„Pragmata“: Sci-Fi-Game setzt auf Mond und Menschlichkeit | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 15.04.2026 00:08

„Pragmata“: Sci-Fi-Game setzt auf Mond und Menschlichkeit

Tolles Team im All: Diana und Hugh. (Foto: Capcom/dpa-tmn)
Tolles Team im All: Diana und Hugh. (Foto: Capcom/dpa-tmn)
Tolles Team im All: Diana und Hugh. (Foto: Capcom/dpa-tmn)

Die Artemis-II-Mondmission hat weltweit für eine Welle der Raumfahrt-Begeisterung gesorgt. Grund genug für Publisher Capcom, den Veröffentlichungstermin seines lang erwarteten Space-Sience-Fiction-Abenteuers „Pragmata“ vorzuziehen - und zwar auf den 17. April.

Von diesem Datum an können Weltraumbegeisterte in den Raumanzug von Hugh Williams schlüpfen. Er ist ein Raumfahrtingenieur, der in der nahen Zukunft zur Mondstation Cradle der DELPHI-Corporation reist.

KI baut Mondbasis - und Roboter

Die Mondbasis wurde gegründet, um den Rohstoff Lunafilament abzubauen und zu erforschen. Denn Lunafilament soll für den Asbau der Basis und zum Bau von Hilfsrobotern per 3D-Druck genutzt werden - alles überwacht und gesteuert vom KI-System IDUS.

Dann geht alles schief: Erst bricht der Kontakt zur Basis ab, dann gibt es ein Mondbeben, als Hugh die Basis mit seinem Team betritt. Das rafft alle seine Teammitglieder dahin und Hugh steht allein da. Und als wäre das nicht genug, stuft die KI IDUS ihn auch noch als unbefugtes Personal ein - und macht Jagd auf ihn.

Dann kommt „D-I-0336-7“ aka Diana

Doch Hugh wird von einem kleinen Mädchen gerettet. Sie trägt eine viel zu große, blaue Jacke und kann die Wachroboter hacken, so dass Hugh sie mit seiner Waffe ausschalten kann.

Doch bald stellt sich heraus: Das kleine Mädchen ist ein humanoider Pragmata-Roboter mit der Kennung „D-I-0336-7“, hervorgegangen aus geheimen Lunfailament-Forschungen auf der Cradle-Station. Hugh tauft seine Retterin Diana.

Hacken und schießen - Multitasking ist gefragt

Dianas Hacking-Fähigkeit schafft eine einzigartige Spielmechanik, mit der sich „Pragmata“ klar von anderen Third-Person-Shootern abhebt. Denn hier müssen die Spielenden Multitasking beherrschen.

Auf Hughs Befehl hin aktiviert Diana ihr Hacking-Protokoll und auf einem Teil des Bildschirms öffnet sich ein Fenster, wo manchmal ein Labyrinth, manchmal ein freier Pfad zum Hacking-Punkt wartet. Fest steht: Wird dieser Punkt nicht erreicht, der Hack nicht abgeschlossenen, verpuffen Hughs Kugeln wirkungslos.

Zerbrechliche Waffen und ein Jetpack

Hugh verfügt über eine Waffe, die sich automatisch auflädt, wenn alle Munition verschossen ist. Im Spielverlauf lassen sich weitere Waffen mit unterschiedlicher Durchschlagskraft einsammeln, die aber alle einen Haken haben: Sie haben jeweils nur eine begrenzte Anzahl an Schüssen, dann zerbrechen sie. Deshalb verlangt das Spiel kluges Kalkül: Situation einschätzen, die richtige Waffe wählen. Einfach Dauerfeuer ist hier kein Erfolgsrezept.

Die weitläufigen Mondstation-Level sind vertikal aufgebaut und gespickt mit Jump-Scare-Schreckmomenten. Hughs Jetpack, ein Raketenrucksack mit dem er feindlichen Angriffen ausweichen und schwer erreichbare Bereiche überbrücken kann, ist dabei unentbehrlich.

Sterile Korridore und ein schräger Times Square

Hughs Plan, mit Dianas Hilfe der Mondstation zu entfliegen, und zur Erde zurückzukehren, gerät ins Stocken, als die beiden die verschiedenen Sektoren der Cradle durchqueren. Diese beschränken sich nicht nur auf sterile Korridore. Herzstück ist eine von der KI  IDUS 3D-gedruckte Version des New Yorker Times Square.

Die ist allerdings alles andere als originalgetreu. IDUS' Vorstellung von Manhattan ist verzerrt, ein M.C.-Escher-Gemälde aus Beton und Neon: Taxis versinken im Boden, Busse wachsen aus Wänden. Diese absichtlich eingebetteten Fehler – von Capcoms Entwicklern gestaltet, um KI-generiertes Unbehagen zu erzeugen – machen die Umgebung zu einem fantastischen Kletterparadies voller Geheimnisse.

Eine Maschinen-Apokalypse, die quält

„Pragmata“ liefert ein beeindruckendes Aufgebot an Robotern, die dem Spieler das Leben schwer machen. Von erwachsenen Humanoiden und Flugdrohnen mit Lasern bis hin zu riesigen Monsterrobotern wird alles aufgeboten. Jeder Roboter besitzt ein einzigartiges Design, eigene Bewegungsmuster und Angriffsstile.

Manche verfügen über Schilde, die Dianas Hacking-Technik blockieren. Dann liegt es an Hugh, einen Weg zu finden, diese Abschirmung zu umgehen – damit Dianas Fähigkeiten wieder greifen können.

Eine tragende Verbindung

Im Verlauf der Geschichte erfahren wir mehr über Diana und Hugh. Die beiden entwickeln eine Beziehung wie Vater und Tochter. Je mehr Widrigkeiten sie gemeinsam überwinden, desto stärker wird sie. „Pragmata“ setzt stark auf diesen Aspekt und schickt den Spieler nach jeder großen Begegnung und Entdeckung zurück in den sogenannten Shelter.

Der Shelter ist die Basis von Hugh und Dianas Abenteuer, eine unterirdische Anlage, die über eine Straßenbahnlinie mit anderen Spielbereichen verbunden ist. Hier lassen sich Hughs und Dianas Fähigkeiten aufrüsten, neue Waffen drucken und upgraden sowie Hacking-Module und Anzuganpassungen vornehmen – bevor es zum nächsten Ziel geht.

Sobald man Cabin entdeckt, den freundlichen KI-Robo, der im Shelter haust, stehen auch herausfordernde Trainingssimulationen, Roboter- und Geheimdateiarchive sowie verschiedene Skins für Diana und Hugh zur Verfügung. Die Gespräche der beiden, die sich im Shelter am schönsten entfalten, sorgen dabei immer wieder für Schmunzler.

Fazit: Ein starker Mond-Aufritt

„Pragmata“ ist seit seiner Ankündigung im Jahr 2020 ein heißt erwartetes Spiel - und trotz sechsjähriger Entwicklung auch wegen der Artemis-II-Mission aktueller denn je.

Die starken Sci-Fi-Spielmechaniken, der Fokus auf Multitasking und Überleben bei gleichzeitiger begrenzter Waffenkraft ergeben einen spannenden Überlebenskampf.

Atmosphäre und Musik steigern die Immersion, getragen von eindrucksvollen Charakteren in Gestalt von Diana und Hugh. Grafik und abwechslungsreiches Level-Design ziehen Spielende in ihren Bann.

Der gute Plot, die bemerkenswerte Verbindung zwischen den beiden Hauptcharakteren, die sich über die Spielzeit hinweg festigt, und das innovative Gameplay in einem faszinierenden Mond-Setting – all das hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

„Pragmata“ erscheint am 17. April 2026 für PC, Playstation 5, Xbox Series X/S und Switch 2. Die Altersfreigabe (USK) liegt bei zwölf Jahren.

© dpa-infocom, dpa:260414-930-945815/1


Von dpa
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