Die Gewerkschaft Verdi kritisiert ANregiomed. Der Krankenhausverbund versucht seit Monaten, die Ausgaben für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu drücken und nutzt dafür Methoden, die rechtlich zumindest fragwürdig sind.
Wer mehr als 42 Krankheitstage hat, bekommt ein Schreiben vom Dienstleistungszentrum Personalwesen (DLZ HR). ANregiomed will dann bei neuen Krankmeldungen die Lohnfortzahlung nicht mehr übernehmen, selbst wenn es sich um eine neue Erkrankung handelt. Dazu wäre das Unternehmen gesetzlich eigentlich verpflichtet. Doch soll nur noch dann Geld fließen, wenn Beschäftigte alle Details der Erkrankung offenlegen. Das stößt beim Personal auf Unverständnis.
Verdi bewertet dieses Vorgehen in einer Pressemitteilung als „rechtlich bedenklich und als Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, die tagtäglich ihr Bestes geben”. Die Rechtsabteilung der Gewerkschaft habe eine umfassende Prüfung eingeleitet, informiert Verdi. Es bestehe der Verdacht, dass ANregiomed versuche, Krankheitsphasen zu Lasten der Beschäftigten falsch einzuordnen und sich damit unzulässig aus der gesetzlichen Entgeltfortzahlungspflicht zurückzuziehen.
Die Gewerkschaft fordert alle Betroffenen auf, ihre Rechte konsequent wahrzunehmen. Dazu gehört, sich bei Unsicherheiten frühzeitig an die Krankenkasse, den behandelnden Hausarzt oder eine qualifizierte Rechtsberatung zu wenden. „ANregiomed stellt finanzielle Interessen, ohne moralische Bedenken über das Wohl seiner Beschäftigten und verletzt damit massiv seine gesetzliche und moralische Fürsorgepflicht”, wird Gewerkschaftssekretär Timo Klein in der Mitteilung zitiert. „Gesundheit ist kein Kostenfaktor, sondern Grundbedingung für gute Pflege und medizinische Versorgung. Wer sie angreift, gefährdet das gesamte System.“