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Veröffentlicht am 28.04.2026 05:31, aktualisiert am 28.04.2026 11:37

Razzia bei Motorradrockern: Millionenwerte sichergestellt

Mit einer großangelegten Razzia geht die Polizei in Nordrhein-Westfalen gegen die Rockergruppe „Hells Angels“ vor.  (Foto: Alex Talash/dpa)
Mit einer großangelegten Razzia geht die Polizei in Nordrhein-Westfalen gegen die Rockergruppe „Hells Angels“ vor. (Foto: Alex Talash/dpa)
Mit einer großangelegten Razzia geht die Polizei in Nordrhein-Westfalen gegen die Rockergruppe „Hells Angels“ vor. (Foto: Alex Talash/dpa)

Bei den Razzien gegen „Hells Angels“-Rocker in NRW haben die Ermittlungsbehörden Vermögenswerte von bis zu 2,5 Millionen Euro sichergestellt. Das sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) vor Journalisten in Düsseldorf. Laut Reul hatten Ermittlungen zu Organisierter Kriminalität zu dem „Hells Angels“-Ableger in Leverkusen geführt. Der war kurz vor der Razzia verboten worden.

Präsident des Chapters Leverkusen festgenommen

Der Leverkusener Ableger war laut Innenministerium erst im Mai 2024 als sogenanntes „Prospect Charter“ - also quasi als Anwärter - gegründet und im Juni 2025 zur vollwertigen Ortsgruppe ernannt worden. „Mitglieder sind vielfach durch Straftaten in Erscheinung getreten – darunter unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln, Bedrohung, Nötigung, Körperverletzung und räuberische Erpressung“, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Der 46 Jahre alte Präsident des Chapters Leverkusen wurde festgenommen, gegen ihn liegt laut Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl vor. Es gebe insgesamt 44 Beschuldigte im Alter von 21 bis 59 Jahren, ergänzte Reul. 

In der Werkstatt des Präsidenten in Langenfeld habe man zahlreiche Motorräder der Marke Harley-Davidson gefunden, sagte Reul. Man kläre nun, wem die gehören. Außerdem habe man bei den Razzien Waffen gefunden und ein Bankschließfach in Lünen durchsucht. Das Vereinsvermögen wird laut Ministerium „beschlagnahmt und zugunsten des Landes Nordrhein-Westfalen eingezogen.“

Hinweise auf professionellen Drogenanbau

„Erste Hinweise lassen auch auf einen profitorientierten Anbau von Betäubungsmitteln schließen“, erklärte Reul. Rockerclubs hätten nichts mit „Motorradromantik“ zu tun, betonte der Minister. Vielmehr gehe es um organisierte Kriminalität, Drogenhandel, Waffen oder Schutzgelderpressung. Wenn man da mitmache, müsse man damit rechnen, „dass die Polizei morgens im Schlafzimmer steht. Nicht als Gast, sondern mit einem Durchsuchungsbeschluss.“

Die Polizei hatte am Morgen um 4 Uhr mit den Razzien begonnen, an denen 1.200 Beamte beteiligt waren. Sie durchsuchten 56 Objekte in 28 Städten. Razzien gab es in Wohnungen und Geschäftsräumen von Vereinsmitgliedern und Unterstützern unter anderem in Leverkusen, Köln, Langenfeld, Monheim, Solingen, Dortmund, Oberhausen, Ahaus, Velbert, Duisburg, Bergheim, Gummersbach, Kempen, Herne, Voerde, Bielefeld, Bochum, Dinslaken, Lünen und Marienheide.

Einer der größten Einsätze gegen Rocker in NRW

Es handelt sich laut Innenministerium um einen der größten Einsätze zur Bekämpfung der Rockerkriminalität in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Federführend bei den Ermittlungen sind die Polizei Düsseldorf und die Spezial-Staatsanwaltschaft der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS NRW). Es geht bei dem Verfahren unter anderem um den Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie der räuberischen Erpressung.

© dpa-infocom, dpa:260428-930-1475/9


Von dpa
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