„Mit Bewegung aus der Einsamkeit” lautet das Motto des zweiten Seniorentags in Neustadt. Der örtliche Seniorenrat, der die am Samstag, 20. Juni, stattfindende Veranstaltung durchführt, hat dieses Thema bewusst gewählt und will Wege aufzeigen, wie man dem Alleinsein aktiv entfliehen kann.
Neben älteren Mitbürgerinnen und -mitbürgern wollen die Veranstalter vor allem auch Angehörige ansprechen, die etwa ihre Eltern oder andere betagte Menschen pflegen oder die sich über Themen rund ums Älterwerden informieren möchten. Deswegen wählte man einen Samstag als Veranstaltungstag, erzählt der stellvertretende Vorsitzende Karl-Heinz Haag. Geboten wird jede Menge. Nach der Eröffnung um 9 Uhr durch Vertreter der Stadt, des Landratsamtes sowie der Seniorenbeauftragten, beginnt der Rundgang durch die Ausstellung in der NeuStadthalle.
25 Aussteller informieren, wie man geistig und körperlich fit bleiben kann, sowie über diverse Hilfsmittel. Mit dabei sind unter anderem BRK, Caritas und Diakonie, die Fachstelle für Demenz in Ansbach, der Neustädter Hospizverein, die Gesundheitsregion plus und das Zentrum für Pflegeberufe in Bad Windsheim. Nachbarschaftshilfe, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Pflegedienste und etliche weitere Anbieter werden ebenfalls präsent sein.
Schon seit rund neun Monaten ist der Seniorenrat damit beschäftigt, die Veranstaltung, die in Kooperation mit der Kommunalen Allianz NeuStadt & Land stattfindet, vorzubereiten. Neben Vorträgen erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Mitmach- und Schauprogramm. Dieses beginnt um 10 Uhr. Die erste Hälfte endet um 12.15 Uhr. Danach stehen dieselben Angebote, nur in einer anderen Reihenfolge, ab 14 Uhr nochmals auf dem Programm.
Informiert wird über Einsamkeit. Hierbei stehen die Fragen im Fokus, was Einsamkeit ist und inwieweit sie im Alter ein Thema ist. Aufgezeigt werden sollen von Fachleuten diverse Wege, wie man sie zu überwinden vermag. In einem anderen Vortrag dreht sich alles um besseres Hören und Verstehen. Ein praxisnaher Überblick soll den Weg vom Erkennen eines Hörverlustes bis zur Wahl moderner Hörgeräte aufzeigen. Wie man sein Immunsystem schützen kann, es intakt erhält und sich vor Infektionen schützen kann, wird ebenfalls thematisiert.
Was ist beim Mitmachprogramm geboten? Bärbel Franz, Mitglied im Seniorenrat, zeigt, wie viel Spaß Sitzgymnastik macht. Unter dem Motto „Freude an Bewegung” wird sie mit Musik und Haushaltsutensilien Gedächtnis, Ausdauer, Kraft und Konzentration trainieren. Irene Oeder, ebenfalls im Seniorenrat, hat sich schon seit 18 Jahren dem Solo-Tanzvergnügen „Agilando” verschrieben. Es richtet sich an Frauen und Männer ab 50 Jahren. „Wir tanzen nach lateinamerikanischer und Standardmusik verschiedene Choreografien. „Das Ganze kann man bis ins hohe Alter machen”, betont sie .”Tanzen ist die beste Vorbeugung gegen Demenz – Prophylaxe pur.”
Die von zwei Ansbachern erfundene und entwickelte Sportart Lenkball wird ebenfalls vorgestellt. Gespielt wird mit einem Schläger mit zwei Griffen. Die Bewegungsabläufe fördern Reaktionsgeschwindigkeit, Beweglichkeit und Koordination. Gespielt werden kann es etwa an einer Tischtennisplatte, aber auch wie beim Volleyball oder Badminton über ein Netz. Vertreter hiesiger Vereine wollten sich beim Seniorentag über Lenkball informieren und schauen, ob man es auch im eigenen Verein wie bereits beim TSV Ansbach anbieten könnte, sagt Haag.
Neben der Bewegung kommt das Singen nicht zu kurz. Dazu wird ab 12.15 Uhr eingeladen. Wibert Winkler begleitet dazu mit seinem Akkordeon. Nach dem Riesenerfolg beim vergangenen Mal gibt es erneut eine Modenschau. „Es war einfach gigantisch”, schwärmt Vorsitzende Ingrid Tisch-Rottensteiner. Unterlegt von flotter Musik, soll schicke und flotte Bekleidung zum Wohlfühlen präsentiert werden, die ein örtliches Modehaus bereitstellt. Neun weibliche und männliche Models zeigen dann, was Seniorinnen und Senioren so tragen.
Nicht nur in der Halle, im Foyer und im Bereich der Garderobe ist etwas geboten, sondern auch vor dem Gebäude. Dort kann beispielswiese das bereits erwähnte Lenkball ausprobiert werden, Fahrräder für Menschen mit Einschränkungen sind dort ebenfalls zu finden. „Natürlich ist auch gastronomisch etwas geboten”, unterstreicht Tisch-Rottensteiner und weist darauf hin, dass der Seniorenrat einen Antrag auf Förderung über das Regionalbudget gestellt hat. Die Finanzspritze kann man mit Blick auf anfallende Kosten gut gebrauchen. Dank sagt man schon jetzt der Stadt Neustadt für ihre Unterstützung. Nun hoffen alle, dass der Seniorentag wieder so erfolgreich wie vor zwei Jahren wird.