Er sitzt jetzt oben auf seiner Wolke: Die Offene Linke Ansbach (OLA) trauert um Uwe Schildbach. Der langjährige Stadtrat verstarb am Sonntag überraschend im Alter von nur 58 Jahren.
Es ist erst ein paar Tage her, als man Uwe Schildbach beim Weltfrauentag sah, wie er rund um den Martin-Luther-Platz rote Nelken an viele Ansbacherinnen verteilte, dabei einen kecken Spruch auf den Lippen hatte und wie so häufig den Gesprächspartnern anschließend ein warmherziges Lächeln schenkte.
Ende vergangener Woche nahm er dann beim Streik der Gewerkschaft Verdi für die Durchsetzung der Rechte der Arbeitnehmer teil – es sollte sein letzter politischer Auftritt werden. Am Sonntag erlag der seit einigen Monaten gesundheitlich angeschlagene Schildbach einem Herzinfarkt.
„Ein Vorkämpfer für Frieden und Gerechtigkeit ist von uns gegangen“, sagte sein politischer Weggefährte und langjähriger Freund Boris-Andre Meyer zum Abschied. „Wir haben viel zusammen aufgebaut in Ansbach und dafür investiert. Uwe hinterlässt eine große Lücke.“
Schildbach gehörte dem Bezirkstag Mittelfranken über 16 Jahre und dem Ansbacher Stadtrat über elf Jahre lang an. Schon früh in seinem Leben engagierte er sich in den 1980-er Jahren gegen Aufrüstung und die atomare Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf. 1996 trat er in die damalige PDS ein und gestaltete in der Region den Vereinigungsprozess zur Partei Die Linke. Politische Größen wie Gregor Gysi lotste er nach Ansbach.
Im Bezirkstag von Mittelfranken wirkte Uwe Schildbach, der als Heilerziehungspfleger im Bezirksklinikum arbeitete, seit 2008 als Fürsprecher von Menschen mit Behinderung. 2006 gehörte er zu den Mitbegründern der kommunalen Wählergemeinschaft Offene Linke Ansbach.
„Er hat mit inhaltlicher Arbeit und kreativen Aktionen maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die OLA zum Impulsgeber in der Rezatstadt entwickeln konnte“, schreibt Meyer voller Anerkennung in einem Nachruf. Schildbachs unermüdlicher Einsatz für ein Ansbach frei von Kriegswaffen sei nun Vorbild und Auftrag zugleich.
Schildbach hinterlässt Ehefrau Zora sowie die Kinder Milan und Ivana. Als Musiker, der in Ansbach in einer Band spielte, verehrte er den ebenfalls früh verstorbenen Rio Reiser. Einer der Songs des Liedermachers mag nun als Mission für Schildbachs Mitstreiter dienen: „Der Traum ist Aus. Aber ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird.“