Realschule Schillingsfürst taucht in die Welt der Bienen ein | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 27.01.2026 12:14

Realschule Schillingsfürst taucht in die Welt der Bienen ein

Die Schülerinnen und Schüler der Edith-Stein-Realschule kontrollieren zusammen mit Hausmeister und Imker Herbert Feist die Bienenstöcke. (Foto: Irma Bogenreuther)
Die Schülerinnen und Schüler der Edith-Stein-Realschule kontrollieren zusammen mit Hausmeister und Imker Herbert Feist die Bienenstöcke. (Foto: Irma Bogenreuther)
Die Schülerinnen und Schüler der Edith-Stein-Realschule kontrollieren zusammen mit Hausmeister und Imker Herbert Feist die Bienenstöcke. (Foto: Irma Bogenreuther)

Zwischen summenden Bienen, duftenden Wachstüchern und selbstgebackenen Honigplätzchen entdecken elf Schülerinnen und Schüler der Edith-Stein-Realschule in Schillingsfürst derzeit eine Welt, die im Klassenzimmer nur schwer zu vermitteln ist: das Reich der Bienen.

Im Wahlfach „Schulimkerei“ von der Fachlehrkraft für Ernährung und Gesundheit und Kräuterpädagogin, Irma Bogenreuther, treffen sich die Fünft- bis Achtklässler und -klässlerinnen alle zwei Wochen, um Natur hautnah zu erleben – neugierig, mit offenen Augen und meistens mit einem breiten Grinsen im Gesicht, heißt es in einer Mitteilung der Realschule. Zunächst stand die Biene selbst im Mittelpunkt. Wie ist ihr Körper gebaut? Wie funktioniert ein Bienenstaat? Und was genau macht eigentlich ein Imker, eine Imkerin? Mit Modellen, Zeichnungen und Geschichten tasteten sich die Kinder und Jugendlichen an ein Tier heran, das man zwar kennt, aber selten wirklich versteht.

„Ein richtiges Buffet für Vögel und Insekten”

„Ich wusste gar nicht, dass die so viele Aufgaben haben“, staunte ein Fünftklässler, als klar wurde, dass im Bienenvolk ein streng organisiertes Miteinander herrscht. Kurz darauf ging es raus ins Freie – in den herbstlichen Park unweit der Schule. Dort suchten die jungen Naturdetektive und -detektivinnen nach Hecken, Sträuchern und Pflanzen, die Nahrung und Schutz für Insekten bieten. Gefunden haben sie mehr als erwartet: Schlehen, Hagebutten oder Weißdorn. „Das ist ja ein richtiges Buffet für Vögel und Insekten“, kommentierte eine Schülerin laut der Mitteilung. Ein Quiz sorgte zusätzlich für Spannung und zeigte, wie viel Wissen bereits hängen geblieben war.

Als die kalte Jahreszeit näher rückte, stellte die Gruppe Wintervögel in den Mittelpunkt. Aus Kiefernzapfen, Streufutter und verschiedenen Fetten entstanden Vogelfutterzapfen, die später im heimischen Garten platziert wurden. Stolz berichteten einige Kinder und Jugendliche nach den Feiertagen, dass Rotkehlchen, Meisen und sogar ein Eichelhäher daran zu knabbern schienen.

In der Adventszeit wurde es dann gemütlich: Gemeinsam wurden Weihnachtsplätzchen gebacken – selbstverständlich mit Honig aus der eigenen Schulimkerei. Der süße Duft zog durch das Schulhaus und lockte Lehrkräfte wie Schülerinnen und Schüler in die Küche, heißt es in der Mitteilung. „Das ist der leckerste Honig, weil wir ihn selbst gemacht haben“, wird ein Sechstklässler zitiert.

Nachhaltigkeit spielt in der Schulimkerei allerdings genauso eine Rolle wie Naturbeobachtung. Aus bunten Baumwollstoffen und Bienenwachs stellten die Schülerinnen und Schüler Bienenwachstücher her – eine umweltfreundliche Alternative zur Plastikfolie. Das Einschmelzen des Wachses, das Einbügeln und das anschließende Trocknen sorgte laut Erklärung für staunende Gesichter: „Wahnsinn, was man damit alles einpacken kann.“

Liste mit Pflanzen für das Frühjahr

Zum Jahreswechsel rückte schließlich die Zukunft in den Fokus. Welche Sträucher sind besonders bienenfreundlich? Welche weniger? Und welche könnten im Frühjahr auf dem Schulgelände einen neuen Platz finden? Die jungen Imkerinnen und Imker stellten Listen zusammen und planen laut dem Statement bereits, welche Pflanzen im kommenden Frühjahr gesetzt werden.

Die Edith-Stein-Realschule will mit dem Wahlfach zeigen, wie modern und alltagsnah Umweltbildung aussehen kann, heißt es in der Mitteilung: theoretisches Wissen, praktische Arbeit, Naturerfahrung und Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt. Und ganz nebenbei entstehe bei den Jugendlichen etwas, das sich in keinem Lehrplan verordnen lässt: Begeisterung.

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