Einmal im Jahr bewegen sich ganz viele Pfarrerinnen und Pfarrer in die Kirche St. Johannis in Ansbach. Dann feiern evangelische Theologinnen und Theologen aus ganz Bayern mit Angehörigen Ordinationsjubiläum. Am Montag war es wieder so weit, und ein Pfarrer blickt auf einen besonders langen Zeitraum zurück.
Eine Priesterweihe praktiziert die evangelische Kirche nicht. Als Ordination versteht sie die gottesdienstliche Handlung, mit der sie Frauen und Männer zum geistlichen Amt beauftragt und bevollmächtigt.
„Wir sind sehr, sehr dankbar, dass so viele Jubilarinnen und Jubilare heute hierher nach Ansbach kommen konnten”, betonte Landesbischof Christian Kopp. Er wirkte in seinem Amt nun schon zum zweiten Mal in Folge in dem Festgottesdienst zum Jubiläum mit.
Rund 130 Pfarrerinnen und Pfarrer besuchten diesen diesmal als Jubilarinnen und Jubilare. Sie feierten 25, 40, 50, 60 oder – im Falle von Pfarrer Johannes Braun – gar 65 Jahre Ordination. Alle Jubilarinnen und Jubilare bekamen im Gottesdienst ein Ordinationskreuz.
„Heute zeigt sich: Kirche lebt vom Miteinander”, hatte Pfarrerin Veronika Mavridis erklärt, als sie die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes begrüßt hatte. Sie ist Mitglied im Hauptvorstand des Pfarrer- und Pfarrerinnenvereins in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und für die Organisation des Gottesdienstes zuständig.
Die Pfarrerin würdigte auch die Angehörigen der Pfarrerinnen und Pfarrer, die über die Jahre so viel mitgetragen hätten. „Veränderungen verlangen Einsicht, Mut, Trauerarbeit”, stellte als Festprediger Regionalbischof Thomas Prieto Peral fest, der im Kirchenkreis Schwaben-Altbayern tätig ist. Alle Jubilarinnen und Jubilare hätten dies über die vielen Jahre erlebt.
Die Zeit derzeit „fordert ja viel von uns ab”. Er ging auf das Angebot „Einfach heiraten” der evangelischen Kirche ein. Wer diese Feier, diesen Tag des einfachen Heiratens, erlebt habe, „weiß: Hier kommen Menschen, die oft einen ganz anderen Zugang brauchen, oft gebrochene Lebensgeschichten haben, ungewöhnliche Lebensgeschichten”.
Im Gottesdienst wirkten überdies mit: Ansbachs Dekan Dr. Matthias Büttner, die Vorsitzende des Pfarrer- und Pfarrerinnenvereins, Pfarrerin Corinna Hektor, ihr Stellvertreter Pfarrer Daniel Tenberg, Pfarrerin Dorothee Tröger (Konvent der Evangelischen Theologinnen in Bayern) und Mesner Holger Lang. Dekanatskantorin Ulrike Walch (Orgel) und Johannes Stürmer (Trompete) umrahmten musikalisch.