Ein bürokratisches Hindernis zu beseitigen, einen langjährigen Leerstand zu beenden und ein eingeführtes Handelsunternehmen in Ansbach zu halten – dazu hat der Bauausschuss des Stadtrates jetzt einstimmig sein positives Votum abgegeben. Es geht um die Änderung des Bebauungsplans für die östliche Welserstraße.
Im Erdgeschoss des Gebäudes mit der Adresse Welserstraße 17/19 herrscht seit Jahren gähnende Leere. Hier war einst der Bodenbelags- und Tapeten-Markt TTL beheimatet, der aber schon lange an die Rothenburger Straße umgezogen ist.
Jetzt will sich das Rofu Kinderland in der Welserstraße ansiedeln, das aktuell noch Mieter im Ladenkomplex an der Meinhardswindener Straße ist. Weil der dortige Standort modernisiert wird und künftig neben dem Rewe-Markt unter anderem auch ein Aldi-Discounter entstehen soll, braucht Rofu eine neue Heimat.
Einer Ansiedlung in der Welserstaße 17/19 steht jedoch noch ein bürokratisches Hindernis entgegen: Der bestehende Bebauungsplan lässt für den Bereich östlich der Draisstraße keine Einzelhandels-Unternehmen mit innenstadtrelevantem Sortiment zu. Ein solches Sortiment bietet Rofu allerdings teilweise an.
Mit dem neuen Bebauungsplan „Nahversorgungszentrum Welserstraße” will man auch den östlichen Teil für diese Sortimente öffnen, so wie es im westlichen Teil unter anderem mit einem Aldi-Markt und einem dm-Drogeriemarkt bereits der Fall ist. So will man das Potenzial der bestehenden Gebäude besser nutzen und Ansiedlungsmöglichkeiten für Handelsunternehmen schaffen, die aufgrund der benötigten Verkaufsfläche und dem angebotenen Sortiment keine Ladenflächen in der Innenstadt finden, wie es in der Sitzungsunterlage heißt.
Im November 2025 hatten Bauausschuss und Stadtrat bereits den Weg für die Öffentlichkeitsbeteiligung frei gemacht, vom 1. bis 17. Dezember lag der neue Bebauungsplan zur Einsicht für die Bevölkerung aus. In diesem Zeitraum habe es aber keine Stellungnahmen gegeben, sodass keine Änderung der Pläne notwendig war, wie Stadtplanerin Andrea Heinlein jetzt im Bauausschuss berichtete.
Einstimmig empfahl der Bauausschuss jetzt dem Stadtrat, den nächsten Schritt im Bebauungsplan-Verfahren zu tun und die Pläne erneut öffentlich auszulegen sowie die Stellungnahmen betroffener Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange einzuholen.
Anmerkung der Redaktion: Am 21. Januar wurde bekannt, dass der Spielwarenhändler Insolvenz beantragt hat. Inwiefern dies das Vorhaben von Rofu in Ansbach beeinflusst, ist derzeit unklar.