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Veröffentlicht am 12.01.2026 13:00

Schon lange ohne Sitz: Ansbachs FDP tritt nun gar nicht mehr zur Kommunalwahl an

Die FDP ist in der Kommunalpolitik einmal eine große Nummer gewesen: in Westmittelfranken im Allgemeinen wie in Ansbach im Speziellen. Doch seit Langem spielen die Liberalen im Stadtrat keine Rolle mehr. Viele fragten sich deshalb, wie sich die Partei bei der Kommunalwahl am 8. März verhält. Die Antwort: Sie tritt nicht an.

Die Nachkriegszeit bedeutete eine gute kommunalpolitische Ära für die FDP in Westmittelfranken. In den damaligen Landkreisen Feuchtwangen und Uffenheim stellte sie bis 1972 mit Paul Keim und Ernst Falk zwei Landräte. Noch lange danach gab es viele liberale Stimmenfängerinnen und -fänger in der Region. Auch im Ansbacher Stadtrat setzten Persönlichkeiten wie Barbara d’Avance und Max Reil Akzente.

Zuletzt kam es 1996 zu einem Mandat

Doch wie im Bund und im Land läuft es im Kommunalen in der Stadt nicht rund: und das schon länger. Einen Sitz im Stadtrat errang die Partei zuletzt 1996. Der gewählte Helmut Meyer hatte die FDP zur Zeit der Wahl allerdings bereits verlassen. Auch dass sich Rüdiger Silberer dreimal hintereinander um das Oberbürgermeisteramt bewarb – 2008, 2014 und 2020 –, brachte den Ansbacher Liberalen kein Mandat.

Rüdiger Silberer ist Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Ansbach Stadt. „Soweit ich weiß, bräuchten wir circa 200 Unterstützer, die wir aber auch nicht auf der Straße um ihre Unterschrift bitten können, sondern die müssten ins Bürgerbüro gehen und dort unterschreiben”, stellt er zur anstehenden Wahl fest. Dafür sieht der 68-Jährige keine Chance.

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Bei der Kommunalwahl 2020 waren diese Unterstützerinnen und Unterstützer laut seinen Worten nicht nötig. Inzwischen sei seine Partei aber weder im Bundestag noch im Landtag mehr vertreten. Glücklich ist Rüdiger Silberer nicht, dass die FDP sich mit einer Stadtratsliste zurückhält.

Ein Seitenhieb auf die Stadträte der AfD

„Aber wir haben uns bei den vergangenen drei, vier Wahlen sehr engagiert und auch gute Vorschläge für die Kommunalpolitik gehabt und haben es trotzdem nicht geschafft, wenigstens einen Sitz zu erringen”, legt er dar.

Er meint zum Beispiel einen „aus der Innenstadt herausgelösten Umladehof”, den er anregte. Zu diesem ließen sich die Waren anliefern „und mit kleinen, leisen, umweltfreundlichen Elektrokarren in die Stadt” zustellen. Damit könnte man den gesamten Lkw-Verkehr aus dem Zentrum bringen.

Lieber allerdings wählten die Menschen laut seinen Angaben andere Leute, „von denen ich seit der Wahl überhaupt nicht eine einzige Äußerung gehört habe”. Die AfD habe drei Stadträte, aber er wisse nicht, was diese täten, lautet der Seitenhieb des Rentners. „Da verliert man dann schon auch ein kleines bisschen die Lust aufs Engagement.”

OB-Kandidaturen für „mehr Aufmerksamkeit”

Dass er sich dreimal fürs OB-Amt bewarb, diente dazu, „mehr Aufmerksamkeit auf die Stadtratsliste zu ziehen”, zu Veranstaltungen „eingeladen zu werden und beteiligt zu sein”, wie er erläutert. Dass die FDP als kleiner Wettbewerber im Rennen um den Sessel der Rathauschefin oder des Rathauschefs eine echte Chance hätte, habe niemand in der Partei geglaubt.

Gemäß den Worten des Vorsitzenden zählt der Kreisverband um die 25 Mitglieder. Die Zahl sei eigentlich seit vielen Jahren in dem Dreh stabil. Für die FDP setzt er sich „natürlich” weiter ein. Ihre Zukunft sieht er trotz allem positiv. „In Bayern ist es schon immer schwierig für die Liberalen, aber im Bund werden wir uns auch wieder erholen.”

Die Menschen merkten bereits jetzt, dass die Partei im Bundestag fehle. Für den Ansbacher FDP-Chef braucht sie sowohl den Bürgerrechts- als auch den wirtschaftsliberalen Flügel. „Ich bin einer aus der Abteilung Bürgerrechte, aber die wirtschaftliche Freiheit ist ja auch eine Freiheit”, betont er.

Glücklich ist Ansbachs FDP-Chef Rüdiger Silberer nicht, dass die FDP bei der Kommunalwahl außen vor bleibt. (Foto: Oliver Herbst)
Glücklich ist Ansbachs FDP-Chef Rüdiger Silberer nicht, dass die FDP bei der Kommunalwahl außen vor bleibt. (Foto: Oliver Herbst)
Glücklich ist Ansbachs FDP-Chef Rüdiger Silberer nicht, dass die FDP bei der Kommunalwahl außen vor bleibt. (Foto: Oliver Herbst)
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