diese Erfahrung hat auch Annemarie Lang gemacht. Schon mehrfach hat sie an Pilgertouren für Trauernde teilgenommen. Bei ihr liegt der Trauerfall schon etwas länger zurück, war tief vergraben und beschäftigte sie immer wieder. „Da habe ich gemerkt, dass das Trauern auch seinen Platz haben muss. Das habe ich nicht gewusst“, so Lang. Sie hätte gar nicht vermutet, dass man beim Pilgern Trauer aufarbeiten kann.

So nahm sie ihren Mut zusammen und meldete sich an, und machte dann die Erfahrung, dass die Gruppe ganz anders mit Trauer umgeht. „Für mich hat das eine innere Legitimation gegeben, dass ich mich mit Trauer auch auseinandersetzen darf und soll. Da habe ich gemerkt, wie ich das überdeckt habe“, erinnert sie sich.

Auch bei ihr kam beim Laufen etwas in Bewegung. „Beim Wandern kommt man gut ins Gespräch, da löst sich was“, sagt Lang. „Die Gemeinschaft hält einen und man ist auch selbst ein Teil dieser Gemeinschaft. Dass auch die anderen einen mithalten, finde ich ein sehr gutes Gefühl.“

Erzählen befreit

Zu Hause können die Menschen im Umfeld Gespräche zur eigenen Trauer oft nicht mehr hören. Beim Pilgern kann man die Geschichte so oft erzählen, wie man möchte, und das befreit. Dadurch werden Menschen gelassener und entschleunigen. Das gibt wieder Kraft für den Alltag, denn die Trauer hat vorher viel Kraft genommen. Viele Menschen sind dadurch total erschöpft. „Ich glaube, es ist wichtig, dass die Menschen bei der Pilgertour erleben, dass Trauer sein darf und dass sie sehr unterschiedlich sein darf. Und dass jeder, so wie er trauert, okay ist“, findet Maria Rummel.

Ab 17. April gibt es eine dreitägige Pilgertour von Schwabach nach Gunzenhausen. Weitere Informationen unter bildung-evangelisch.com

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