Punktsieg fürs Gymnasium: Scheinfelder Schule feiert 80. Geburtstag | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 26.01.2026 09:19

Punktsieg fürs Gymnasium: Scheinfelder Schule feiert 80. Geburtstag

Schulleiter Wolfram Schröttel vor der schulischen Big Band bei seinen einleitenden Worten zur Jubiläumsfeier in der Wolfgang-Graf-Halle – eine kleine Spitze gegen den Bürgermeister hatte er dabei auch noch im Gepäck.  (Foto: Martina Hinkelmann)
Schulleiter Wolfram Schröttel vor der schulischen Big Band bei seinen einleitenden Worten zur Jubiläumsfeier in der Wolfgang-Graf-Halle – eine kleine Spitze gegen den Bürgermeister hatte er dabei auch noch im Gepäck. (Foto: Martina Hinkelmann)
Schulleiter Wolfram Schröttel vor der schulischen Big Band bei seinen einleitenden Worten zur Jubiläumsfeier in der Wolfgang-Graf-Halle – eine kleine Spitze gegen den Bürgermeister hatte er dabei auch noch im Gepäck. (Foto: Martina Hinkelmann)

Das Scheinfelder Gymnasium feierte sein 80-jähriges Bestehen und reihte sich mit einem fulminanten Jubiläumsabend in der Wolfgang-Graf-Halle in die „übergeordneten” Feierlichkeiten ein. Denn die Stadt selbst wird heuer bekanntlich 1250 Jahre alt.

Oberstudiendirektor Wolfram Schröttel begrüßte unter anderem den scheidenden Bürgermeister Claus Seifert und konnte es sich nicht verkneifen, in dessen Richtung eine kleine Spitze zu setzen. Beim Blick ins Publikum sei klar, dass zum Gymnasiums-Jubiläumsabend deutlich mehr Menschen gekommen seien, als zum Kulturauftakt der Stadt Scheinfeld vor einigen Tagen.

Statt einer Kunstschule kam ein Gymnasium nach Scheinfeld

In seiner folgenden Ansprache verlas Schröttel unter anderem auch Passagen aus der vom ehemaligen langjährigen Schulleiter Doktor Franz Mathy gestalteten Schulchronik. Die Gründung war demnach auf eine Künstlerin namens Elli Jüngling zurückzuführen. Eigentlich hatte diese in Scheinfeld eine Kunstschule eröffnen wollen, entschied sich aber aufgrund der damaligen Situation im Nachkriegsdeutschland für eine höhere Schule.

Durch Unterstützung der amerikanischen Militärverwaltung sowie durch den damaligen Bürgermeister Michael Braun wurde dann bereits am 16. Januar 1946 um 8 Uhr morgens mit zunächst rund einhundertzwanzig Schülern der Unterricht im damaligen Schulhaus in Schwarzenberg begonnen. Bereits drei Monate später siedelte die Schule angesichts der schnell steigenden Schülerzahlen in das steinerne RAD-Haus am heutigen Standort in der Landwehrstraße um. Ab dem Jahr 2020 wich das alte Gebäude einem Neubau.

Schulbusse gab es am Anfang noch nicht

Von dieser Zeit wusste auch eine ehemalige Schülerin zu berichten, die von Salome Treuheit – einer aktuellen Schülerin – befragt worden war. Sie sei damals als die Älteste von zehn Kindern einer Familie in Burghaslach auf die höhere Schule nach Scheinfeld geschickt worden. Dazu musste sie sich sogar ein Zimmer in Scheinfeld nehmen, denn Schulbusse habe es seinerzeit noch nicht gegeben. Nur in den Ferienzeiten konnte sie nach Hause.

Auch Bücher und Hefte seien damals Mangelware und kostbares Gut gewesen, doch trotz dieser widrigen Umstände, habe sie die Jahre als eine schöne Zeit empfunden, da der Zusammenhalt unter den Schülern und Schülerinnen groß gewesen sei. Mit „ihren Mädchen“ wie sie es nannte, habe sie zu deren Lebzeiten immer den Kontakt gehalten.

Mit Bigband und Tanz durch die Feierlichkeiten

Nach diesem kleinen Ausflug in die Vergangenheit ging es mit diversen Vorführungen der aktuellen Schülerschaft schnurstracks in die Gegenwart. Los ging es mit der Bigband und den verschiedenen Chören (Unterstufe-, Mittelstufe- und Oberstufenchor), die Lieder aus ihrem Repertoire vortrugen. Als Solisten spielten Frieda Rain aus der Klasse 9c an der Violine die „Sonate D-Dur, Allegro molto“ von Franz Schubert und Dominique Salca an der E-Gitarre aus der Klasse 8b „Nothing Else Matters“ von Metallica.

Die Sportklasse 10ab zeigte mit ihrem Tanz, den sie mit ihrer Sportlehrerin Marie Scholz in den vergangenen Monaten einstudiert hatte, eine sehr pittoreske Darstellung des Schulalltags. Begleitet wurden die Jugendlichen mit einem eingespielten Lied, das die Schülerinnen selbst geschrieben hatten. Darin ging es um den Zusammenhalt an der Schule und, dass Freundschaft für die Schülerinnen wichtiger sei als Noten. Das Bemerkenswerte: Gesungen wurde abwechselnd in Deutsch, Englisch, Latein und Französisch.

Neue Strophe für das Frankenlied

Ein weiterer Programmpunkt war die Vorschau auf das diesjährige Stück der Theater AG „König Artus. Der Ruf des Grals“, das von Amelie Weigang und Schülerinnen und Schülern der Theater AG konzipiert worden war. In der Hauptrolle des verliebten Artus war Benedikt Amtmann zu sehen. Die Musik dazu lieferte Johannes Holzapfel aus der Klasse 11b.

Den krönenden Abschluss bildete – ganz traditionell – das von der Big Band und allen Chören einstudierte Frankenlied. Hintergrund war der Aufruf der Staatsregierung, für das Frankenlied eine weitere Strophe zu erstellen, in der sich Mittelfranken präsentieren kann. Benedikt Amtmann aus der Q13 und Sophia Gegner (Abiturientin 2024) hatten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und tatsächlich eine neue Strophe kreiert.

Doch die Schüler und Schülerinnen mussten nicht alleine singen. Dem Anlass angemessen erhob sich der komplette Saal und sang inbrünstig die ersten beiden bekannten Strophen mit, und die auch neu entstandene dritte Strophe erhielt noch jede Menge stimmliche Unterstützung.


Von FM Martina Hinkelmann
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