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Veröffentlicht am 21.06.2026 00:02, aktualisiert am 21.06.2026 07:10

Plötzlich Gruppensieger: Nagelsmanns neue WM-Aufgaben

Nach der Rückkehr aus Toronto ist Julian Nagelsmann plötzlich Gruppensieger mit der DFB-Elf.  (Foto: Federico Gambarini/dpa)
Nach der Rückkehr aus Toronto ist Julian Nagelsmann plötzlich Gruppensieger mit der DFB-Elf. (Foto: Federico Gambarini/dpa)
Nach der Rückkehr aus Toronto ist Julian Nagelsmann plötzlich Gruppensieger mit der DFB-Elf. (Foto: Federico Gambarini/dpa)

Julian Nagelsmann stieg als glücklicher Gewinner in Toronto in den Flieger und landete zwei Stunden später als unverhoffter WM-Gruppensieger in Winston-Salem. Der sensationelle Punktgewinn von Curaçao gegen Ecuador hat der Fußball-Nationalmannschaft nach dem eigenen 2:1 (0:1) gegen die Elfenbeinküste schon vor dem Vorrundenabschluss den ersten Platz beschert und die weiteren Planungen des Bundestrainers sprichwörtlich wie im Fluge verändert.

Als Nagelsmann mit seinem Gewinner-Team um Doppeltorschütze Deniz Undav am späten Abend (Ortszeit) den kurzen Weg vom Smith Reynolds Airport zurück ins Teamhotel The Graylyn Estate fuhr, musste er sich keine Gedanken mehr machen, welche Gefahren beim noch ausstehenden Duell mit Ecuador am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in East Rutherford für den bestmöglichen Turnierweg doch noch drohen könnten. 

Erstes K.-o.-Spiel bei einer WM für Kimmich und Co. 

Erstmals seit dem Sommermärchen 2006 schließt die DFB-Elf nach zwei Siegen die Gruppenphase als Spitzenreiter ab. Das war das Wunschszenario von Kapitän Joshua Kimmich und seinen Kollegen. Das war die Hoffnung von Nagelsmann. Und erstmals seit dem Triumph 2014 in Brasilien spielt die DFB-Auswahl nun wieder ein K.o.-Spiel bei einer WM. Der Fluch der Turnier-Blamagen 2018 in Russland und 2022 in Katar ist vertrieben. 

Weiter geht es nach der turniertechnisch unbedeutenden ersten Visite im Endspielstadion vor den Toren New Yorks, in das man am 19. Juli zum Finale zu gerne ein zweites Mal reisen möchte, in der Zwischenrunde am 29. Juni in Foxborough bei Boston gegen einen der acht besten Gruppendritten. Infrage kommen Teams aus den Gruppen A, B, C, D oder F. in Foxborough hatte Nagelsmann vor knapp drei Jahren die ersten Trainingseinheiten als Bundestrainer mit der Nationalelf absolviert.

Mehrere Gegner in Zwischenrunde möglich

Immerhin die Kontrahentensuche für das erste Ausscheidungsspiel birgt in den kommenden Tagen noch ein wenig Spannung. Kandidaten sind etwa Co-Gastgeber Kanada, Schottland, Paraguay oder Schweden. Nagelsmann kann die Spiele entspannt im TV verfolgen. 

Der Bundestrainer wird sich dem übernächsten Kontrahenten aber noch nicht im Detail widmen. Er kann seine grundsätzlichen WM-Planungen neu justieren. Und zum großen Thema wird jetzt die Belastungsteuerung. Wie sehr verändert er seine Startelf? Wie bleibt man im Sieger-Rhythmus? Wer braucht eine Pause? Wer darf sich beweisen? Und natürlich ist die große Frage, ob Wunderjoker Undav nach seinen WM-Toren zwei und drei jetzt doch von Beginn an stürmen wird?

Noch in Toronto hatte Nagelsmann alles offen gelassen. Er wolle auch mit Undav selber sprechen. „Wir nehmen die Spieler mit in diesen Prozess“, sagte der 38-Jährige, als man noch davon ausgehen musste, dass für den sicheren Gruppensieg zumindest ein Punkt gegen Ecuador benötigt wird.

„Wir wollen das Spiel gegen Ecuador gewinnen. Wir werden sehen, wer unser nächster Gegner ist, und das bereiten wir vor. Aber zumindest werfen wir jetzt einen Blick darauf, was im nächsten Spiel unserer Gruppenphase passieren wird. Und dann werden wir uns auch dann auf Ecuador konzentrieren. Wir konzentrieren uns immer auf den nächsten Schritt“, sagte Nagelsmann.

Braucht Havertz eine Erholungspause?

Fakt ist: Jetzt kann er plötzlich viel mehr rotieren und für Ruhepausen sorgen. Denn zwischen Ecuador und dem Gegner X liegen nur vier Tage Pause. Sportdirektor Rudi Völler hatte schon vor dem Turnierstart angemerkt, dass Kai Havertz zum Beispiel nach vielen Verletzungen in der vergangenen Saison nicht jedes WM-Spiel bestreiten werde. 

Für Jamal Musiala können im Aufbau auch dosierte Einsätze sinnvoll sein. Und noch steht die Diagnose für Abwehrspieler Nico Schlotterbeck aus, der sich gegen die Elfenbeinküste wohl eine Verletzung des Innenbandes im linken Knöchel zugezogen hat. Antonio Rüdiger könnte als Ersatz-Innenverteidiger plötzlich doch wieder ganz wichtig sein. 

Generell hatte Nagelsmann schon angemerkt, dass er seinen ganzen Kader im Blick hat. „Für mich erschließt sich nie so der Sinn, wenn ich 26 Spieler dabei habe, warum ich die immer nur auf der Bank versauern lassen soll, wenn doch alle gut sind und auch spielen wollen“, sagte er. Jetzt bieten sich neue Möglichkeiten.

© dpa-infocom, dpa:260620-930-255953/4


Von dpa
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