Mit einer Kritzelei an einer Klotür haben Jugendliche in der Wirtschaftsschule in Ansbach für Aufregung gesorgt und die Polizei auf den Plan gerufen. Die ermittelte am Freitag mehrere Tatverdächtige im Alter zwischen 15 und 17 Jahren und gab Entwarnung.
Am Donnerstag war in einer Schultoilette ein Schriftzug aufgetaucht, der die Verantwortlichen alarmierte. Schulleiterin Susanne Britz informierte die Polizei und per Rundschreiben auch Eltern und Erziehungsberechtigte.
Demnach habe man für den kommenden Montag von einer eventuellen „Gefährdungssituation“ ausgehen müssen. Nähere Angaben dazu machte Britz auf FLZ-Anfrage nicht.
Zum Wortlaut der Schmiererei hält sich auch die Polizei bedeckt. Der stellvertretende Leiter der Inspektion Ansbach, Polizeirat Stefan Schuster, erklärte lediglich, die Aussage sei „relativ hieroglyphisch“ gewesen. Zunächst sei schwer einzuschätzen gewesen, ob es sich um eine ernst zu nehmende Drohung, einen dummen Scherz oder etwa den Versuch, einen Prüfungstermin platzen zu lassen, gehandelt habe.
Deshalb habe man den Schriftzug von Fachleuten bewerten lassen, unter anderem von Spezialisten der Verhandlungsgruppe. Letztlich sei man aber davon ausgegangen, dass allenfalls ein sehr niedriges Risiko einer tatsächlichen Bedrohung bestanden habe. Dennoch, so Schuster, habe man die Sorgen ernst genommen und entsprechend reagiert. Das bedeutete, dass man in der Schule „Flagge gezeigt“ und Schüler befragt habe.
Mit Erfolg: Am frühen Nachmittag vermeldete Schuster, dass mehrere Jugendliche als wahrscheinliche Täter ermittelt worden seien. Sie hätten glaubhaft versichert, dass sie keinerlei Pläne für eine Gewalttat hatten. Die Tragweite und möglichen Folgen ihrer Aktion seien ihnen nicht bewusst gewesen.
Den Schülern drohen nun disziplinarische Maßnahmen der Schule, und gegen sie wird wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ ermittelt. Ungeachtet der Aufklärung will die Polizei laut Schuster am kommenden Montag in der Schule erneut Präsenz zeigen.