Aktuell deute nichts darauf hin, dass noch in diesem Jahr Geflohene in Wassertrüdingen ankommen werden. Das hat Bürgermeister Stefan Ultsch jetzt bei seinem Bericht zum aktuellen Sachstand hinsichtlich der Unterkunft im Stadtrat erklärt.
Zudem berichtete er von einem Termin mit Behörden an der Unterkunft. Der Innenbereich sei eingerichtet und die Heizung installiert. Zwei Mitarbeiter der Verwaltung kümmerten sich um den Pachtvertrag mit dem Landratsamt Ansbach. Gespräche mit dem Helferkreis und dem Roten Kreuz seien gelaufen.
Darüber hinaus habe die Polizei auch angesichts des Brandanschlages beim Aufbau der Unterkunft verstärkte Kontrollfahrten zugesichert. Als Zwischenlager für Kleidung oder Lebensmittel sei das ehemalige AWO-Vereinsheim am Schobdacher Weg anvisiert, so der Rathauschef, der auch von Räumen im Kulturtreff sprach.
Während Ultsch keine Anzeichen für eine Ankunft der geflohenen Menschen in der neuen Unterkunft noch in diesem Jahr sah, sagte Stadträtin Katharina Bucher (SPD/Offene Liste), in den Hotels Seebauer und Sonne würden Schutzsuchende bereits rund um die Uhr unterstützt. Dabei sei aber noch offen, wie diese Menschen ärztlich versorgt werden, vor allem müsse da die Finanzierung geklärt werden.
Ein nicht vor Ort ansässiger Arzt wäre bereit, die beiden wöchentlichen Sprechstunden zu übernehmen. Indes könne die Wassertrüdinger Ärzteschaft, um die Versorgung der Bevölkerung zu garantieren, keine zusätzlichen Patienten übernehmen.
Die Geflohenen seien nicht krankenversichert. Sie riefen beim Helferkreis an und müssten ihre medizinische Versorgung über den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder die Notrufnummer erhalten. Und da sehe sie allerdings sozialen Sprengstoff, sagte Stadträtin Bucher.
Als nicht korrekt bezeichnete sie die Ausführungen von Bürgermeister Ultschs zum AWO-Heim. Jedoch bekräftigte der Rathauschef dessen Nutzung als Zwischenlager. Das Bauamt habe sich der Sache angenommen. Derweil regte Peter Wittmann (CSU) an, einen öffentlichen Appell an die Regierung und das Landratsamt zu richten, damit sie die Kosten der ärztlichen Versorgung übernehmen: „Die Behörden sind in der Pflicht zu unterstützen.“ Der Stadtrat habe ein einstimmiges Votum für die Aufnahme der Geflüchteten gesendet und sich damit beispielhaft für den gesamten Landkreis verhalten, betonte Wittmann. Dazu ergänzend meinte sein Fraktionskollege Michael Hellwig, wenn die Bedingungen nicht eingehalten würden, könne der Pachtvertrag gelöst werden und die Unterkunft nicht in Betrieb gehen.