In der Neujahrsnacht 2024 hatte der Täter zugeschlagen und das Muna-Museum bei Marktbergel ausgeräumt. Wertvolle, teilweise unwiederbringliche Schaustücke verschwanden auf Nimmerwiedersehen. Doch wie jetzt am Rande einer Veranstaltung für Museen in Westmittelfranken bekannt wurde, hat sich der Fall inzwischen aufgeklärt. Die Hintergründe sind besonders bitter für den Trägerverein.
Wie der Vereinsvorsitzende Friedrich Wittmann berichtet, hatte sich der Täter „Zeit gelassen und er hat sich ausgekannt“. Kein Wunder, denn: Es war laut Wittmann ein Mitglied aus den eigenen Reihen. Der Mann sei dem Verein kurz zuvor beigetreten, habe sich das Vertrauen der Kameraden erschlichen und dann schamlos ausgenutzt. In der Silvesternacht schließlich habe er die Flex ausgepackt und die Eisentür aus der Verankerung geschnitten.
Nachdem er sich Zugang zum Museum verschafft hatte, war er gezielt vorgegangen. Ihn interessierten ausschließlich Objekte aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges, darunter ein Säbel im Wert von mehreren Tausend Euro, eine Hitler-Büste und eine Kapsel für Zyankalitabletten. Für solche Sachen gebe es „einen enormen Markt“, so Wittmann.
Für das Museum bedeutet dieser Diebstahl einen herben Verlust an Exponaten. Nicht so sehr wegen des monetären Wertes der Objekte, sondern weil viele der Exponate aufgrund ihrer Seltenheit schlichtweg nicht zu ersetzen sind.
Das Polizeipräsidium Mittelfranken bestätigt den Ermittlungserfolg. Ein 39-Jähriger aus dem Bundesland Sachsen wurde als Tatverdächtiger ermittelt, sagt Polizeisprecher Michael Petzold. Der Mann werde sich jetzt strafrechtlich verantworten müssen. Doch wohin die Beutestücke verschwunden sind, sei weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Heißt: Aufgetaucht ist bislang nichts.