Runenhexe und Berserker: Was es mit dem „Aischgründer Thing” auf sich hat | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 17.08.2024 07:00

Runenhexe und Berserker: Was es mit dem „Aischgründer Thing” auf sich hat

Doppelnutzen: Der Steinmetz Sascha Winkler fertigt während des Lagerlebens einen Torpfosten für das Schloss in Rüdenhausen. (Foto: Ulli Ganter)
Doppelnutzen: Der Steinmetz Sascha Winkler fertigt während des Lagerlebens einen Torpfosten für das Schloss in Rüdenhausen. (Foto: Ulli Ganter)
Doppelnutzen: Der Steinmetz Sascha Winkler fertigt während des Lagerlebens einen Torpfosten für das Schloss in Rüdenhausen. (Foto: Ulli Ganter)

Es war ein heißer Tag – sowohl von der Arbeit her als auch von den Temperaturen her. Mit etwas Verspätung startete am Donnerstagabend das erste „Aischgrunder Thing“.

Was das Aischgrunder Thing von anderen Mittelaltermärkten unterscheidet, ist zum einen das ausgeprägte Lagerleben: Am Eröffnungsabend waren die 100 bis 120 Mitwirkenden gegenüber etwa 80 Besuchern und Besucherinnen sogar in der Überzahl. Organisator Andreas Weiler ist trotzdem hochzufrieden. Er habe mit weniger Gästen gerechnet, sagte er.

Die „Aischgründer Berserker“, die sich an der Organisation beteiligten, seien sogar ausverkauft gewesen. Sie hatten an ihrem Grillstand Burger zubereitet. Auch die Händler hätten Umsatz gemacht. Einzelne kamen am Freitag noch nach.

Jugendweihe, Orakel und Gericht

Der zweite Unterschied zu den üblichen Mittelaltermärkten ist der Steinkreis, in dem sich die verschiedenen Stämme, die sich gerade in Peppenhöchstädt, einem Ortsteil Uehlfelds herumtreiben, zusammenfinden.

Ein Thing, das war zu den Zeiten der Germanen eine Volks- oder Gerichtsversammlung. Man konnte sich gegen einen gemeinsamen Feind verbünden, das Orakel befragen, junge Männer wurden bei der Jugendweihe in die Welt der Krieger aufgenommen – wozu manchmal noch Prüfungen wie Axtwerfen oder Bogenschießen zu absolvieren waren – oder ein Streit wurde geschlichtet.

Solche und andere heidnische Rituale sollen auch am Wochenende noch auf dem großzügigen Gelände gegenüber dem Feuerwehrhaus mitzuerleben sein. Ohne festen Zeitplan trifft man sich im Steinkreis und versucht, den Interessierten die ferne Zeit näherzubringen.

Das Anfangsritual verschob sich wegen der Hitze

Aufgrund der Hitze und logistischer Schwierigkeiten verschob sich das Anfangsritual nach hinten. Andreas Weiler beschreibt, was dabei vonstattenging: Alles versammelten sich in einem Kreis. Die Runenhexe verbrannte Kräuter in einer Schale und bat die Ahnen, den Platz, auf dem das Thing abgehalten wird zu schützen. Sie holte Andreas Weiler und seine Partnerin Helen Thielicke-Stenzel in die Mitte und ernannte sie zu den Platzherren. Wenn es Streit gibt, solle man sich an sie wenden, verfügte sie.

Am Samstag, 17. August, spielt am Abend die Band Eldskål, daneben sind Feuershow, Bildhauer- und Schmiede-Workshops angekündigt. Besuchen kann man den Markt am Samstag von 11 bis 23 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr .


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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